Im  Anschluß  an  frühere  Besprechungen  fand  heute  im  Reichstagsgebäude  unter  dem  Vorsitz  des  ersten
Vizepräsidenten  Dr.  Paasche  eine  Beratung  statt,  welche  den  Zweck  hatte,  zu  bekunden,  auch  zum  Kampfe  zur
See  alle  Kräfte  der  Nation  bis  zum  Ende  einzusetzen.  Nach  dem  Abschluß  der  Beratung  wurde  dem  Staatssekretär
  des  Reichsmarineamts  nachfolgende  Mitteilung  zur  Kenntnis  gebracht.

Die  unterzeichneten  Mitglieder  des  Reichstages  erklären  sich  bereit,  in  ihren  Fraktionen  und  im
Reichstag  dafür  einzutreten,  daß  alle  Maßregeln  des  Reichsmarineamts,  welche    die  Kriegenot  erheischt,
in  staatsrechtlicher  Hinsicht  und  bezüglich  der  Rechnungslegung  genehmigt  werden,  insbesondere  sind
sie  bereit  einzutreten,  erstens  für  sofortigen  Ersatz  verlorener  Schiffe,  zweitens  für  sofortige  Durchführung
  aller  1912  beschlossenen  Maßnahmen,  drittens  für  sofortigen  Bau  des  1915  fälligen  Schiffsersatzes,
  viertens  für  Herabsetzung  der  Lebensdauer  der  Schiffe  von  20  auf  15  Jahre.
Gez.:  Dr.  Paasche,  Freiherr  von  Gamp,  Erzberger,  Gröber,  Dr.  Wiemer,  Graf  Westarp,  Schultz-Bromberg.

 

Generaloberst
Herzog  Albrecht v. Würtemberg

An  der  Ostgrenze  ist  bei  unseren  Truppcn  bis  jetzt  nichts    weiteres  von  Belang  erfolgt  und  werden  die  nächsten
Tage  wieder  große  Ereignisse  eintreten.

Die  Österreicher  haben  aus  strategischen  Gründen  Lemberg  geräumt.  Es  gelang,  bei  Czernowitz
den  österreichischen  Landsturm-  und  Linientruppen,  unter  Kommando  des  Generals  Schmidt  eine  russische
Batterie  aus  Kamietza  und  Infanterie  aus  Kischinew  bei  Mahlla  völlig  zu  schlagen  und  eine  Beute  von
800  Gefangenen,  500  Gewehren,  4    Maschinengewehren  und  anderem  Material  zu  machen.

Aus  London  wurde  nach  Kopenhagen  gemeldet,  daß  die  Franzosen    Rouen  geräumt  haben.

5.  September.

Der  König  von  Sachsen  hat  dem  Generalobersten  von  Hausen  das  Ritterkreuz  des  Militär-St.  Heinrich-
  Ordens  verliehen  und  ihm  ein  entsprechendes  Telegramm  übersandt.

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