Die  Garnison  von  Gibraltar,  die  aus  einem  kriegsstarken  Bataillon  schottischer  Füsiliere  bestand,
ist  von  einem  englischen  Dampfer  abgeholt  worden,  um  nach  Frankreich  gebracht  zu  werden.

Die  Times  stellt  auf  Grund  der  englischen  Verlustliste  fest,  daß  die  Engländer  bisher  rund  1100  Offiziere
an  Toten,  Verwundeten  und  Vermißten  verloren  von  einem  Gesamtbestand  von  3000  Offizieren.  Von
den  Kreuzern  Aboukir,  Hogue  und  Cressy  ertranken  zusammen  60  Offiziere.

Ein  um  11  Uhr  abends  veröffentlichtes  Communiqué  aus  Paris  lautet:  1.  Auf  unserem  linken  Flügel
in  der  Gegend  nördlich  von  Royon  hatten  unsere  Vortruppen  gegen  überlegene  feindliche  Streitkräfte  einen
Mißerfolg,  und  waren  am  Vormittag  gezwungen,  zurückzugehen.  Als  indessen  neue  Kräfte  hinzugekommen
waren,  nahmen  diese  Truppen  den  Kampf  wieder  auf.  Die  Schlacht  in  dieser  Gegend  nimmt  einen  besonders
heftigen  Charakter  an.  2.  Im  Zentrum  hat  sich  nichts  neues  ereignet.  3.  Auf  unserem  rechten  Flügel  dauert
der  Kampf  fort.  Auf  den  Höhen  der  Maas  konnten  deutsche  Streitkräfte  bis  St.  Mihiel  vorrücken.  Sie
vermochten  aber  nicht,  die  Maas  zu  überschreiten.  (Das  ist  aber  inzwischen  geschehen.)

Dieses  Bekenntnis  des  amtlichen  Communiquc  dürfte  genug  sagen.

Der  Aufruf  für  das  Regiment  Hamburg  brachte  bis  heute  94761,50  Mark  und  außerdem  viele  Liebesgaben.


Die  Hamburgische  Kriegshilfe  brachte  bis  heute  die  Summe  von  2019767,17      Mark  und  das  Rote
Kreuz  in  Hamburg  1672869,11      Mark.

28.  September.

Amtlich  meldet  das  Große  Hauptquartier,  daß  die  Lage  auf  den  verschiebenen  Kriegsschauplätzen  heute
unverändert  blieb.

Nach  der  Kölner  Zeitung  haben  österreichischungarische  Strandbatterien  an  der  dalmatinischen  Küste
ein  französisches  Kriegsschiff  vernichtet  und  zwei  weitere  schwer  beschädigt.

Das  Reuterbureau  meldet:  Lüderitzbucht  ist  am  19.  September  von  den  südafrikanischen  Truppen  besetzt
worden.  Die  deutsche  Besatzung  hatte  sich  am  18.  September  zurückgezogen,  indem  sie  die  Eisenbahnen  zerstörte.
  Auch  die  Funkenstation  sei  zerstört  worden.

Die  in  Schweden  umlaufenden  Gerüchte,  daß  es  englischen  Unterseebooten  gelungen  sei,  in  die  Ostsee
einzudringen,  —  was  nur  unter  Verletzung  der  dänischen  Neutralität  hätte  geschehen  können,  —  werden
von  dänischer  Seite  aus  als  vollkommen  unwahr  gekennzeichnet.

Der  Daily  Telegraph  erhält  von  seinem  Kriegsberichterstatter  eine  Beschreibung  der  deutschen  Verteidigungswerke
  an  der  Aisne  folgenden  Inhaltes:  Die  Deutschen  haben  außer  den  natürlichen  Schwierigkeiten
des  Landes,  die  ein  Vordringen  der  Verbündeten  verhindern,  auch  den  Vorteil  eines  furchtbaren  Verteidigungswerkes,
  nämlich  die  Steingruben  von  Laigne  bis  Compiegne.  Diese  Gruben  liefern  weißen  harten  Stein,
der  für  bedeutende  Bauwerke  gebraucht  wird.  Aus  den  Gruben  ist  ein  Festungswerk  geworden.  Diese  Befestigungen
  anzugreifen,  ist  unmöglich.  Sie  zu  bombardieren  nur  Zeitverlust.  Die  französischen  Geschosse  haben
gegen  diese  Felsen  keine  Wirkung.  Die  Verbündeten  sind  also  gegen  diese  Deutschen  machtlos  und  müssen  sich
mit  Belagerung  begnügen.

Hans  plaudert:

Paris  hat  wieder  einmal  Bombengrüße  von  oben  berab  erhalten.  Ein  Eindecker  hat  unter  dem  Schutze
des  Nebels  in  der  Umgebung  des  Eiffelturmes  Bomben  geworfen,  die  einen  Mann  und  eine  Frau  töteten.

Die  verbündeten  Spitzbuben  und  Vagabunden,  das  hübscheste  Kleeblatt,  das  man  je  gefunden  hat,  werden
nun  unter  sich  mißtrauisch.  Belgien,  Frankrrich  und  Rußland  lernen  nun  nach  und  nach  einsehen,  daß  der
abgefeimte  Engländer  sie  an  der  Nase  herumführt  und  möglichst  den  Krieg  in  die  Länge  ziehen  möchte,  um  diese
abzuschwächen  und  wenn  dies  dann  der  Fall,  seine  drei  Bundesgenossen  am  Schnürchen  nach  seiner  Pfeife
tanzen  lassen  könnte.

Die  Ältesten  der  Kaufmannschaft  in  Berlin  hatten  den  Staatssekretär  des  Reichsmarineamts
von  Tirpitz  zu  dem  Erfolg  von  U.  9  beglückwünscht.  Großadmiral  von  Tirpitz  antwortete  darauf:  Das  Er-88

