entsandt,  die  mit  den  Aufständischen  gemeinsame  Sache  machten.  Die  Behörden  mußten  Artillerie  gegen
sie  entsenden  und  konnten  so  einigermaßen  ernstere  Zwischenfälle  verhüten.

Aus  Wan  wird  telegraphiert,  daß  die  persischen  Stämme,  die  zwischen  der  türkischen  Grenze  und  dem
Urmiasee  wohnen,  zu  den  Waffen  griffen,  um  die  dort  befindlichen  russischen  Truppen  zu  verjagen.  Die  Perser
griffen  die  Russen  bei  Nacht  an,  töteten  mehrere  und  besetzten  die  bisber  von  den  Russen  innegehabten  Gebiete.

Der  Großberzog  von  Mecklenburg-Schwerin  hat  dem  Kaiser  den  Militär-Verdienst-Orden  zweiter
und  erster  Klasse  als  Auszeichnung  im  Kriege  verliehen  und  hat  der  Kaiser  die  Annahme  telegraphisch  bestätigt
mit  folgenden  Worten:

An  den  Großherzog  von  Mecklenburg-Schwerin!  Königliche  Hoheit!  Ich  danke  Dir  herzlichst
für  die  Verleihung  des  Militär-Verdienst-Ordens  für  Auszeichnung  im  Kriege.  Ich  werde  diesen  auch
von  meinem  Vater  und  Großvater  getragenen  Orden  im  Andenken  an  die  bervorragende  Bravour  tragen,
mit  der  Deine  Landeskinder  überall  gekämpft  haben.  Ich  bitte  Dich,  Deinem  braven  Füsilier-Regiment
meinen  Gruß  zu  übermitteln.  Wilhelm  J.  R.

Herzog  Paul  Friedrich  von  Mecklenburg-Schwerin  ist  das  Eiserne  Kreuz  erster  Klasse  verliehen
worden.

Der  Budapester  Macyar  Hirlap  meldet,  daß  die  Abdankung  Peter's  von  Serbien  beschlossene  Sacht
sei.  Er  werde  über  laufende  Dinge  weder  informiert,  noch  zeige  er  Interesse  dafür.  Er  ist  in  ein  kleines  Dorf
übergesiedelt  und  verbringt  die  Zeit  in  völliger  Apathie.

König  Ludwig  besichtigte  am  Montag  wieder  ein  abmarschierendes  Landsturm-Bataillon.  Er  verabschiedete
  sich  mit  herzlichen  Worten  von  seinen  lieben  Landsturmleuten,  um  dann  fortzufahren:  Wir  führen
einen  schweren  Kampf  gegen  die  ganze  Welt,  aber  eines  haben  wir  erreicht.  Wir  sind  niemals  geschlagen  worden
und  wir  werden  auch,  so  Gott  will,  nicht  geschlagen  werden.  Der  Krieg  kann  noch  lange  dauern,  wir  werden
aber  nicht  ruhen  und  rasten,  bis  der  uns  frevelhaft  aufgedrungene  Krieg  zu  unseren  Gunsten  entschieden  ist
und  bis  der  Feind  die  Bedingungen  annehmen  muß,  die  wir  ihm  vorschreiben.  Wir  fühern  nicht  Krieg  aus  selbstsüchtigen
  Zwecken,  sondern  um  unser  eigenes  Lant  zu  verteidigen,  und  Gott  sei  Dank,  ist  auch  noch  kein  Feind
mit  der  Waffe  weit  in  Deutschland  hineingedrungen,  speziell  nicht  in  Bayern.  Tut  Euere  Pflicht,  wie  Euere
jüngeren  Kameraden  und  wie  der  Landsturm,  der  schon  hinausgezogen  ist.  Bedeckt  Euere  Uniform  und  Euere
Namen  mit  Ehren.  Auf  Wiedersehen,  so  Gott  will  in  nicht  zu  langer  Zeit  nach  einem  siegreichen  Feldzuge.
Gott  befohlen!

Aus  Peking  wird  gemeldet:  Die  englischen  Streitkräfte  unter  General  Barnadisten  setzten  mit  großer
Energie  den  Angriff  auf  Kiautschou  fort.  Die  deutschen  Truppen  zogen  sich  auf  Tsingtau  selbst  zurück,  dessen
Forts  Tag  und  Nacht  tätig  sind.  Das  Feuer  ist  besonders  gegen  die  japanischen  Stellungen  gerichtet.  Deutsche
Aeroplane  versuchten  wiederholt,  japanische  Kriegsschiffe  durch  Bomben  zu  zerstören.  Die  Engländer  und  Japaner
treffen  Vorbereitungen  zu  einem  entscheidenden  Vorstoß  gegen  Tsingtau.

Aus  Amsterdam  wird  gemeldet:  Die  Lage  in  Antwerpen  ist  äußerst  kritisch.  Die  äußerste  Fortlinie
ist  gefallen.  Die  Stimmung  in  der  Stadt  ist  sehr  gedrückt.  Eine  heute  erlassene  Proklamation  ermahnt
die  Einwohner  zur  Ruhe.  Die  Wasserzufuhr  ist  teilweise  abgeschnitten.

An  Reichstagsobgeordneten  stehen  zurzeit  von  den  397  Mitgliedern  65  unter  Waffen.  Die  Zusammenstellung
  dürfte  jeden  Leser  interessieren.  Von  397  haben  180  gedient.  

Von  den  Parteien  der  Rechten  sind  viele  Herren  als  Offiziere  im  Felde,  so  die  ostpreußischen  Abgeordneten
von  Bieberstein,  Nehbel  und  Reck,  ferner  Siebenbürger,  Dietrich  und  von  Winterfeldt.  Von  der  Reichspartei
die  Abgeordneten  Hegenscheidt  und  von  Halem.  Vom  Zentrum  stehen  Graf  Praschma,  der  Fürst  zu  Salm,
Dr.  Mayer-Kaufbeuren,  Diez-Konstanz,  und  der  Freiherr  von  Kerkerink  unter  den  Fahnen.  Von  der  polnischen
Fraktion  stellte  sich  der  Abgeordnete  von  Dziembowski-Pomian  als  Kriegsfreiwilliger.  Auch  sein  Fraktionskollege
  Sosinski  ist  im  Kriege.  Von  der  elsaß-lothringischen  Zentrumspartei  sind  die  Herrn  Hauß  und  Dr.
Schatz  im  Felde.  Vom  bayrischen  Bauernbunde  der  Abgeordnete  Laux.  Von  den  Nationalliberalen  sind  zu
erwähnen  ihr  Führer  Bassermann.  Der  Leipziger  Justizrat  Dr.  Junck  ist  als  Kriegsfreiwilliger  eingetreten

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