Heldenmut  kämpfende  Armee  in  einem  guten  Abschnitt  zu  versammeln  und  für  weitere  Operationen  bereit  zu
stellen.

Aus  Stockholm  wird  gemeldet,  daß  unser  Kreuzer  Karlsruhe  bei  Barbados  den  englischen  Dampfer
Bowes  Casile  versenkte.

Die  Nachricht  wird  bestätigt,  daß  in  Indien  ein  Aufstand  augsgebrochen  sei.

Amtlich  wird  bestätigt,  daß  am  13.  September  vormittags  S.  M.  kleiner  Kreuzer  Hela  durch  einen  Torpedoschuß
  eines  feindlichen  Unterseebootes  zum  Sinken  gebracht  worden  sei.  Die  Besatzung  ist  fast  ganz  gerettet.

Der  Kaiser  besuchte  nach  dem  Gefecht  bei  Virton  am  1.  September  gegen  abend  sein  Königsgrenadier-Regiment,
  bessen  Kommandeur  Prinz  Oskar  ist.  Er  beglückte  dasselbe  zu  seinem  Siege,  küßte  und  umarmte
den  Prinzen  und  schritt  die  Fronten  des  Regiments  ab,  dabei  begrüßte  er  fortwährend  die  Mannschaften.  Morgen,
Grenadiere!  Bei  der  Maschinengewehrkompagnie  blieb  der  Kaiser  einen  Augenblick  stehen  und  fragte  die
Mannschaften:  Na  habt  ihr  eine  gute  Schußzahl?  Jawohl  Majestät,  erfolgte  die  Antwort.  Der  Kaiser
fragte  dann  weiter:  Wie  viel  Prozent  Treffer,  worauf  der  Reservist  Fischer  prompt  antwortete:  100%  Treffer,
  Majestät!  Der  Kaiser  ging  lächelnd  weiter  und  hlelt  eine  Ansprache  an  das  Regiment,  dessen  Chef  er
ist.  Er  sprach  allen  seinen  kaiserlichen  Dank  aus.

Der  Großberzog  von  Baden  beschloß  während  des  Krieges  die  Taten  hervorragender  Tapferkeit  durch
Verleihung  des  militärischen  Karl  Friedrich-  Verdienst-Ordens  oder  der  militärischen  Karl  Friedrich-Verdienst-Medaille
  zu  beloben.

Aus  dem  Großen  Hauptquartier  wird  amtlich  gemeldet:  Im  Westen  finden  am  rechten  Heeresflügel
schwere  bisher  unentschiedene  Kämpfe  statt.  Ein  von  den  Franzosen  versuchter  Durchbruch  wurde  siegreich
zurückgeschlagen.  Sonst  ist  an  keiner  Stelle  eine  Entscheidung  gefallen.  Im  Osten  schreitet  die  Vernichtung
der  russischen  Armer  fort.  Die  Armee  von  Hindenburg  ist  mit  starken  Kräften  bereits  jenseits  der  Grenze.  Das
Gouvernement  Suwalki  steht  schon  unter  deutscher  Verwaltung.

General  von  Hindenburg  telegraphierte  an  den  Kaiser:  Die  Wilnaer  Armee,  2.  3.  4.  20.  Armeekorps,
dritte  und  vierte  Reservedivision,  fünf  Kavalleriedivisionen  ist  durch  die  Schlacht  an  den  Masurischen  Seen
und  bie  sich  daran  anschließende  Verfolgung  vollständig  geschlagen.  Die  Grodnoer  Reservearmee,  22.  Armeekorps,
  Rest  des  6.  Armeekorpe,  Teile  des  dritten  sibirischen  Armeekorps  hat  in  besonderem  Gefecht  bei  Lyck
schwer  gelitten.  Der  Feind  hatte  starke  Verluste  an  Toten  und  Verwundeten.  Die  Zahl  der  Gefangenen  steigert
sich.  Die  Beute  ist  außerordentlich.  Bei  der  Frontbreite  der  Armee  von  über  roo  Kllometern,  den  ungeheuren
Marschleistungen  von  zum  Teil  130  Kilometern  in  vier  Tagen,  bei  den  sich  auf  dieser  ganzen  Front  und  Tiefe
abspielenden  Kämpfen  kann  ich  den  vollen  Umfang  noch  nicht  melden.  Einige  unserer  Verbände  sind  scharf
ins  Gefecht  gekommen.  Die  Verluste  sind  aber  doch  nur  gering.  Die  Armee  war  slegreich  auf  der  ganzen  Linie
gegen  einen  hartnäckig  kämpfenden  aber  schließlich  fliehenden  Feind.  Die  Armee  ist  stolz  darauf,  daß  ein
kaiserlicher  Prinz  in  ihren  Reihen  gekämpft  und  geblutet  hat.

Nach  einer  von  der  Kriegszensur  genehmigten  Depesche  veröffentlicht  die  Zeit:  Der  Abmarsch  unserer  Truppen
in  die  neuen  Stellungen  erfolgte  in  vollständiger  Ruhe  und  ohne  Belästigung  seitens  des  stark  erschöpften  Gegners.
Die  Truppen  führen  80  russische  Geschütze  und  10000    Gefangene  mit.

Der  Fliegeroffizier  Hauptmann  Erwin  Barens  aus  Hamburg  erhielt  für  hervorragende  Leistungen
im  Felde  das  Eiserne  Kreuz.

Der  von  dem  am  11.  September  vom  König  von  Bayern  an  den  Kronprinzen  von  Bayern  übergebene
Tagesbefehl  wird  vom  Kriegsministerium  mitgeteilt:

Meine  braven  Bayern!  Voll  Stolz  und  Freude  über  das  heldenmütige  Verhalten  meiner  Truppen
bin  ich  auf  den  Kriegsschauplatz  geeilt,  um  allen  Angehörigen  meiner  Armee,  sämtlichen  Generalen,
Offizieren,  Unteroffizieren  und  Mannschaften  meine  voll  uneingeschränkte  Anerkennung  und  meinen
königlichen  Dank  auszusprechen.  Soldaten,  Euere  Taten  verdienen,  den  besten  kriegerischen  Leistungen
unserer  Vorfahren  an  die  Seite  gestellt  zu  werden,  und  gereichen  Euch  zum  unvergänglichen  Ruhme.
Viel  und  große  Erfolge  sind  bereits  errungen,  aber  es  werden  noch  schwere  Kämpfe  erforderlich  sein,

72