Gestern  hat  Hamburg  anläßlich  des  großen  Sieges  in  den  Vogesen  zum  ersten  Male  Flaggenschmuck
angelegt.

Die  Russen  sind  von  unseren  Truppen  bei  Gumbinnen  auch  tüchtig  auf  die  Nase  geschlagen  worden.
8000  Gefangene  sind  gemacht,  8  Geschütze  erbeutet  worden.  Desgleichen  brachte  eine  Kavallerie-Division
500  Gefangene  mit.  Es  scheint,  daß  unsere  Truppen  an  der  russischen  Grenze  genau  wie  an  der  französischen
operieren.

Das  Verbindungsfort  Huy  in  Belgien  ist  schon  seit  einigen  Tagen  in  unseren  Händen.  Alles  ist  gespannt
auf  die  nächste  Woche.

Unsere  Marine  läßt  absichtlich  sehr  wenig  von  sich  verlauten.  Die  lauern  mit  fieberhafter  Ungeduld  auf
den  abgefeimten  Spitzbuben  England.  Wie  ein  lichtscheues  Gesindel  arbeiten  die  Engländer  nur,  wenn  man
sie  nicht  sieht  und  überfallen  alles,  was  in  ihre  Hände  kommt.  Da  unsere  Marine  ihnen  hier  oben  tüchtig  auf
die  Finger  guckt,  sogar  aus  Himmelshöhen  von  unseren  Zeppelinen  herab,  so  wagen  sie  sich  aus  ihren  Winkeln
nicht  heraus.  Aber  wo  sie  uns  drunten  im  Mittelländischen  Meere  und  auf  dem  offenen  Ozean  schaden  können,
oder  in  unseren  Kolonien,  da  versuchen  sie  es  überall,  aber  sie  finden  uns  überall  gerüstet  und  unsere  Kolonisten
sterben  eher,  ehe  sie  sich  diesen  Lumpen  von  abgefeimten  Spitzbuben  und  Seeräubern  ergeben.

 

    
Generalfeldmarschall  Graf  Haeseler

Trotz  aller  Schwierigkeiten  haben  unsere  Eisenbahnpioniere  bis  in  das  innerste  Belgien  hinein  in  fünf
Tagen  eine  6  Kilometer  lange  Umgehungsbahn  gebaut.  Der  Bahnverkehr  ist  daher  ununterbrochen.

In  Lüttich  haben  deutsche  Truppen  zwei  große  Geldschränke  erbeutet,  in  denen  sich  5,5  Millionen  Mark
befanden.  Außerdem  ein  großes  Depot  von  Benzin  und  Automobilutensilien.  Das  war  jedenfalls  alles  für
die  erwarteten  Herren  Franzosen  bestimmt.  Um  so  besser,  so  können  wir  wenigstens  mit  belgisch  heimatlichem
Gelde  in  Belgien  unsere  Bareinkäufe  besorgen.  Auch  ein  Vorteil.  Und  unsere  Kraftwagen  gebrauchen  viel
Benzin  und  andere  Utensilien.  Großartig.  So  findet  man  manches  Unerwartete.  Na,  unsere  Truppen  werden  auch
manches  Fläschchen  französischen  Wein  ausgekapselt  haben.  Wohl  bekomm  es  Ihnen!  Sie  haben  ja  auch  gearbeitet
  und  mit  welch  großartigem  Erfolg.  Die  Weltgeschichte  kennt  jedenfalls  ähnliche  Beispiele  wenige
oder  gar  keine.

Wie  großartig,  ja  bewundernswürdig  ist  der  ganze  Aufmarsch  unserer  Truppen  nach  dem  Feindesland
erfolgt.  —  Wie  haben  die  Eisenbahnen  funktioniert?  Kein  Unfall!  Alle  Nachfuhr  erfolgte  geregelt  und  mit
Ruhe  und  Zuversicht.  Die  Verpflegung  unserer  Truppen  ließ  nichts  zu  wünschen  übrig.  —  Das  machte  ja  auch
auf  unsere  Truppen  selbst  einen  bewundernswerten  Eindruck.

3  Weltkrieg