Ein  französisches  Flugzeuglager  mit  20  Eindeckern,  10  Doppeldeckern  und  40  besten  Gnommotoren
in  tadellosem  Zustande  im  Werte  von  über  1  Million  Mark  hat  ein  Hauptmann  der  Reserve  vom  Etappenflugzeugpark
  der  3.  Armee  beschlagnahmt.

Aus  dem  österreichischen  Kriegspressequartier  meldet  der  General  der  Infanterie  Erzherzog  Friedrich
folgenden  Armeeoberkommando-Befehl:  Es  gereicht  mir  zur  besonderen  Freude,  bekannt  geben  zu  können,
daß  5000  Mann  serbischer  Truppen  bei  dem  Versuche,  östlich  Mitrovitza  in  unser  Gebiet  einzubrechen,  gefangen
  genommen  wurden.  Bei  dieser  Gelegenheit  haben  unsere  braven  Truppen  im  Süden  auch  serbisches
Kriegsmaterial  erbeutet.  Dies  ist  sofort  allgemein  zu  verlautbaren,  gez.  Friedrich,  Erzh.

Der  sozialdemokratische  Abgeordnete  Dr.  Frank,  Mannheim,  dessen  Eintritt  zum  Heere  vor  ein  paar  Tagen
gemeldet,  ist  durch  einen  Kopfschuß  vor  dem  Feinde  gefallen.

Der  kommandierende  General  des  9.  Armeekorps  macht  durch  Anschlag  bekannt,  daß  die  Polizeistunde
für  Hamburg-Altona  auf  12  Uhr  fesigesetzt  ist.

8.  September.

Generalquartiermeister  von  Stein  teilt  uns  aus  dem  großen  Hauptquartier  mit,  daß  Maubeuge  kapituliert
  hat.  40000    Gefangene,  darunter  4  Generäle,  400  Geichütze  und  zahlreiches  Kriegsgerät  sind  in
unsere  Hände  gefallen.

Nach  nunmehrigen  eingetroffenen  zuverlässigen  Meldungen  ist  Samoa  am  29.  August  von  den  Engländern
  ohne  Kampf  besetzt  worden.

Die  Missionen,  evangelische  und  katholische,  erheben  einen  flammenden  Protest  gegen  die  Verletzung
der  Kongoakte,  Artikel  11,  wonach  kriegerische  Verwicklungen  unter  europäischen  Mächten  nicht  auf  afrikanisches
Gebiet  übertragen  werden  dürfen.  England  hat  den  Bemühungen  von  verschiedenen  Seiten,  es  zur  Einhaltung
  der  Kongoakte  zu  veranlassen,  nicht  entsprochen.

Deshalb  ist  der  Protest  erhoben  und  seine  Verbreitung  im  weitesten  Ausland  erforderlich.  Der  Aufruf
soll,  in  fremde  Sprachen  übersetzt,  überall  verbreitet  werden.

Der  Kaiser  an  Präsident  Wilson.

Kaiser  Wilhelm  richtete  nachstehenden  Telegramm  an  den  Präsidenten  der  Vereinigten  Staaten  von
Nord-Amerika.

Ich  betrachte  es  als  meine  Pflicht,  Herr  Präsident,  Sie  als  den  hervorragendsten  Vertreter  der  Grundsätze
  der  Menschlichkeit  zu  benachrichtigen,  daß  nach  der  Einnahme  der  französischen  Festung  Longwy
meine  Truppen  dort  tausende  von  Dum-Dum-Geschossen  entdeckt  haben,  die  durch  eine  besondere  Regierungswerkstätte
  hergestellt  waren.  Ebensolche  Geschosse  wurden  bei  getöteten  und  verwundeten  Soldaten
  und  Gefangenen  auch  britischer  Truppen  gefunden.  Sie  wissen,  welche  schreckliche  Wunden
und  Leiden  diese  Kugeln  verursachen  und  daß  ihre  Anwendung  vurch  die  anerkannten  Grundsätze  des
internationalen  Rechts  streng  verboten  ist.

Ich  richte  daher  an  Sie  einen  feierlichen  Protest  gegen  diese  Art  der  Kriegführung,  die  dank  den
Methoden  unserer  Gegner  eine  der  barbarischsten  geworden  ist,  die  man  in  der  Geschichte  kennt.  Nicht
nur  haben  sie  diese  grausame  Waffe  angewendet,  sondern  die  belgische  Regierung  hat  die  Teilnahme
der  belgischen  Zivilbevölkerung  an  den  Kämpfen  offen  ermutigt  und  seit  langem  sorgfältig  vorbereitet.
Die  selbst  von  Frauen  und  Geistlichen  in  diesem  Guerillakrieg  begangenen  Grausamkeiten  auch  an  verwundeten
  Soldaten,  Ärztepersonal  und  Pflegerinnen  (Ärzte  wurden  getötet,  Lazarette  durch  Gewehrfeuer
  angegriffen)  waren  derartig,  daß  meine  Generale  endlich  gezwungen  waren,  die  stärksten  Mittel
zu  ergreifen,  um  die  Schuldigen  zu  bestrafen  und  die  blutdürstige  Bevölkerung  von  der  Fortsetzung  dieser
schimpflichen  Mord-  und  Schandtaten  abzuschrecken.  Einige  Dörfer  und  selbst  die  alte  Stadt  Löwen,
mit  Ausnahme  des  schönen  Stadthauses,  mußten  in  Selbstverteidigung  und  zum  Schutze  meiner  Truppen
zerstört  werden.  Mein  Herz  blutet,  wenn  ich  sehe,  daß  solche  Maßregeln  unvermeidlich  sind  und  wenn
ich  an  die  zahllosen  unschuldigen  Leute  denke,  die  ihr  Heim  und  Eigentum  verloren  haben  infolge  des
barbarischen  Betragens  jener  Verbrecher.  Wilhelm  I.  R.

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