Die  völlige  Einschließung  Tsingtaus  ist  Tatsache  geworden.  Die  Japaner  und  ihre  Verbündeten  beschossen
  mit  einer  Linienschiffsdivision  zwei  deutsche  Küstenbatterien,  die  kräftig  antworteten.  Ein  Angriff
auf  die  vorgeschobenen  deutschen  Stellungen  wurde  unter  Einsatz  aller  Kräfte  beantwortet.  Von  österreichischer
Seite  wird  geschrieben.  Die  deutsche  Flotte  ist  stärker,  als  man  glaubt,  der  japanischen  Riesenflotte  gegenüber
  aber  ziffermmäßig  wenigstens,  zu  schwach;  das  mache  aber  nichts.  Gehauen  werden  die  Japaner,  daß
sie  es  sich  daran  werden  genug  sein  lassen.  Sollte  Tsingtau  der  ungeheuren  Übermacht  erliegen,  so  wird
auch  dieser  Kampf  im  fernen  Osten  ein  neues  Ruhmesblatt  für  unsere  Armee  in  der  Geschichte  dieses  Krieges
bilden  und  für  alle  Zeiten  bleiben.

Aus  Athen  wird  geschrieben:  In  der  gestrigen  Rede  in  der  Kammer  sagte  der  Ministerpräsident  Venizelos,
auch  die  öffentliche  Meinung  habe  die  Regierung  in  ihrem  Bestreben,  die  Neutralität  aufrechtzuerhalten  unterstützt,
  nicht  aber  die  Presse.

Die  Muselmanen  in  Dschakkova,  Ipek,  Prizrend,  Usküb  und  Katschanik  haben  gegen  dle  Serben  die  Waffen
erhoben  und  hätten  3  Divisionen  gebildet.  Die  Serben  hätten  den  etwa  80000    Mann  starken  Albanesen
3  Bataillone  entgegengesandt.  Diese  seien  von  den  Albanesen  umzingelt  und  zwei  Bataillone  aufgerieben
worden.  Ein  Albanesenführer  hätte  mit  20000    Mann  die  Stabt  Usküb  zur  Übergabe  aufgefordert.  Die  Albanesen
  in  Monastir  hätten  sich  eng  mit  den  Bulgaren  von  Monastir  und  Rezna,  die  von  dem  Bandenchef  Petkow
  geführt  würden,  verbündet.  Bulgarische  Banden  haben  den  Belgioctaplatz  besetzt,  um  den  Durchmarsch
  der  Epiroten  nach  Mazedonien  zu  verhindern.

Der  russische  Gesandte  Sawinski  in  Sofia  hat  im  Namen  seiner  Regierung  um  die  Bewilligung  der  Durchfuhr
  von  Kriegsmaterial  für  Serbien  über  Bulgarien.  Der  bulgarische  Ministerrat  beschloß,  das  Ersuchen
mit  Bezug  auf  Artikel  2  der  Haager  Konvention  abzuweisen,  sowie  mit  der  Begründung,  daß  Bulgarien
auch  weiterhin  strenge  Neutralität  bewahren  werde.

Der  russische  militärische  Sachverstänbige,  Oberst  Schumski,  äußert  sich,  daß  Polen  dazu  bestimmt  sei,
der  Schauplatz  der  größten  Schlacht  dieses  Krieges  zu  werden.  Die  Absicht  der  Deutschen  sei,  die  Russen  zu
zwingen,  entweder  Galizien  zu  räumen,  oder  eine  entscheidende  Schlacht  zu  liefern.  Soweit  aber  vorauszusehen
  sei,  werden  aber  die  Russen  diesen  Zusammenstoß  vermeiden.  Jedenfalls  sei  die  Ausführung  des  neuen
und  großartigen  Planes  der  Entscheidungeschlacht  nicht  mehr  ferne.

Der  Berichterstatter  sagt  weiter:  Die  Deutschen  zeigen  große  Kampflust.  Sie  versuchen  Ossowice
zu  erobern,  das  am  anderen  Flügel  der  Front  liegt.  Anscheinend  haben  die  Deutschen  das  Vertrauen,  daß  sie
in  der  Schlacht  siegen  werden.  (Darin  mag  sich  der  Herr  Oberst  wohl  nicht  täuschen.)

Der  frühere  Chef  des  Generalstabs  des  Gardekorps,  Generalmajor  Voigts-Rhetz,  der  bis  jetzt  Chef
des  Stabes  des  Generalquartiermeistere  war,  ist  zum  Generalquartiermeister  ernannt  worden.  An  seine  Stelle
tritt  der  könglich  bayrische  Generalmajor  Zöller.

Herzog  Karl  Eduard  von  Sachsen-Koburg-Gotha  telegraphierte  an  die  Herzogin:  Bin  sehr  glücklich,
erhielt  heute  morgen  Eisernes  Kreuz  erster  und  zweiter  Klasse,  das  ich  der  Tapferkeit  meiner  Landeskinder
verdanke.

Als  erster  der  Münchener  Künstlerschaft  erhielt  Bildhauer  Freiherr  von  Mauchenheim  genannt  Pechtoltsheim,
  als  Oberleutnant  das  Eiserne  Kreuz.

Der  Großherzog  von  Baben  beschloß,  zum  Zeichen  besonderer  Anerkennung  für  ausgezeichnetes  Verhalten
  vor  dem  Feinde  die  Verleihung  des  Verdienstkreuzes  vom  Zähringer  Löwen  am  Bande  des  militärischen
Karl  Friedrich-Ordens.

Über  Antwerpen  wird  gemeldet:  Die  Forts  Koningshoykt  und  Waelhem  sowie  die  Reboute  Booschbeek
  sind  genommen,  ferner  30  Geschütze  im  freien  Felde  erobert.

Aus  amtlichen  französischen  Berichten  geht  herver,  daß  General  Kluck,  dank  seiner  beträchtlichen  Verstärkungen,
  die  den  Franzosen  abgerungenen  Höhenstellungen  von  Roye  und  Fresnoye  le  roye  sehr  erfolgreich
  auszunutzen  verstand,  so  daß  der  vom  französischen  linken  Flügel  beabsichtigt  gewesene  Vormarsch
nach  Nordosten  aussichtslos  geworden  ist.  Im  Woevre-Gebiet  müßten  die  Franzofen  erhebliche  Verstarkungen
  aus  Besancon  erwarten,  um  die  deutsche  Stellung  Thiancourt—St.  Mihiel  anzugreifen.

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