England  läßt  eine  kleinere  Flotte  von  Kreuzern  und  Torpedobootsjägern  an  der  Küste  von  Syrien  und
Palästina  kreuzen,  da  das  Gerücht  umgeht,  die  Türkei  sammle  in  Syrien  ein  Heer  zum  Einfall  in  Ägypten.
Also  hat  England  Angst  vor  der  Türkei.

Der  Fürst  Wilhelm  von  Albanien  hat  seinen  Thron  verlassen.  Prinz  Wilhelm  zu  Wied  ist  heute
morgen  an  Bord  eines  italienischen  Kriegsschiffes  nach  Venedig  abgereist.

Der  Sedantag  wurde  in  Hamburg  im  großen  und  ganzen  still  und  feierlich  durch  Kranzniederlegung  am
Kaiser  Wilhelm-Denkmal,  Krieger-Denkmal  und  Bismarck-Denkmal  von  den  bestehenden  militärischen  Vereinen
begangen.

Bei  Wegnahme  des  hoch  in  Felsen  gelegenen  Sperrforts  Givet  haben  sich  ebenso  wie  im  Kampfe  um  Namur
die  von  Österreich  zugesandten  schweren  Motorenbatterien  durch  Beweglichkeit,  Treffsicherheit  und  Wirkung
vortrefflich  bewährt.

Die  Sperrbefestigungen  Hirson,  bes  Ayvelles,  Condé,  Lafere  und  Laon  sind  ohne  Kampf  genommen.
Damit  befinden  sich  sämtliche  Sperrbefestigungen  im  nördlichen  Frankreich,  außer  Maubeuge,  in  unseren
Händen.

Gegen  Reims  ist  der  Angriff  eingeleitet.

Die  Kavallerie  der  Armee  des  Generalobersten  von  Kluck  streift  bis  Paris.

Das  Westheer  hat  die  Aisnelinie  überschritten  und  setzt  den  Vormarsch  gegen  die  Marne  fort.  Einzelne
Vorhute  haben  sie  bereits  erreicht.  Der  Feind  befindet  sich  vor  den  Armeen  des  Obersten  von  Kluck,  von  Bülow,
von  Hausen  und  des  Herzogs  von  Württemberg  im  Rückzuge  auf  und  hinter  die  Marne.  Vor  der  Armee
des  deutschen  Kronprinzen  leistete  der  Feind  im  Anschluß  an  Verdun  Widerstand,  wurde  aber  nach  Süden
zurückgeworfen.  Die  Armeen  des  Kronprinzen  von  Bayern  und  Generalobersten  von  Heeringen  haben  immer
noch  starken  Feind  in  befestigten  Stellungen  im  französischen  Lothringen  gegenüber.

Im  Oberen  Elsaß  streifen  deutsche  und  französische  Truppen  unter  gegenseitigen  Kämpfen.

Im  Osten  ernten  die  Truppen  des  Generalobersten  von  Hindenburg  weitere  Früchte  ihres  Sieges.  Die
Zahl  der  Gefangenen  ist  bereits  auf  90000    Mann  gestiegen.  Wieviele  Geschütze  und  sonstige  Siegeszeichen
noch  in  den  preußischen  Wäldern  und  Sümpfen  stecken,  läßt  sich  nicht  übersehen.  Anscheinend  sind  nicht  zwei
sondern  drei  russische  kommandierende  Generale  gefangen.  Der  russische  Armeeführer  ist  gefallen.

Der  Präsident  und  die  Herren  von  der  französischen  Regierung  haben  sich  gestern  bei  Nacht  und  Nebel
davon  gemacht  und  sind  von  Paris  nach  Bordeaux  geflohen.

Bei  der  Revision  der  in  der  Gefangenschaft  eingetroffenen  russischen  Mannschaften  und  Offiziere  wurden
Dum  Dum-Geschosse  vorgefunden.

Prinz  Ernst  von  Sachsen-Meiningen  liegt  schwer  verwundet  im  Hospital  der  Festung  Maubeuge.

Bekanntlich  ist  der  Vater  des  Prinzen,  der  Generalleutnant  Prinz  Friedrich  zu  Sachsen-Meiningen  erst
vor  wenigen  Tagen  den  Heldentod  gestorden.  Die  deutsche  Teilnahme  an  dem  schweren  Schicksalsschlage  des
Meiningenschen  und  Lippischen  Fürstenhauses  ist  allgemein.

Der  Gouverneur  von  Deutsch-Samoa,  Dr.  Schultz,  ist  als  Gefangener  nach  den  Fidschi-Inseln  übergeführt
  worden.

Der  Sohn  des  Prinzen  Friedrich  Leopold  war  es,  der  als  erster  deutscher  Offizier  mit  einer  Patrouille
von  drei  Mann  in  der  linken  Hand  die  Pistole  und  in  der  rechten  den  Säbel  in  die  noch  nicht  eroberte  Festung
Lüttich  hineinsprengte.  Im  gestreckten  Galopp  nahm  er  eine  französische  Patrouille  von  20  Mann  gefangen
und  brachte  sie  als  erste  Siegestrophäe  in  das  deutsche  Lager.  Das  war  ein  mutiges  Reiterstück

Vor  Lemberg  bereiten  sich  große  Ereignisse  vor.  Die  starken  Stellungen  der  Russen  wurden  meist  durch
Bajonettangriffe  genommen  und  ergreifen  die  Russen  die  Flucht.  Die  Grenzstädte  sind  von  russischen  Gefangenen
  überfüllt.  —

Die  beiden  Fliegerleutnants  erhielten  für  hervorragende  Leistungen  im  Luftkampfe  das  Eiserne  Kreuz.
Es  sind  dies  die  Leutnants  Jahn  und  Reinhardt.