Aus  Anlaß  der  Erstürmung  des  Forts  des  Romains  hat  General  von  Höhn  folgenden  Tagesbefebl  erlassen:


Die  bayrische  6.  Infanterie-Division  mit  zugeteilter  preußischer  Fußartillerie  und  Pionieren  hat  heute
das  Sperrfort  bei  St.  Mihiel  im  Sturm  genommen.  Die  Fußartillerie  und  ein  Teil  der  Feldartillerie  hat  in
dreißigstündigem  Kampfe  vorgearbeitet.  Die  12.  Infanteriebrigade  mit  den  Pionieren  16  hat  in  dreistündigem
Kampfe  Stein  um  Stein,  Wall  um  Wall  das  Werk  erobert,  die  11.  Infanteriebrigade  mit  dem  Rest  der  Feldartillerie
  in  langem  schwerem  Kampfe  feindliche  Entsatzversuche  abgewiesen.  Fünf  Offiziere,  453  unverwundete
und  etwa  so  verwundete  Mannschaften  wurden  gefangen.  Der  Rest  der  Besatzung  liegt  tot  unter  den  Trümmern
und  in  den  Kasematten  des  Sperrforte.  Dank  Euch  allen!  Offizieren  und  Mannschaften,  für  diese  glänzende
Waffentat,  die  keiner  in  der  Kriegsgeschichte  nachsteht,  Ehre  aber  auch  dem  Andenken  der  Opfer,  die  wir  bringen
mußten.  Was  wir  und  sie  taten,  geschah  fürs  Vaterland,  geschah  für  unser  und  unserer  Kinder  und  Kindeskinder
  Glück  und  Dasein.

Der  Schweizer  Bundesrat  hat  nach  einer  Besprechung  mit  dem  Höchsikommandierenden  und  dem
Generalstabschef  beschlossen,  die  Mobilmachung  im  vollen  Umfange  weiter  aufrecht  zu  erhalten.

6.  Oktober.

Amtlich  wird  vom  Großen  Hauptquartier  gemeldet:  Vor  Antwerpen  sind  die  Forts  Kessel  und  Brösch
zum  Schweigen  gebracht.  Die  Stadt  Lierre  und  das  Eisenbahnfort  an  der  Bahn  Mecheln-Antwerpen
sind  genommen.

Auf  dem  rechten  Flügel  wurden  die  Kämpfe  erfolgreich  fortgesetzt.

In  Polen  gewinnen  die  gegen  die  Weichsel  vorgehenden  deutschen  Kräfte  Fühlung  mit  russischen
Truppen.

Nach  amtlicher  Meldung  ist  gestern  ein  auf  der  Werft  von  Fiat  in  Spezia,  Italien,  für  eine  fremde  Macht
erbautes  Unterseeboot,  das wegen  der  italienischen  Neutralikät  nicht  hatte  abgeliefert  werden  können,  bei
einer  Ausfahrt  zu  Versuchszwecken  mit  unbekannter  Bestimmung  davongefahren.

Aus  Zürich  wird  gemeldet,  daß  die  Franzosen  an  der  elsässischen  Grenze  am  1.  Oktober  aus  dem  Münstertal
in  der  Richtung  nach  Colmar  vorzudringen  versuchten.  Die  Deutschen  hatten  sich  bei  Stoßweiler  gut  verschanzt,
  ließen  die  französischen  Alpenjäger  bis  auf  ungefähr  dreißig  Meter  herankommen  und  eröffneten  dann
ein  vernichtendes  Feuer  auf  sie,  dem  nur  wenige  entgingen.  Donnerstag  und  Freitag  wurden  die  französischen
Stellungen  von  deutscher  Artillerie  beschossen.

Am  Sonnabend  wurde  auf  deutscher  Seite  Befehl  zum  allgemeinen  Angriff  gegeben.  Unaufbaltsam
stürmten  die  deutschen  Landwehrleute  die  hohen  Berge  hinan.  Zwischen  dem  weißen  und  schwarzen  See  kam
es  zum  entscheidenden  Gefecht.  Mit  großer  Mühe  hatte  man  deutsche  Artillerie,  darunter  schwere  Geschütze
hinaufgeschafft,  die  nun  ein  wirksames  Feuer  auf  die  befestigten  Stellungen  eröffneten.  Um  1  Uhr  nachmittags
begann  der  allgemeine  Rückzug  auf  französischer  Seite,  um  3½  Uhr  war  die  Schlucht  von  den  Deutschen
besetzt.

Der  kleine  holländische  Dampfer  Nieuwland  stieß  am  Sonnabend  auf  der  Fahrt  von  Goole  nach
Rotterdam  in  der  Nähe  der  Mündung  des  Humber  auf  eine  Mine  und  sank.  Die  Besatzung  wurde  gerettet.

Die  Montagsrevue  erfährt  von  verläßlicher  Seite,  daß  ein  Ultimatum  Englands  an  die  Türkei  unmittelbar
  bevorstehe.  Da  sich  die  Türkei  nicht  unterwerfen  wird,  sei  der  Kriegsausbruch  selbstverständlich.

Der  Obergespan  des  Marmaroser  Komitates  telegraphierte  an  die  Szatmarer  Behörden,  worin
er  die  erfreuliche  Nachricht  mitteilt,  daß  sich  die  russischen  Truppen  im  Rückzuge  befinden.  Die  österreichischen
ungarischen  Truppen  haben  sich,  nachdem  sie  Mamsziget  geräumt  haben,  in  eine  ausgezeichnete  Position
zurückgezogen,  und  warteten  dort  die  von  mehreren  Seiten  eintreffenden  Hilfskräfte  ab  und  gingen  dann  zur
Offensive  über.  Die  Schlacht  begann  für  die  Österreichisch-ungarischen  Truppen  günstig.

Die  kaukasische  Behörde  hat  gegen  die  Muselmanen  in  der  Umgebung  von  Batum,  Adjora  und
Tschuruksu,  die  sich,  indem  sie  sich  weigerten,  Militärdienste  zu  tun,  erhoben  hatten,  muselmanische  Truppen

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