zuteilen,  daß  ich  heute  nachmittag  in  Ems  eine  große  Zahl  braver  württenbergischer  Soldaten  begrüßen  konnte,
die  ihre  Wunden  mit  bewunderungswürdiger  Hingabe  ertrugen.  Ich  habe  ihnen  einen  Gruß  von  Dir  gebracht.
Du  kannst  stolz  sein  auf  Deine  Landeskinder.  Herzlichen  Gruß  Wilhelm.

Darauf  gab  der  König  von  Württemberg  folgende  Antwort:  Tief  gerührt  durch  Dein  Telegramm
danke  ich  Dir  herzlichst  für  Deine  Grüße  von  meinen  Landeskindern.  Ich  weiß,  daß  Du  auf  sie  bauen  kannst.
Jeder  wird  seine  Pflicht  tun  bis  zum  letzten  Atemzuge  für  unsere  gerechte  Sache  und  in  Hingebung  für  den
obersten  Kriegsherrn.  Wilhelm.

Im  Munsterlager  in  der  Provinz  Hannover  sind  am  Sonntag  die  ersten  1200    englischen  Kriegsgefangenen
  eingetroffen,  die  im  Norden  Frankreichs  gegen  uns  kämpften.  Sie  machen  einen  vorteilhaften,
jedoch  bedrückten  Eindruck.

König  Ludwig  von  Bayern  richtete  an  den  Kronprinzen  Rupprecht  von  Bayern  nachstehendes  Telegramm:
  Von  St.  Cajetan,  wo  wir  soeben  unseren  Luitpold  zur  letzten  Ruhe  gebettet  haben,  weilen  unsere  Gedanken
  zu  Dir.  Gott  erhalte  Dir  Kraft  und  Stärke,  in  treuer  heldenhafter  Pflichterfüllung  vor  dem  Feinde,
den  schweren  Schicksalsschlag  zu  überwinden  und  mit  Deinen  tapferen  Truppen  auf  dem  Wege  des  Sieges
zu  schreiten.

1.  September.

Die  Armee  des  Generalobersten  von  Kluck  hat  den  durch  schwache  französische  Kräfte  unternommenen
Versuch  eines  Flankenangriffs  in  der  Gegend  von  Combles  durch  ein  Armeekorpe  zurückgeschlagen.

Die  Armee  des  Generalobersten  von  Bülow  hat  eine  überlegenen  französische  Armee  bei  St.  Quentin
vollständig  geschlagen,  nachdem  sie  im  Vorrücken  bereite  ein  englisches  Infanteriebataillon  gefangen  genommen
hatte.

Die  Armee  des  Generalobersten  von  Hausen  hat  den  Gegner  auf  die  Aisne  bei  Rethel  zurückgedrängt.

Die  Armee  des  Herzogs  von  Württemberg  hatte  die  Fortsetzung  des  Übergangs  über  die  Maas
den  Feind  zunächst  im  Vordringen  überrannt,  mußte  aber  beim  Vorgehen  starker  feindlicher  Kräfte  wieder
über  die  Maas  zurück.  Die  Armee  hat  dann  die  Maasübergänge  wieder  gewonnen  und  befindet  sich  im  Vorgehen
gegen  die  Aisne.  Das  Fort  Les  Ayvelles  hinter  dieser  Armee  ist  gefallen.

Die  Armee  des  deutschen  Kronprinzen  setzte  den  Vormarsch  gegen  und  über  die  Maas  fort.  Nachdem
der  Kommandant  von  Montmedy  mit  der  ganzen  Besatzung  der  Festung  auf  einem  Ausfall  gefangen  genommen
war,  ist  die  Festung  Montmedy  gefallen.

Die  Armeen  des  Kronprinzen  von  Bayern  und  des  Generalobersten  von  Heeringen  stehen  noch
in  fortgesetztem  Kampfe  in  Französisch-Lothringen.

Im  Osten  ist  der  gemeldete  Sieg  der  Armee  des  Generalobersten  von  Hindenburg  von  weit  größerer
Bedeutung,  als  zuerst  übersehen  werden  konnte.  Trotzdem  neue  feindliche  Kräfte  über  Neidenburg  eingriffen,
ist die  Niederlage  des  Feindes  eine  vollständige  geworden.  3  Armeekorps  sind  vernichtet,  70000    Gefangene,
darunter  2  kommondierende  Generale,  viele  Geschütze  und  Feldzeichen  fielen  in  unsere  Hände.

Die  noch  im  nördlichen  Ostpreußen  stehenden  russischen  Truppen  haben  den  Rückzug  angetreten.

Das  gewaltige  Ringen  nördlich  Lembergs  dauert  fort.  Die  Österreicher  sind  auf  dem  linken  Fluͤgel  fast
bis  Lublin  vorgedrungen.  Die  Aktion  ist  vom  Glück  begünstigt.  Die  Armee  hat  bedeutende  Vorteile  errungen.


Die  englischen  Zeitungen  schreiben  die  Schuld  an  der  englischen  Niederlage  bei  Tournai  dem  Ausbleiben
der  versprochenen  französischen  Hilfe  zu.  Ein  englischer  Mitkämpfer  äußerte  sich:  Die  Deutschen  kommen
über  uns,  wie  die  Sturmwelle,  der  nichts  standhält.

Der  Gouverneur  von  Neuseeland  teilt  mit,  daß  Apia  in  feindlicher  Hand  sei.

Kaiser  Wilbelm  ernannte  den  Feldberrn  im  Osten,  General  von  Hindenburg  zum  Generalobersten
und  verlieh  ihm  das  Eiserne  Kreuz  erster  Klasse.  Er  sandte  ihm  folgendes  Telegramm:  Durch  den  in  dreitägiger
Schlacht  errungenen  vollen  Sieg  über  die  russische  Übermacht  erwarb  die  Armee  sich  für  immer  den  Dank  des

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