An  diesen  Weltkrieg,  der  unserem  deutschen  Volke  und  unseren  treuen  Verbuͤndeten  soviele  Sorgen
und  Kümmernisse  gebracht  hat,  sollen  unsere  Feinde  denken  auf  Jahrhunderte  hinaus.  Das  Blut  unserer  deutschen
  Brüder,  das  1813  und  1870—71  geflossen  ist,  es  schreit  zum  Himmel  um  bittere  Rache.  Lange  genug
wurden  wir  geknechtet  und  getreten,  Deutschlands  Schicksalsstunde  hat  geschlagen  und  Gott  hat  es  gewollt.
  Wie  stehen  zu  unserem  Kaiserhaus  und  wir  werden  siegen.  Unser  Kaiser  und  sämtliche  deutsche  Bundesfürsten
  stehen  an  der  Spitze  ihrer  Heere  und  tragen  die  Gefahren  und  Entbehrungen  als  deutsche  Männer  und
Helden.  Zu  Hause  stehen  auch  deren  Frauen  und  Kinder  zum  Lenker  aller  Schicksale  um  Sieg  und  Segen.
Sie  sorgen  für  die  ärmsten  der  Armen,  welche  Ernährer,  Vater,  Sohn  und  Bruder  ins  Feld  geschickt  haben.
und  bei  denen  die  Not  und  der  Hunger  vor  der  Türe  stehen,  und  helfen  lindern  nach  besten  Kräften.  Möge
es  ihnen  der  allmächtige  und  allgütige  Gott  lohnen,  möge  er  sie  segnen  mit  ihren  Kindern  und  Kindeskindern.
Die  späteren  Geschlechter  aber  werden  ihrer  gedenken  in  Liebe  und  in  Treue.

So  sehen  wir  heute  dem  Fortgang  des  Krieges  bis  zu  seinem  Ende  mit  Vertrauen  und  Zuversicht  auf  Gottes
Hilfe  entgegen.

20.  August.

Unsere  deutschen  Truppen  eroberten  bei  Tirlemont  (Belgien)  eine  Feldbatterie,  eine  schwere  Batterie
und  eine  Fahne  und  machten  500  Gefangene.

Bei  Perwez  (Belgien)  nahmen  sie  dem  Feinde  zwei  Geschütze  und  zwei  Maschinengewehre  weg.

Der  Gouverneur  von  Kiautschau  telegraphierte  auf  das  Ultimatum  der  Japaner  an  die  deutsche  Regierung:
  Einstehe  für  Pflichterfüllung  bis  aufs  äußerste.

In  Paris  säubern  die  Franzosen  die  Stadt  von  bedrohlichen  Elementen  und  blockieren  die  Stadt.  Man
befürchtet  eine  Revolution.  Dann  Poincaré  gute  Nacht!

Prinz  Georg  von  Serbien  soll  bei  der  Armeeinspizierung  von  Belgrad  durch  einen  Schuß  am  Kopfe
verletzt  worden  sein.

Die  beiden  kleinen  deutschen  Kreuzer  Stralsund  und  Straßburg  haben  in  der  südlichen  Nordsee  ein
englisches  Unterseeboot  vernichtet  und  zwei  englische  Zerstörer  beschädigt  und  unschädlich  gemacht.

Bei  der  russischen  Schwarzmeerflotte  ist  eine  Meuterei  ausgebrochen,  in  Odessa  wüten  große  Brände.

Amerika  erhebt  Protest  gegen  die  Ermordung  des  deutschen  Botschaftsbeamten  Kattner.  Sasanow
gibt  die  Versicherung  ab,  daß  derartige  Greueltaten  nicht  mehr  vorkommen.  —  Wer's  glaubt!

Der  japanische  Botschafter  in  Wlen  ist  abgereist.

Deutsch  bis  ins  Mark.  Die  deutschen  Geschäftsleute  entfernen  durchweg  französische  und  englische  Plakate
und  Reklamen  in  und  an  ihren  Fenstern.  Es  wird  eine  Zeit  kommen,  wo  jeder  Deutsche  sich  schämen  wird,  sich
französischer  und  englischer  Wörter  zu  bedienen.  Unser  Deutschtum  wird  so  nach  und  nach  festen  Fuß  gewinnen.
Es  ist  auch  höchste  Zeit,  denn  beinahe  in  keinem  Geschäfte  findet  man  echtdeutsche  Wörter,  der  Bart-  und  Haarschneider
  schimpft  sich  Friseur,  Barbier,  die  Haar-  und  Kopfwäscherin  beehrt  sich  Shampooinerin,  die
Kleiderschneiderin  nennt  sich  Kostüm-  und  Mobe-Geschäftsinhaberin,  die  Hutmacherin  Modistin,  der  Gasthausbesitzer
  Hotelier,  der  Gastwirt  und  Bierausschenker  Restaurateur,  der  Schnaps-  und  sonstige  Getränke-Anfertiger
  Destillateur,  der  Zuckerbäcker  Konditor,  der  Zuckerwarenhändler  Bonbonfabrikant,    der
Schneider  Pariser  Tailleur,  der  Schuster  Stiefelfabrikant  ober  Fußbekleidungsfabrikant,  der  Hühneraugenschneider
  Operateur,  der  Zahnarzt  und  -zieher  Dentist,  die  Fingernägelsäuberin  Manikürin,  die
Helfer  gegen  drückende  Beschwerden  Maseure  und  Maseusin,  der  Wurst-  und  Fettwarenhändler  Delikatessenhändler,
  die  kaufmännische  Gehilfin  oder  Buchhalterin  Comptoiristin,  die  Maschinen-  und  Kurzschriftschreiberin
  Stenotypistin  und  Stenographin,  die  Geschäftsleiterin  Directriein,  die  Kleiderzuschneiderin
  Confectioneuse,  der  Schreiber  Copist  usw.

21.  August.
Unter  der  Führung  des  Kronprinzen  Rupprecht  von  Bayern  haben  Truppen  aller  deutschen  Stämme

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