Von  Seiten  der  Unternehmer  wurden  verschiedene  Schiffer,  welche  Kiesladungen  auf  ihren  Kähnen  nach
Hamburg  gebracht  hatten,  gezwungen,  gegen  dieselben  zu  klagen  wegen  ihrer  Fracht.  Die  Unternehmer  sagten
einfach,  sie  bezahlen  nicht,  weil  die  Bauten  eingestellt  seien.  Ich  habe  dieselben  der  Kriegshilfe  zugewiesen  und
haben  einige  durch  deren  Hilfe  ihr  Geld  erhalten.  Einige  mußten  klagen  und  ist  erst  Termin  anberaumt  worden.
Die  Schiffer  müssen  nun  erst  noch  um  ihr  Geld  klagen.

In  der  Stadt  berrscht  eine  unheimliche  Ruhe.

Von  Geschäft  kann  man  nicht  mehr  reden.  Verdienst  ist  gleich  Null.

Bei  einem  Zusammenstoß  der  französischen-englischen  Flotte  mit  den  Österreichern  zwischen  Punta  Castro
und  Antivari  soll  das  österrrichische  Linienschif  Zriny  gesunken  sein.  Amtlicher  Bericht  fehlt.

Der  englische  Regierungsdampfer  Gwendolin  nahm  den  deutschen  Regierungsdampfer  Von  Wißmann
  auf  dem  Niassesee  (Ostafrika)  weg.  Er  zerstörte  die  Maschinengeschütze  und  nahm  die  ganze  Besatzung
gefangen.

Von  einer  Fahrt  mehrerer  Unterseeboote  nach  der  englischen  Küste  ist  das  U.  15  nicht  mehr  zurückgekehrt.

Die  deutschen  Truppen  haben  an  der  russischen  Grenze  Mlawa  und  Petrikau  eingenommen.

10000    Elsässer  für  die  Provinz  Sachsen.  Die  Regierung  kündigt  an,  daß  10000    Elsässer,  Männer,  Frauen
und  Kinder  aus  militärischen  Rücksichten  ausquartiert  werden.

Rom,  den  18.  August  1914.  Der  Papst  ist  an  leichtem  Fieber  erkrankt.  Der  jugendliche  Enkel  Bismarcks,
Graf  Nikolaus  von  Bismarck,  ist  in  Frankfurt  am  Main  als  Freiwilliger  eingetroffen.

Nach  glaubwürdigen  Berichten  von  gefangenen  Franzosen  ist  die  Schlacht  bei  Mülhausen  gräßlich  und
blutig  gewesen.  Auf  beiden  Seiten  wurden  die  Leute  nur  so  hingemäht.

Der  Generalquartiermeister  von  Stein  kündigt  nun  an,  daß  der  Vormarsch  der  deutschen  Armee  in  Belgien
unmittelbar  bevorstehe.  Es  wird  dabei  enthüllt,  daß  der  Überfall  von  Lüttich  von  nur  6  Friedensbrigaden,  etwas
Kavallerie  und  Artillerie  ausgeführt  worden  sei,  ehe  die  Mobilisierung  erfolgt  war.

Auch  Österreich-Ungarn  beginnt  ernstlich  mit  dem  Vormarsch,  nachdem  auch  dieses  nun  die  Mobilmachung
  vollzogen  hatte.

19.  August.

Das  Generalkommando  des  ersten  Armeekorps  meldet  (amtlich),  daß  om  17.  August  bei  Stallupönen
ein  Gefecht  stattfand,  wobei  Truppenteile  des  ersten  Armeekorps  den  Sieg  erfochten.  3000  Gefangene  und  6  Maschinengewehre
  fielen  in  unsere  Hände.  Weitere  russische  Maschinengewehre,  die  nicht  mitgeführt  werden  konnten,
wurden  unbrauchbar  gemacht.

Auf  den  König  der  Belgier  ist  heute  ein  Bombenattentat  verübt  worden,  dem  der  König  jedoch  glücklich
entkommen  ist.

Der  belgische  Pöbel  hat  in  dem  Kloster  Jesuit  einen  Pater  und  20  Klosterbrüder  ermordet  und  nachher
das  Kloster  in  Brank  gesteckt.

Bei  Schabatz  fand  ein  heftiger  Kampf  zwischen  Serben  und  Österreichern  statt,  wobei  serbische  Frauen
und  Kinder  auf  die  Soldaten  schossen.  Nach  großen  Opfern  kam  die  Stadt  in  den  Besitz  der  Österreicher.

Der  Pöbel  von  Lüttich,  Brüssel  und  Antwerpen  hört  mit  seinen  Greueltaten  an  deutschen  Frauen
und  Kindern  nicht  auf.  Die  grausamsten  Ausschreitungen  kommen  jeden  Tag  vor,  wie  Augenzeugen  berichteten.

Sämtliche  in  Deutschland  lebenden  Japaner  reisen  in  ihre  Heimat  ab.  Es  ist  etwas  im  Anzuge  gegen
Deutschland.  Im  Kaukasus  gewinnt  der  Aufstand  gegen  Rußland  immer  mehr  Ausdehnung.  Die  russischen
  Truppen  fliehen  mit  Waffen  und  vollem  Gepäck  auf  türkisches  Gebiet.  Die  Lebensmittel  sind  auf
das  Vierfache  gestiegen.

20.  August.
Der  japanische  Geschäftsträger  in  Berlin  hat  im  Auftrage  seiner  Regierung  dem  Auswärtigen  Amte  eine
Note  übermittelt,  worin  unter  Berufung  auf  das  englisch-japanische  Bündnis  die  sofortige  Zurückziehung  der

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