Die  Sicherungsmaßnahmen  im  Osten  werden  weitgehendst  getroffen.  Die  Deutschen  bezwecken  jedenfalls
  ganz  gleich,  wie  im  Westen,  auch  hier  den  Feind  auf  deutsches  Gebiet  zu  locken,  um  ihn  dann  rundherum
einzuschließen  und  ihn  zum  offenen  Kampfe  zu  zwingen  oder  sich  zu  ergeben.  Da  der  Russe  zu  solchen  Invasionen
  immer  nur  seine  Elitetruppen  losschickt,  und  voraussichtlich  nicht  wenig,  so  steht  eine  große  entscheidende
Schlacht  an  der  Ostgrenze  bevor.

Auch  das  österreichische  Armeekorps  gegen  Russen  und  Serben  ist  bie  jetzt  mit  großen  Siegen  vorgedrungen.


Der  König  von  Württemberg  begab  sich  mit  seinem  Adjutanten  zu  seinen  Truppen  auf  den  Kriegsschauplatz.


Hans  plaudert:

Auf  den  Hamburger  Polizei  und  Kriminalbureaus  wurden  gestern  viele  armeefähige  Beamten  weggeholt
  und  sofort  zum  Kriegedienst  eingestellt.  Demnach  wird  noch  unerwartet  der  längst  lautgewordene  Wunsch
und  die  Sehnsucht  vieler  Schutzleute  in  Erfüllung  gehen,  sich  doch  auch  am  Feldzug  persönlich  beteiligen  zu
dürfen  und  nicht  hier  auf  verlassenen  Brückenposten  usw.  Posten  zu  siehen.

Ich  tröstete  schon  vor  Wochen  manchen  derselben  und  sagte  zu  ihnen,  warten  Sie  nur,  auch  Sie  kommen
noch  vor  den  Feind.  Einer  meinte  scherzweise:  Ja,  die  gehen  setzt  runter  und  leeren  die  Champagnerflaschen
und  uns  bleibt  dann  die  Neige.  —  Es  wird  aber  noch  manch  versteckt  Fläschlein  zu  finden  sein.  —  Wünschen
wir  unseren  braven  Hamburger  Schutzleuten  alles  Kriegsglück.

26.  August.

Amtlich  meldet  das  Kriegsquartier:  Die  dreitägige  Schlacht  bei  Krasnik  endete  gestern  mit  einem  völligen
Sieg  der  österreichischen  Truppen.  Die  Russen  wurden  auf  der  ganzen,  etwa  70  Kilometer  breiten,  Front  geworfen
  und  haben  fluchtartig  den  Rückzug  gegen  Lublin  angetreten.  Wie  unsere  Verbündeten  unsere  Siege
bejubeln,  so  sind  wir  auch  über  ihre  Erfolge  hocherfreut  und  rufen  ihnen  ein  dreifaches  Hurra  zu.

Auf  der  ehemals  belgischen  Festung  Namur  weht  die  deutsche  Fahne.  Die  hinterlistigen  Meuchelmörderbuben
  von  Belgiern  wagen  sich  sogar,  den  Soldaten  Zigarren  anzubieten,  die  mit  Pulver  gefüllt  sind  und  die
dazu  dienen  sollen,  den  Rauchern  die  Augen  zu  zerstören.  Verdient  ein  solches  Volk  noch  Schonung.  Keinen
Pardon  solchen  Schuften!

Siegesdank  unseres  Kaisers.  Im  Hauptquartier  bot  der  Kaiser  die  Truppen  versammelt  und  folgende
Ansprache  gehalten:

Kameraden!  Ich  habe  Sie  hier  versammeln  lassen,  damit  wir  uns  gemeinsam  des  Sieges  freuen,  den
unsere  tapferen  Kameraden  in  Lothringen  errungen  haben.  Deutsche  Truppen  aller  Stämme  haben  in  tagelangem
  Ringen  mit  opferfreudigem  Mut  und  unerschütterlicher  Tapferkeit  den  Feind  siegreich  zurückgeschlagen
  unter  Führung  des  bayrischen  Königssohnes.  Unsere  Truppen  waren  vertreten  in  allen  Jahrgängen,  aktive
Soldaten,  Reserve  und  Landwehr.  Sie  alle  zeigten  denselben  Schneid,  dieselbe  Tapferkeit,  dasselbe  Gottvertrauen
  und  rücksichtslose  Vorgehen.  Dafür  haben  wir  vor  allem  unseren  Dank  zu  richten  an  Gott,  den  Allerhöchsten.
  Ich  gedenke  in  Ehren  der  Gefallenen,  die  ihr  Herzblut  verspritzt  haben,  wie  wir  es  nachmachen
wollen.  Noch  viele  blutige  Kämpfe  stehen  uns  bevor.  Wir  wollen  dem  Feind  gründlich  ans  Leder,  wir
kämpfen  für  eine  gute  und  gerechte  Sache,  wir  wollen  und  wir  müssen  siegen.

Auch  der  König  von  Bayern  begab  sich  auf  den  westlichen  Kriegsschauplatz.

Der  Stand  der  Ernte  in  Belgien  und  Frankreich  wird  allgemein  als  gut  bezeichnet.

Am  Sonnabend,  den  30.  ds.  Mts.  findet  in  Hamburg  eine  Bürgerschaftssitzung  statt,  worin  Anträge  auf
Beseitigung  der  Arbeitslosigkeit  und  deren  Hilfsmaßnahmen  vorgebracht  werden.

Die  hamburgische  Beamtenschaft  erläßt  an  sämtliche  Angestellte  und  Beamten  einen  Aufruf  zur  Verhütung
  der  Arbeitslosigkeit  mitzuarbeiten.  Es  wird  den  Beamten  empfohlen,  in  diesem  Jahre  mindestens  30  vom
Hundert  Zuschlag  zur  Einkommensteuer  für  ihr  Diensteinkommen,  als  freiwillige  Kriegssteuer  zu  zahlen  und
zwar  je  ein  Fünftel  am  1.  September,  30.  September,  31.  Oktober,  1.  Dezember,  31.  Dezember.

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