ein.  Die  zwischen  Verdun  und  Toul  operierende  Armee  hat  den  Auftrag,  die  Sperrfortlinie  zu  durchbrechen.
Trotz  der  schweren  französischen  Artillerie  wurde  der  Gegner  geworfen  und  zum  Ruͤckzug  gezwungen.

Am  Rande  der  Cote  Lorraine  leistete  der  Gegner  starken  Widerstand.  Er  griff  die  Waldwege  von  Lionville,
  südöstlich  von  St.  Mihiel,  am  südöstlichen  Ende  des  Fôret  d'Apremont  und  die  von  Verdun  in  der  Flanke
an.  Unsere  Truppen  haben  aber  gründlich  reine  gemacht,  so  daß  von  Verdun  her  wohl  kaum  noch  Angriffe  zu
erwarten  sind.

Die  Hauptangriffe  in  der  Front  waren  auf  die  Forts  Trovon,  les  Paroches,  du  Camp  des  Romains,
de  Lionville  gerichtet.  Unsere  schwere  Artillerie  brachte  sie  in  24  Stunden  zum  Schweigen.  Das  Fort  du
Camp  des  Romains  wurde  im  Sturm  genommen,  die  Maas  bei  St.  Mibiel  überschritten.  Somit  ist  das  als
uneinnehmbar  bezeichnete  Sperrfort  in  unsere  Hände  gefallen.  Etwa  500  Mann,  darunter  ein  General,  6  Offiziere
  wurden  zu  Gefangenen  gemacht.  Den  Offizieren  wurden  die  Degen  belassen,  die  Mannschaften  wurden
entwaffnet  und  zur  Gefangenen-Sammelstelle  gebracht.  Auf  belgischem  Gebiete  haben  die  Deutschen  außer
Mecheln  verschiedene  Dörfer  in  der  Nähe  Antwerpens  besetzt.

Deutsche  Truppen  sind  bis  auf  einige  Kilometer  von  Turnbout  vorwärts  gezogen.  Von  drei  Seiten
rücken  die  Deutschen  nach  Antwerpen  vor:  im  Westen  bei  Aalst,  das  von  den  Bewohnern  verlassen  ist,  und
Dendermonde  im  Süden  aus  der  Richtung  Mecheln,  während  sie  im  Osten  versuchen,  den  Vorzug  bei  Turnhout
  zu  erzwingen.

Aus  Rotterdam  wird  gemeldet:  Am  Sonntag  um  7  Uhr  erschien  eine  starke  deutsche  Truppenmacht  mit
Artillerie  in  Moll  und  noch  kurzem  Scharmützel  zogen  sich  die  Belgier  zurück.  Um  Montag  marschierten  die
Deutschen  in  der  Richtung  Herenthal  (zwischen  Moll  und  Antwerpen)  weiter,  nachdem  sie  die  Eisenbahn
gesprengt  hatten.  Moll  ist  nicht  zerstärt,  nur  das  Bahnhofsgebäude  ist  beschädigt.

Aus  Zürich  wird  gemeldet,  daß  englische  Zeitungen  über  die  Verluste  der  Russen  in  Galizien  berichten.
Sie  schreiben  offen,  daß  die  russische  Heeresleitung  die  Größe  der  österreichischen  Armee  verkannte,  und  ihren
Irrtum  auf  dem  galizischen  Schlachtfelde  mit  dem  Leben  von  hunderttausend  Russen  bezahlen  mußte.

Aus  Tokio  wird  gemeldet,  daß  die  Japaner  in  den  ersten  vier  Wochen  in  den  Kämpfen  um  Tsingtau
312  Tote  gehabt  und  neun  Flugzeuge  verloren  haben.  Dies  wird  auch  durch  die  Agence  Havas  verbreitet.

Die  Wiener  Neue  freie  Presse  veröffentlicht  eine  Zuschrift  des  Chefs  der  Obersten  Verwaltung  des  Herzogs
von  Cumberland,  Freiherrn  von  Wense,  in  der  dieser  die  Nachricht,  daß  laut  Erklärung  des  englischen  Schatzkanzlers
  im  Parlament  die  Zahlung  der  der  Großherzogin  von  Mecklenburg-Schwerin,  der  Tochter  des  Herzogs
von  Cumberland  bisher  gewährten  Jahreerente  von  60000  Mark  aufgehoben  wurde,  als  unwahr  bezeichnet,  da
weder  der  Herzog  noch  dessen  Kinder  jemals  eine  Apanage  oder  Jahresrente  aus  englischen  Mitteln  bezogen  haben.

Am  2.  Oktober  vollendet  der  Generaloberst  von  Hindenburg  sein  67.  Lebensjahr.  Das  deutsche  Volk  wird
seiner  mit  den  herzlichsten  Wünschen  gedenken.

Aus  Antwerpen  wird  gemeldet:  Beim  Fort  Waelhem  sprengten  die  Deutschen  das  Pulvermagazin.
Die  Trinkwasserwerke  sind  zerstört.  Die  Deutschen    halten  Lier  und  Herenthal  besetzt.

Ein  Zuavenoffizier  erzählte  dem  Korrespondenten  des  Daily  Mail,  daß  eine  Brigade  von  8000  Zuaven
in  ein  deutsches  Maschinengewehrfeuer  geraten  sei  und  bis  auf  1000  Leichtverwundete  aufgerieben  worden  sei.

Der  Matin  lügt  seinen  Franzosen  wieder  einmal  etwas  vor.  Er  meldet  über  die  Wegnahme  eines
42  Zentimetermörsers  einer  österreichischen  Motorbatterie  und  64  deutschen  Eisenbahnwagen.  Diese  Meldungen
  beruhen  natürlich  auf  vollständig  freier  Erfindung.

Erzherzog  Friedrich  und  seine  Gemahlin  haben  unter  anderem  2000  Kronen  für  das  Hilfskomitee
zur  Versorgung  der  Familien  von  eingerufenen  Reichsdeutschen  sowie  für  dasselbe  Komitee  mit  dem  Sitze  in
Brünn  weitere  2000  Kronen  gespendet.

Am  30.  September  wurden  die  Höben  von  Roye  und  Fresnoy  nordwestlich  von  Noyon  den  Franzosen
entrissen.  Südwestlich  von  St.  Mihiel  wurden  am  1.  Oktober  Angriffe  von  Toul  her  zurückgewiesen.  Die
Franzosen  hatten  dabei  schwere  Verluste.  —  Der  Angriff  auf  Antwerpen  schreitet  erfolgreich  fort.  —  Auf  dem
östlichen  Kriegsschauplatze  keine  Veränderungen.  (Amtlich.  Aus  dem  großen  Hauptquartier.)

Aus  Brüssel  wird  der  Nat.Ztg.  gemeldet,  der  deutsche  Generalgouverneur  habe  für  sämtliche  vor  Einzug

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