Das  Regiment  Bremen  hat  in  der  Schlacht  an  der  Aisne  1000  Gefangene  gemacht.  Bürgermeister  Stadtländer
  in  Bremen  erhielt  vom  kommandierenden  General  des  9.  Armeekorps  folgende  Mitteilung:

Euerer  Magnifizenz  freue  ich  mich,  mitteilen  zu  können,  daß  das  Regiment  Bremen  gestern  an  der  Aisne
im  Verbande  des  Armeekorps  siegreich  gefochten  und  1000  Gefangene  gemacht  hat.  von  Quast,  General  der
Infanterie  und  kommandierender  General.

Ferner  telegraphierte  der  Divisionskommandeur  Generalleutnant  von  Bauer:  Dem  Hohen  Senat  kann
ich  zu  meiner  großen  Freude  mitteilen,  daß  sich  das  Regiment  Bremen  in  allen  Gefechten  glänzend  bewährt  hat.
Mons,  Estournay  und  Hampeel  sind  Ehrentage  des  Regiments.

24.  September.

Nach  einem  Bericht  des  Vizeadmirals  Patey  von  der  australischen  Marine  beftätigt,  daß  das  englische
Unterseeboot  A.E.  1.,  eines  der  größten  und  modernsten  Unterseeboote  der  englischen  Marine,  mit  84  Offizieren
und  Mannschaften  gesunken  ist.  Es  hatte  vier  Torpedorohre  und  2  Kanonen  an  Bord.  A.  E.  1.  gehörte  zu
der  für  Australien  gebauten  Flotte.

Nach  Berichten  aus  Konstantinopel  verschärft  sich  die  feindliche  Stimmung  der  Bevölkerung  gegen  den
Dreiverband  Rußland,  England  und  Frankreich.

Von  allen  Seiten  laufen  Beschwerden  über  die  schlechte  Beförderung  der  Feldpost  ein  und  sind  dem  Kriegsministerium
  neue  Vorschläge  zur  Verbesserung  unterbreitet  worden.

Bie  jetzt  sind  in  diesem  Kriege  an  38000    Eiserne  Kreuze  1.  und  2.  Klasse  verliehen  worden.  Ein  äußerst
glänzendes  Zeugnis  für  die  Tapferkeit  unserer  Truppen  zu  Lande  und  zur  See.

Generalleutnant  Wilhelm  von  Harbou,  ein  alter  31  er,  bisher  Inspekteur  der  Landwehrinspektion  in
Dortmund,  ist  an  schweren  Wunden  im  Lazarett  des  Gardekorps  in  Laon,  geschmückt  mit  dem  Eisernen  Kreuz,
verstorben.

Ein  Hamburger  Seewehrmann  hat  am  8.  September  dem  Senat  von  Hamburg  seinen  Dank  dafür  ausgesprochen,
  daß  die  Unterstützungen  der  Familien  sehr  wesentlich  erhöht  worden  sind.  Er  schreibt,  es  hat  uns
mit  besonderer  Freude  erfüllt,  daß  für  unsere  Familien  so  außerordentlich  gut  gesorgt  wirb.  Wir  sehen  den
für  uns  schweren  Tag  mit  frohem  Herzen  entgegen,  da  wir  solche  freudige  Mitteilung  von  unseren  Familien
erhalten  haben.  Im  Namen  meiner  vielen  Kameraden  im  Felde  spreche  ich  unseren  aufrichtigen  und  herzlichen
  Dank  aus  und  wir  sind  überzeugt,  nur  als  Sieger  in  unsere  liebe  und  schöne  Stadt  Hamburg  zurückzukehren.


Wiederum  traf  ein  Verwundeten-Transport  mit  185  Mannschaften  hier  ein.  Auch  26  Offziere  befanden
sich  dabei.  Nachdem  sie  mit  Liebesgaben  und  Blumen  bedacht,  gelabt  und  erquickt  worden,  brachten  sle  Wagen
und  Automobile  nach  verschiedenen  hiesigen  Lazaretten.

Amtlich  wird  vom  Großen  Hauptquartier  gemeldet:  Auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatze  sind  heute  im
allgemeinen  keine  wesentlichen  Ereignisse  eingetreten.  Einzelne  Teilkämpfe  waren  den  deutschen  Waffen  günstig.
Aus  Belgien  und  vom  östlichen  Kriegsschauplatz  ist  nichts  Neues  zu  melden.

Aus  Kalkutta  meldet  das  Reuterbureau:  Der  deutsche  Kreuzer  Emden  erschien  vor  Madras  (an
der  Südostküste  Indiens  am  Golf  von  Bengalen)  und  schoß  zwei  Ölbehälter  in  Brand.  Die  englischen  Forts
beantworteten  das  Feuer.  Emden  löschte  seine  Lichter  und  verschwand  in  der  Dunkelheit.

Aus  Sidney  meldet  der  Daily  Telegraph,  daß  die  deutsche  Station  auf  der  Insel  Nauru  im  großen  Ozean
zerstört  und  die  englische  Flagge  gehißt  wurde.  Dem  deutschen  Stationsleiter  und  seinem  Personal  wurde
zu  bleiben  erlaubt.  Die  Deutschen,  fügt  das  Blatt  hinzu,  besitzen  jetzt  keine  drahtlose  Station  mehr  im  Stillen
Ozean.

Der  Petit  Parisien  bringt  einen  Artikel  des  Oberstleutnante  Rousset,  in  dem  dieser  unter  Hinweis  auf
die  sehr  starken  Stellungen  und  die  vorzüglichen  Befestigungsarbeiten  der  Deutschen  einen  sehr  langsamen
Fortschritt  der  Schlacht  voraussagt.  Die  nächtlichen  Angriffe  der  Deutschen  seien  trotz  der  Ermüdung  der
Soldaten  unstreltig  geschickt.

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