Die  Sammlung  für  das  Rote  Kreuz  brachte  bis  jetzt  1633550,53    Mark,  die  der  Hamburgischen
Kriegshilfe    1949887,39    Mark.

19.  September.

Zu  den  Schlachten  zwischen  Oise  und  Maas  ist  vorerst  nur  zu  berichten,  daß  die  Lage  unverändert,  verschiedene
  Durchbrüche  des  Feinde  vereitelt,  die  Lage  aber  sehr  günstig  für  uns  steht.

Die  französische  Regierung  in  Bordeaux  hat  schweren  Stand.  Sämtliche  Repräsentanten  müssen  militärisch
  bedeckt  und  beschützt  werden.  Die  Lebensmittelpreise  in  Bordeaux  sind  in  das  Fantasiereich  gestiegen.


Der  Armeekommandant  Dankl  erließ  am  14.  September  folgenden  Armeebefehl:  Die  brave  erste  Armee
erledigte  die  außerordentlich  schwierige  Operation  glänzend.  Bei  Krasnik  und  vor  Lublin  habt  Ihr  die  Russen
entscheidend  geschlagen.  Dann  kämpftet  Ihr  zwei  Wochen  bindurch  bei  Tag  und  Nacht  mit  dem  in  festungsähnlichen
  Stellungen  befindlichen  Feind  und  wieset  seine  ungezählten  Angriffe  stets  erfolgreich  ab.  Nachdem
die  Russen  sich  täglich  verstärkten  und  schließlich  mindestens  doppelt  so  stark  als  wir  waren,  stellten  wir  unsere
Angriffe  freiwillig  ein,  um  Schulter  an  Schulter  mit  unseren  übrigen  Armeen,  die  sich  uns  anschließen,  weiterzukämpfen.
  Auch  der  Marsch  durch  Sümpfe  und  Wälder  stellte  ungeheure  Anforderungen  an  Euch  alle.  Aber
auch  diese  Sache  gelang  Euerer  Ausdauer  und  Zähigkeit.  Die  Russen  haben  kaum  gewagt,  Euere  Märsche  zu
stören,  denn  die  unbesiegte  erste  Armee  steht  heute  in  dem  ihr  anbefohlenen  Raume.

Ich  danke  allen  Angehörigen  meiner  heldenmütigen  ersten  Armee  für  das,  was  sie  in  jeder  Richtung  bisher
in  hervorragender  Weise  leisteten.  Der  Krieg  stellte  bisher  große  Anforderungen,  sie  werden  auch  in  Zukunft
nicht  kleiner  sein.  Aber  Ihr  Soldaten  der  ersten  Armee  werdet  sie  alle  standhaft  und  erfolgreich  überwinden
zum  Wohle  des  Vaterlandes,  und  zum  Ruhme  unseres  erhabenen  Kaisers  und  Königs.

Angesichts  der  überaus  trostlosen  traurigen  Lage  in  Serbien,  die  Cholera  wütet,  der  Hunger  tut  weh,  Ärztemangel
  für  Kranke  und  Verwundete  überall,  ging  der  Metropolit  Michael  nach  Petersburg  zum  Zaren  und
stellte  ihm  die  notwendige  Hilfsbedürftigkeit  in  Serbien  vor.  Er  erklärte  diesem,  daß  die  bis  jetzt  gewährte
Hilfe  ungenügend  sei.

Aus  Italien  wird  gemeldet,  Durazzo  und  Cattaro  befinden  sich  von  Seiten  englischer  und  französischer
Kriegsschiffe  in  Blockadestellung.

Der  Marine-Jugendverein  in  Hamburg  erläßt  unter  Genehmigung  und  Befürwortung  des  kommandierenden
  Generals  von  Röhl  und  Generalleutnante  von  Borries  einen  Aufruf  zur  Bildung  einer  Marine-Jugendwehr
  im  Bereiche  des  9.  Armeekorps.

Wien,  10.  September.  Bürgermeister  Weißkirchner  richtete  on  den  deutschen  Botschafter  von  Tschirschky
und  Bögendorff  ein  Schreiben,  worin  es  heißt:  Das  schreckliche  Schicksal  der  Bewohner  Ostpreußens,  die
während  der  vorübergehenden  Besetzung  durch  die  russischen  Truppen  unter  furchtbaren  Greueltaten  und  Verwüstungen
  der  barbarischen  Kosakenhorden  schwer  zu  leiden  hatten,  rief  auch  in  unseren  für  die  Brüder
im  Deutschen  Reiche  treuschlagenden  Herzen  das  tiefste  Mitleid  hervor.  Die  Gemeinde  Wien,  die  an  dem  traurigen
Lose  der  schwergeprüften  Bewohner  Ostpreußens  den  wärmsten  Anteil  nimmt,  will  auch  zur  Linderung  der
Not  und  des  Elends  ihr  Scherflein  beitragen  und  widmet  zu  diesem  Zwecke  einen  Betrag  von  25000    Kronen.

Deutsch  sprechen.  Das  Straßburger  Gouvernement  verfügt  soeben:  der  Gebrauch  der  französischen
Sprache  öffentlich  ist  zu  unterlassen.  Zuwiderhandelnde  gelten  als  deutsch-feindlich  und  werden  dementsprechend
  behandelt.

Die  Zucht  des  deutschen  Gouvernements  in  Belgien  hat  es  nun  durchgesetzt,  daß  die  aushängenden  belgischen
  Fahnen  aus  Brüssel  verschwunden  sind.  Das  Zusammenarbeiten    mit  Polizei  und  deutschen  Truppen
ist  ein  gutes.  Nur  ein  einziger  Angriff  eines  Zvilisten  auf  einen  Posten  ist  vorgekommen.  Der  Täter  wurde
vom  Feldgericht  zum  Tode  verurteilt.

Die  Großfürstin  Alexandra  von  Rußland,  die  Schwester  des  Zaren,  traf  in  Stresa  am  Lago  maggiore
  ein.