es  vergönnt  gewesen,  für  die  große  Sache  zu  bluten  und  der  ruhmreichen  Geschichte  des  Hauses  Wittelsbach
ein  neues  ebrenvolles  Blatt  einzufügen.  Deutschland  ist  stolz  auf  seine  Fürsten.

Die  englische  Admiralität  teilt  mit,  daß  sie  sich  gezwungen  sehe,  in  einzelne  Teile  der  Nordsee  Minen
zu  legen  und  warnt  die  neutralen  Schiffe  vor  dieser  Gefahr.

Der  rumänische  Kronprinz  hat  den  russisch-freundlichen  Elementen,  die  darauf  ausgingen,  den  König
zum  Abdanken  zu  zwingen,  klar  und  deutlich  geantwortet:  Er  werde  ben  rumänischen  Thron  nicht  besteigen,
wenn  die  Treibereien  der  Russophilen  den  König  zum  Rücktritt  veranlassen.

Aus  Paris  wird  gemeldet:  Die  Beschießung  von  Reims  dauert  nun  schon  neun  Tage.  Fast  alle  Einwohner
  verließen  die  Stadt.

Wie  die  deutschen  Kreuzer  arbeiten,  davon  zeugen  folgende  Meldungen:  Der  deutsche  Dampfer  Marie
traf  in  Callao  mit  der  Besatzung  des  Dampfers  Bankfield  ein,  der  an  der  Nordküste  von  Peru  durch  den
deutschen  Kreuzer  Leipzig  in  den  Grund  gebohrt  wurde.  —  Aus  Valparaiso  wird  gemeldet:  Der  deutsche
Kreuzer  Leipzig  hat  das  englische  Ölschiff  in  den  Grund  gebohrt.  Die  Mannschaft  des  Schiffes  wurde  in
Galapagos  an  Land  gesetzt.  —  Die  deutschen  Kreuzer  Scharnhorst  und  Gneisenau  haben  vor  Papeete
auf  Tahiti  das  kleine  Kanonenboot  Zelce  in  den  Grund  geschossen.  Auch  die  offene  Stadt  wurde  beschossen.


Auf  dem  westlichen  Kriegsschauplatz  geht  der  Kompf  am  rechten  Flügel  und  in  den  Argonnen  erfolgreich
  vorwärts.  Die  Operationen  vor  Antwerpen  und  dem  östlichen  Kriegsschauplatz  vollzieben  sich  planmäßig
  ohne  Kampf.  (Amtlich.)

Amtlich  wird  mitgeteilt:  Die  Russen  sind  in  zweitägigem  Kampfe  bei  Suwalki  am  1.  und  2.  Oktober
völlig  geschlagen.  Sie  haben  3ooo  Gefangene,  18  Geschütze,  darunter  eine  schwere  Batterie,  sowie  viele
Maschinengewehre  und  Pferde  verloren.

Die  Petersburger  Telegraphen-Agentur  meldet:  Der  Zar  hat  sich  zum  Kriegeschauplatz  begeben.

In  Antwerpen  herrscht  unbeschreibliche  Verwirrung.  Man  erhält  den  Eindruck,  als  seien  die  bürgerlichen
und  militärischen  Autoritäten  der  Lage  nicht  mehr  gewachsen.  Der  Flieger,  der  über  der  Stadt  erschien  und  vergeblich
  beschossen  wurde,  hat  großen  Schaden  angerichtet.  Er  warf  Proklamationen  herab,  worin  mitgeteilt
wird,  daß  sie  von  den  Franzosen  und  Engländern  betrogen  worden  seien  und  daß  die  ihnen  mitgeteilten  Siege
derselben  und  der  Russen  Lügen  der  belgischen  Presse  seien.  In  Antwerpen  liegen  fünf  Armeekorps.

Schon  wieder  ist,  wie  aus  Ostende  gemeldet  wird,  ein  englischer  Dampfer  und  zwar  Dawdon  von  Hull
nach  Antwerpen  fahrend,  in  der  Nacht  vom  2.  zum  3.  Oktober  auf  Minen  geraten  und  gesunken.

Die  Serben  und  Montenegriner  haben  ihre  Stellungen  auf  den  Romaniahöhen,  die  Serajewo
beherrschen,  räumen  müssen,  da  sie  der  österreichischen  Artillerie  nicht  Stand  halten  konnten.

Amtlich  wird  gemeldet:  Die  im  östlichen  Bosnien  eingedrungenen  serbischen  und  montenegrinischen  Kräfte
zwangen  uns,  in  diese  abseits  der  Hauptentscheidung  liegenden  Gebiete  mobile  Kräfte  zu  detachieren.  Die  erste
dort  eingeleitete  Aktion  hat  bereits  einen  erfolgreichen  Abschluß  gefunden.  Zwei  montenegrinische  Brigaden,
die  Spuska  unter  dem  Kommando  Bucovitsch  und  die  Zetzki  unter  General  Rajewitsch  wurden  nach  zweitägigem
  heftigem  Kampfe  vollkommen  geschlagen  und  auf  Foca  zurückgeworfen.  Sie  befinden  sich  in  panikartigem
  Rückzuge  über  die  feindliche  Grenze.  Ihren  ganzen  Train,  darunter  bedeutende  in  Bosnien  erbeutete
Vorräte,  mußten  sie  zurücklassen.  Bei  der  im  nördlichen  Abschnitt  eingeleiteten  Aktion  wurde  ein  komplettes
serbisches  Bataillon  gefangen  genommen.

Unser  Kaiser  hat  dem  Landwehrkorps  für  sein  tapferes  heldenmütiges  Verhalten  während  der  Kämpfe
vom  7.  ble  12.  September  in  Russisch-Polen  gegen  600  Eiserne  Kreuze  zweiter  Klasse  an  Offiziere  und
Mannschaften  verliehen.  

Die  belgische  Gesandtschaft  in  London  erhielt  vom  Ministerium  des  Äußeren  in  Antwerpen  die  Nachricht,
daß  die  Belgier  nach  hartnäckigem  fünftägigem  Widerstand  vor  dem  unwiderstehlichen  Angriff  der  deutschen
Artillerie  über  den  Fluß  Methe  zurückgehen  mußten.  Die  jetzige  Stellung  dort  sei  sehr  sark  und  man  werde
mit  aller  Kraft  Widerstand  leisten.