In  Polen  gewinnen  die  gegen  die  Weichsel  vorgehenden  deutschen  Truppen  Fühlung  mit  den  Russen.

Aus  Rotterdam  wird  gemeldet:  Beim  ersten  Sturm  auf  die  Infanterie-Werke  von  Tsingtau  wurden
die  vereinigten  Japaner  und  Engländer  mit  einem  Verlust  von  200  Mann  zurückgeschlagen.  Die  Wirkung
der  deutschen  Minen,  Geschütze  und  Maschinengewehre  war  vernichtend.  Der  rechte  Flügel  der  Verbündeten
wurde  von  dem  österreichisch-ungarischen  Kreuzer  Kaiserin  Elisabeth  und  dem  deutschen  Kanonenboot
Jaguar  wirksam  beschossen.  Die  deutschen  Verluste  sind  gering.  Die  Japaner  warten  auf  Verstärkungen
aus  Japan.

Amtlich  wird  gemeldet:  Die  Operationen  in  Russisch-Polen  und  Galizien  schreiten  günstig  vorwärts.
Schulter  an  Schulter  kämpfend,  warfen  die  deutschen  und  österreichisch-ungarischen  Truppen  den  Feind  auf
Opatow  und  Klimanto  gegen  die  Weichsel  zurück.

In  den  Karpathen  wurden  die  Russen  am  Usgokerpaß  vollständig  geschlagen.

Nach  der  amtlichen  französischen  Mitteilung  mußten  die  Franzosen  nördlich  der  Oise  an  einigen
Punkten  zurückgehen.

Die  belgische  Regierung  in  Antwerpen  trifft  alle  Vorbereitungen,  um  die  Festung  auf  dem  Wasserwege
zu  verlassen  und  nach  London  überzusiedeln.  Der  ganze  äußere  Befestigungsgürtel  südlich  der  Stadt  ist  in
deutschen  Händen.  Die  Bresche  ist  13  Kilometer  lang.  Die  inneren  Werke  werden  seit  dem  4.  Oktober
mit  schwerer  Artillerie  beschossen,  die  jetzt  kaum  18  Kilometer  von  den  wichtigsten  Hafenbauten  entfernt  steht.
Auch  die  Stadt  Lanaecken  an  der  hollandischen  Grenze  ist  von  den  Deutschen  besetzt.  Das  Regierungsarchiv
  soll  von  Antwerpen  nach  Ostende  gebracht  worden  sein.

Das  Neue  Wiener  Tageblatt  meldet:  Die  Schlußverhandlungen  gegen  den  Mörder  des  Erzherzogs  Franz
Ferdinand  und  seiner  Gemahlin  werden  am  12.  Oktober  beginnen.  Außer  dem  Mörder  Princip,  der  die  totbringenden
  Schüsse  abgab,  sind  der  Bombenwerfer  Gambrinowitsch,  dann  der  Sohn  des  Popen  Grabez,  ein
Mittelschüler,  sowie  mehr  oder  minder  an  dem  Attentat  beteiligte  Personen  angeklagt.  Nach  Abschluß  der
ursprünglich  für  November  anberaumt  gewesenen  Verhandlung  folgt  die  Aburteilung  der  anderen  Serie
von  Verschwörern,  die  der  Mörderschar  indirekt  geholfen  hat  und  die  serbische  Bevölkerung  aufreizte.

Hans  schimpft:

Wie  scheußlich  die  Engländer  die  im  Gefangenenlager  Dorchester  untergebrachten  Deutschen  behandelten,
  geht  aus  persönlich  gemachten  Mitteilungen  eines  dort  interniert  gewesenen  hamburgischen  Schiffsmannes,
  der  als  Donkeyman  auf  einem  englischen  Kauffahrteischiff  gearbeitet  hatte,  und  nachher  nach  Dorchester
kam,  hervor.  Neun  Wochen  lang  war  er  dort  untergebracht  und  mußte  die  meiste  Zeit  im  Freien  nächtigen.
Die  Kost  war  miserabel  und  ungenügend.  ¾  Pfund  Brot,  25  Gramm  Fleisch  und  zwei  bis  drei  Kartoffeln.
Später  gab  man  ihnen,  30  Mann,  sechs  Brote.  Die  Suppe  bestand  aus  Wasser  und  Rindstalg.  Graupen
oder  dergl.  waren  nicht  darin.  Später  kamen  sie,  die  alle  erkrankt  waren,  in  ein  Spital.  Dort  fehlte  es  an  Verpflegung
  und  Apparaten.  Sie  wurden  mit  Pillen  behandelt.  Da  die  Leiden  sich  nicht  hoben,  gab  man  sie  endlich
frei  und  schickte  sie  nach  Rotterdam,  wo  sie  dann  in  die  Heimat  befördert  wurden.  Und  wie  behandeln  wir  die
Engländer  in  Deutschland.  Sie  können  ungestört  ihren  Geschäften  nachgeben  und  werden  keinerleiweise  inkommodiert.


7.  Oktober.

Amtlich  wird  aus  dem  Großen  Hauptquartier  gemeldet:  Die  fortgesetzten  Umfassungsversuche  der  Franzosen
gegen  unseren  rechten  Heeresflügel  haben  die  Kampffront  bis  nördlich  Arras  ausgedehnt.  Auch  westlich
Lille  und  westlich  Lens  trafen  unsere  Spitzen  auf  feindliche  Kavallerie.  In  unserem  Gegenangriff  über  die
Linie  Arras-Albert-Roye  ist  noch  keine  Entscheidung  gefallen.  Auf  der  Schlachtfront  zwischen  Oise  und
Maas  bei  Verdun  und  in  Elsaß-Lothringen  sind  die  Verhältnisse  unverändert.

Auch  von  Antwerpen  ist  heute  nichte  neues  zu  melden.

106