gestern  in  Schlachten  zwischen  Metz  und  den  Vogesen  einen  glorreichen  Sieg  erkämpft.  Der  mit  starken  Kräften
in  Lothringen  vordringende  Feind  wurde  unter  schweren  Verlusten  auf  der  ganzen  Linie  zurückgeworfen.  Das
Schlachtfeld  nahm  einen  Raum  ein,  größer,  als  in  den  Käͤmpfen  von  1870—  71  unsere  gesamte  Armee  in  Anspruch
nahm.  Acht  französische  Armeekorps  gegen  fünf  deutsche  Armeekorps.  Bisher  sind  mehr  denn  10000    Gefangene
gemacht  und  mindestens  50  Geschütze  erobert.  Der  Rückzug  des  Feindes  artet  in  panikartige  Flucht  aut.  Der
französische  Vormarsch  ist  gleichzeitig  aus  der  Umgebung  von  Toul,  Nancy  und  Luneoille  erfolgt,  und  zwar
teilweise  auf  Straßen,  die  durch  französische  Sperrforts  gesichert  sind.  Nun  ist  der  Weg  nach  Paris  frei.  Ganz
Deutschland  befindet  sich  in  unermeßlichem  Jubel.  Unser  Kaiser  telegraphierte  an  seine  Tochter,  die  Herzogin
von  Braunschweig:

Gott,  der  Herr  hat  unsere  braven  Truppen  gesegnet  und  ihnen  den  Sieg  verliehen.  Mögen  Alle  bei  uns
daheim  ihm  auf  den  Knieen  ihre  Dankgebete  darbringen.  Möge  er  auch  ferner  mit  uns  sein  und  unserem  ganzen
deutschen  Volke.  Dein  treuer  Vater  Wilhelm.    —  Große  erhabene  Worte  unseres  geliebten  Kaisers.

Der  König  von  Belgien  begab  sich,  nachdem  das  Hauptquartier  zunächst  nach  Mecheln  verlegt  worden
war,  jetzt  nach  Antwerpen.  Dorthin  zieht  sich  nun  alles  zurück.  Wahrscheinlich  wird  der  König  mit  seiner  Familie
von  hier  aus  nach  England  fliehen.  Nachdem  nun  Brüssel  in  unserm  Besitze  ist,  forderte  der  dortige  Bürgermeister
  die  Einwohner  auf,  sich  ruhig  und  gegen  die  Soldaten  friedlich  zu  verhalten.  Die  sämtlichen  Waffen,
die  in  der  Stadt  sind,  müssen  auf  das  Rathaous  abgeführt  werden  und  wer  mit  einer  Waffe  noch  angetroffen
wird,  der  wird  auf  der  Stelle  totgeschossen.  Was  unsere  Feinde,  die  Meuchelmörderbande  mit  einem  Male
Angst  bekommen,  hauptsächlich  die  abgefeimten  Hunde  von  Engländern,  das  kann  man  sich  denken.  Sie  werden
alle  vorher  vor  Schrecken  lahm.

Die  Ostsee  ist,  wie  uns  nach  wiederholten  Rekognoszierungen  unserer  Seemacht  mitgeteilt  wird,  frei  von
feindlichen  Fahrzeugen  bis  zum  finnischen  Meerbusen.

Von  Wien  wird  gemeldet:  Der  Aufstand  gegen  Rußland  im  Kaukasus  ist  zu  einer  vollen  Revolution
ausgeartet.  Abordnungen  von  kaukasischen  Grenzorten  bitten  um  den  Einmarsch  der  türkischen  Armee.

45000    Russen,  die  in  Deutschland  leben,  sollen  über  Stockbolm  nach  Rußland  abgeschoben  werden.  Haben

wir  kein  Sibirien?  Schade,  sonst  müßten  wir  bieselben  nach  russischem  Muster  in  Strafkolonien  senden.

22.  August.

Unsere  deutsche  Regierung  hat  auf  das  unverschämte  Japanische  Ultimatum  keine  Antwort  gegeben.
Es  ist  wohl  das  beste.  Laßt  doch  die  Schlitzaugen  mal  rüber  kommen,  unsere  braven  Truppen  fürchten  sich  nicht.
Auch  dürfen  wir  bestimmt  darauf  rechnen,  daß  Amerika  noch  ein  ernstes  Wort  mitspricht.  Wenn  China  auch
ohnmächtig  ist,  energisch  gegen  ein  derartiges  Eindringen  in  seine  Rechte  vorzugehen,  so  wird  es  immerhin,
wenn  es  sieht,  wie  Deutschland,  Österreich  und  zuletzt  noch  Amerika  mit  der  Seeräuberbande  von  Japanern
redet,  sich  wohl  seiner  Pflichten  gegen  Deutschland  erinnern  und  demselben  auch  seinen  Schutz  gewähren.

Die  englische  Regierung  hat  aus  lauter  Neid  gegen  Deutschland  ein  Verbot  für  alle  englischen  Firmen,
Geschäfte  und  dergleichen  erlassen,  Geschäfte  mit  Firmen  abzuschließen,  an  denen  Deutsche  beteiligt  sind.  Es
schneidet  sich  damit  selbst  in  das  eigene  Fleisch,  aber  Neid  und  Haß  lassen  sie  den  Schaden  nicht  erkennen.  Die
Verhältnisse  des  englischen  Geldmarktes  sind  abnorm  und  dauern  fort.  Wechsel,  Konnossemente  und  dergl.
finden  keinen  Kredit  mehr.  Auch  von  ersten  englischen  Häusern  werden  dieselben  nicht  mehr  akzeptiert.

Die  Muhamedaner  in  Indien  machen  den  Engländern  nun  auch  heiß,  denn  es  gärt  dort  tiefgehend,
die  verlangten  britischen  Truppen  aus  Ostindien  nach  Ägypten  zu  führen,  ist  die  Regierung  nicht  imstande,  da
sie  alle  Streitkräfte  zur  Aufrechterhaltung  im  eigenen  Lande  gebraucht.

Der  Kaiser  hat  anläßlich  des  großen  Sieges  unserer  Truppen  unter  Führung  des  bayrischen  Kronprinzen
Rupprecht  an  den  König  Ludwig  von  Bayern  ein  herzliches  Telegramm  gesandt.

Der  König  von  Sachsen  wird  nun,  nachdem  die  inneren  Geschäfte  der  Regierung  geregelt  sind,  auch  zu
seinem  Heere  im  Felde  ziehen.

Amerika  entsendet  ein  Geschwader  nach  den  Philippinen,  um  den  Japanern  etwaige  Gelüste  zu  dämpfen.

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