unter  bemerkte  man  viele  unter  18  Jahren.  Das  Gesamtaussehen  war  gut,  sie  hatten  alle  trotz  der  Schmerzen
gesundes  frisches  Aussehen.  Nichts  schlappes!

Die  Times  meldet:  Der  Rücktritt  des  Generals  Beyer,  des  Oberbefehlshabers  der  südafrikanischen  Miliz,
versetzte  die  Regierung  in  eine  schwierige  Lage.  Es  besteht  eine  starke  Opposition  gegen  die  Offensivmaßnahmen
gegen  Deutsch-Südwest-Afrika  zwar  nicht  nur  bei  den  Anhängern  des  Generals  Herzog  sondern  auch  bei  einer
beträchtlichen  Anzahl  Buren,  die  sonst  die  Regierung  unterstützen,  namentlich  in  der  Oranjekolonie,  im  Transvaalbezirk,
  im  Bezirk  Lichtenberg  und  in  den  Grenzbezirken  der  Kapkolonie.  Die  Buren  sind  loyale  britische
Untertanen,  halten  aber  die  Offensive  gegen  Deutsch-Südwest-Afrika  für  unpolitisch,  unweise    und  überflüssig.

Lord  Kitcheners  Heeresvermehrung.  Daily  Chronicle  drückt  ihre  Unzufriedenheit  mit  den  Ergebnissen
der  Rekrutierung  aus  und  tadelt  die  Methoden  der  Rekrutierung.  Die  Erhöhung  der  Anforderungen  an  das
Körpermaß  erwecke  den  Anschein,  daß  Lord  Kicchener  mit  der  ersten  halben  Million  zufrieden  wäre,  tatsächlich
wolle  und  brauche  Kitchener  eine  ganze  Million.,  Aber,  wenn  er  sie  heute  erhielte,  könnte  er  sie  nicht  unterbringen,
  bekleiden,  ernähren  noch  ausbilden.

In  Galizien  herrscht  allgemeine  russische  Judenhetze.

In  einem  Telegramm  des  Reichskanzlers  an  den  deutschen  Generalkonsul  in  Zürich  heißt  es  über  die  Kämpfe
in  Ostpreußen:  Nach  vorläufigen  Schätzungen  sind  allein  bei  Tannenberg  und  in  den  masurischen  Seen  150000
Russen  umgekommen.  Die  Gesamtzahl  der  Gefangenen  übersteigt  300000,    wovon  über  die  Hälfte  Russen
sind.  Über  2000  Geschütze  aller  Art  wurden  erbeutet.

Eine  große  Heldentat  haben  unsere  Matrosen  wieder  verbracht,  die  sich  in  der  Geschichte  würdig  an  die
vorhergegangenen  anschließt.

Das  Unterseeboot  U.  9.  mit  einer  Besatzung  von  ca.  20  Mann  schoß  in  der  Nordsee  die  englischen
Panzerkreuzer  Aboukir,  Hogue  und  Cressy  in  den  Grund.  An  1600  Mann  gingen  unter,  während  ca.
600  Mann  gerettet  werden  konnten.  Das  Unterseeboot  U.  9.  kam  mit  seiner  ganzen  Mannschaft  unversehrt  zurück.

Als  erster  Offizier  flel,  wie  amtlich  bestätigt  wird,  bei  der  Verteidigung  Tsingtaus  der  zweite  Sekretär
der  Gesandtschaft  in  Peking,  Freiherr  von  Riedesel  zu  Eisenbach,  Leutnant  des  3.  Gardeulanenregiments.

Anläßlich  des  70.  Geburtstages  des  Herzogs  von  Cumberland  fand  zwischen  diesem  und  Kaiser
Wilhelm  ein  herzlicher  Telegrammwechsel  statt,  in  welchem  gegenseitig  der  Wunsch  ausgesprochen  wird,  daß
Gott  in  Gnaden  mit  uns  sein  und  bleiben  möge.

13  englische  Feldgeschütze  wurden,  aus  Altona  kommend,  in  Berlin  vor  dem  königlichen  Schloß
aufgestellt.  Gleichzeitig  trafen  vom  östlichen  Kriegsschauplatz  zwei  weitere  russische  Fahnen  ein.

Im  Westen  nimmt  der  Kampf  den  Charakter  einer  Belagerung  an.  Schwere  Geschütze  werden  einander
gegenübergeskellt.  Daß  es  viele  schwere  Opfer  auf  beiden  Seiten  gekostet  hat,  dafür  geben  die  täglich  eintreffenden
großen  Transporte  von  Verwundeten  auf  beiden  Seiten  das  sprechendste  Zeugnis.

Ein  feindlicher  Flieger  kam  bis  nach  Düsseldorf,  wo  er  in  der  Nähe  der  Luftschiffhalle  zwei  Bomben
warf,  die  keinen  wesentlichen  Schaden  anrichteten.

Irrtümlich  fiel  heute  morgen  aus  einem  sehr  hoch  über  der  Stadt  schwebenden  Flugzeug  eine  Bombe  auf
die  holländische  Stadt  Maastricht.

23.  September.

Wie  uns  von  amtlicher  Stelle  mitgeteilt  wird,  ist  der  Verlust  des  englischen  Kreuzers  Pathfinder,  der
am  5.  September  vor  dem  Firth  of  Forth  unterging,  ebenfalls  auf  ein  deutsches  Unterseeboot  zurückzuführen.
Es  war  dies  U.  21.  Kommandant  Oberleutnant  zur  See,  Hersing.  U.  21  ist  unbeschädigt  geblieben.

Interessant  ist,  was  ein  Augenzeuge  von  dem  Hergang  der  Vernichtung  der  drei  Panzerkreuzer  berichtet:

Klares  Wetter  herrschte,  nordwestlich  von  Hök  van  Holland,  als  U.  9  unter  Führung  des  Kapitänleutnants
Otto  Weddigen  in  der  Frühe  des  gestrigen  Morgens  auf  seiner  Patrouillenfahrt  plötzlich  die  drei  englischen
Panzerkreuzer  Aboukir,  Hogue,  Cressy  vor  sich  auftauchen  sah,  die  zu  dem  7.  englischen  Kreuzergeschwader
gehören  (das  ganze  Geschwaber  besteht  aus  sechs  Panzerkreuzern).  Die  Gelegenheit  ist  günstig,  dem  Feinde

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