der  anscheinend  nichts  ahnt,  unbemerkt  auf  den  Leib  zu  rücken.  Es  ist  etwa  sechs  Uhr  morgens.  Plötzlich  erhält
Aboukir  einen  gewaltigen  Stoß  und  fünf  Minuten  später  sinkt  das  Schiff,  das  über  12  ooo  Tons  Wasserverdrängung
  und  über  800  Mann  Besatzung  hat,  in  die  Tiefe.  Ist  es  auf  eine  Mine  gestoßen?  Noch  wissen  es  die
Engländer  nicht,  aber  sie  fürchten  es,  denn  gleich  darauf  ereilt  den  Kreuzer  Hogue  dasselbe  Schicksal.  Sofort
werden  Boote  ausgesetzt  und  Cressy  ist  bemüht,  die  Überlebenden  aufzufischen.  Kein  Feind  ist  inzwischen  ringsum
zu  sehen.  Zwei  Stunden  vergehen  mit  der  Bergungsarbeit.  Da  plötzlich  erhält  auch  Cressy  einen  gewaltigen
Stoß  und  versinkt  gleichfalls  in  die  Tiefe.  Nun  zweifeln  die  Engländer  nicht  mehr,  daß  ein  deutsches  Unterseeboot
  in  der  Näbe  ist  und  daß  die  drei  Panzer  von  deutschen  Torpedos  in  Grund  gebohrt  wurden.  Nun  beginnt
die  wilde  Jagd  auf  u.  9.  Aber  es  ist  dem  U.  9  gelungen,  mit  der  ganzen  Bemannung  unversehrt  zurückzukehren.


Zur  Besatzung  des  U.  9  gehört:  Kapitänleutnant  Otto  Weddigen,  Kommandamt,  Oberleutnant  zur  See
Stieß,  Marine-Ingenieur  Schön,  Ober-Steuermann  Träbert,  Obermaschinist  Heinemann,  Bootsmannsmaate
Schoppe  und  Höer,  Matrosen  Geist,  Rosemann,  Schenker,  Schuls,  Obermaschinistenmaate  Marlow,  Stellmacher
und  Hinrichs,  Maschinistenmaate  März,  Reichardt,  Obermaschinistenanwärter  Wollenberg,  von  Koslowski,
Oberheizer  Schüschke,  Eisenblätter,  Heizer  Karbe,  Schober,  Lied,  Köster,  Vollstedt,  Funkenheizer  Sievers.  Zusammen
  26  Mann.

Die  Bemannung  der  drei  englischen  Panzerkreuzer  bestand  insgesamt  aus  3722  Mann,  von  denen  780  Mann
gerettet  worden  sind.

Der  Kampf  im  Westen  und  Osten,  sowie  bei  den  Österreich-Ungarn  steht.  Aber  die  Lage  wird  immer  als
sehr  günstig  geschildert.  Einzelheiten  fehlen  seit  14  Tagen.  Es  geht  schon  in  die  dritte  Woche,  daß  wir  nichts
Positives  vernommen  haben.  Doch  wir  müssen  uns  gedulden,  denn  unsere  Heeresleitung  weiß  was  sie  zu
tun  hat  und  darf  das  Vertrauen  zu  derselben  durch  das  lange  Warten  nicht  erschüttert  werden.

4389576000      Mark  Kriegsanleihen  sind  im  Deutschen  Reiche  gezeichnet  worden.  Diese  Zahl  spricht
genügend  dafür,  daß  Deutschland  den  Kampf  auch  in  pekuniärer  Weise  aushält.

Die  Beschießung  von  Reims  mit  seiner  herrlichen  Kathedrale  möchten  unsere  Feinde  gerne  uns  in  die
Schuhe  schieben  und  die  eventl.  Vernichtung  der  Kathedrale  auf  unser  Schuldkonto  setzen.  Doch  selbst  unsere
Gegner  geben  zu,  daß  nachdem  zuerst  Reims  als  Festung  ohne  Handstreich  geräumt  war  und  es  nachher  wieder
von  den  Frangzosen  besetzt  wurde,  die  französische  Artillerie  sich  mit  der  Infanterie  hinter  der  Kathedrale,  gleichsam
  Schutz  suchend,  aufgestellt  hätten  und  obschon  sie  die  weiße  Fahne  auf  der  Kathedrale  gehißt  hatten,  weiter
auf  uns  schossen,  wir  gezwungen  waren,  uns  zu  verteidigen  und  das  Feuer  zu  erwidern.  Somit  sind  die  Franzosen
  selbst  für  jeden  zugefügten  Schaden  verantwortlich  zu  machen.  Das  genügt  uns;  im  übrigen  ist  es  Krieg
und  sind  wir  Deutschen  gewiß  diejenigen,  welche  Kunstschätze,  Bauten  und  dergl.  besser  schützen  und  hüten,
als  unsere  Feinde.  Wir  wollten  sehen,  wenn  die  Feinde  zu  uns  gekommen  wären,  wie  die  gehaust  hätten.  Doch
damit  dürfte  die  Angelegenheit  Reims  und  Löwen  für  uns  erledigt  sein.

Amtlich  wird  uns  gemeldet:  Bei  einem  Obersten  der  Heeresleitung  liegt  folgende  Meldung  eines  Infanterieregiments
  vor.

Bethencourt,  10.  September.  Am  8.  September  wurden  zwei  Automobile  mit  Verwundeten,  die  die
Genfer  Flagge  führten,  im  Foret  Domaniale  von  einer  französischen  Radfahrerabteilung  unter  Führung  eines
Offiziers  überfallen.  Die  Verwundeten  und  der  Führer  wurden  ermordet  und  beraubt,  nur  zwei  Mann  entkomen
  und  machten  diese  Angaben  ihrem  Stabsarzt,  der  sie  in  Goudreville  der  Sanitätskompagnie  übergab.

Der  Stellvertreter  des  Reichskanzlers,  Staatssekretär  Dr.  Delbrück,  ließ  dem  Senat  folgendes  Schreiben
zugehen:

Mit  großer  Befriedigung  habe  ich  von  dem  Beschlusse  des  Senats  der  Bürgerschaft  Hamburgs  vom
29.  August  1914  betr.  Bewilligung  von  200000    Mark  zur  Unterstützung  der  vom  Kriege  betroffenen  ostpreußischen
  Bevölkerung  Kenntnis  genommen.  Ich  beehre  mich,  dem  Senat  und  der  Bürgerschaft  Hamburgs  für
die  in  dieser  hochherzigen  Spende  zum  Ausdruck  kommende  Betätigung  nationaler  Zusammengehörigkeit  und
Opferwilligkeit  den  wärmsten  Dank  im  Namen  der  Reichsleitung  auszusprechen.

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