Die  Neue  Presse  meldet,  daß  eine  ernste  Spannung  zwischen  Portugal  und  Deutschland  bestehe,  England
  will  Portugal  zwingen,  aus  seiner  Neutralität  herauszugehen  und  an  den  Kämpfen  gegen  Deutschland
  teilzunehmen.

Die  rumänische  Regierung  hat  den  Beschluß  des  rumänischen  Kronrates,  an  der  Neutralität  festzuhalten,
  in  offenen  Depeschen  ihren  Gesandten  mitgeteilt,  damit  alle  Welt  von  dem  Entschlusse,  an  der  Neutralität
  festzuhalten,  Kenntnis  erlange.

Aus  Teheran  wird  mitgeteilt,  daß  in  der  persischen  Bevölkerung  eine  sehr  feindselige  Strömung  gegen
Rußland  herrsche.  Das  persische  Volk  hege  den  Wunsch,  Rußland  niedergeworfen  zu  sehen  und  den  Russen
mit  den  Waffen  entgegenzutreten.  Die  Regierung  habe  bereits  hierzu  Vorkehrungen  getroffen  und  das  russische
Grenzgebiet  werde  von  starken  Banden  persischer  Kurden  beunruhigt.

Das  für  Rußland  gestohlene  Unterseeboot  ist  durch  ein  italienisches  Torpedoboot  von  Ajaccio  nach
Spezia  zurückgebracht  worden.

Kaiser  Wilhelm  telegraphierte  aus  dem  Hauptquartier  an  den  Großherzog  von  Baden:

Ich  danke  Dir  herzlich  für  die  Mitteilung,  daß  Du  das  14.  Armeekorps  auf  französischem  Boden
begrüßt  hast.  Deine  Badener  können  stolz  darauf  sein,  ihren  Landesherrn  in  Feindesland  bei  sich
gesehen  zu  haben.  Es  gereicht  mir  zu  besonderer  Freude,  Dir  und  den  tapferen  Söhnen  Deines  Landes
ehrende  Anerkennung  zuteil  werden  zu  lassen,  indem  ich  Dir  das  Eiserne  Kreuz  zweiter  und  erster  Klasse
verleihe,  dessen  Insignien  ich  Dir  übersenden  lasse.  Gott  schenke  unserer  gerechten  Sache  den  entgiltigen
  Sieg.  gez.  Wilhelm.

Der  französische  Konsul  in  Antwerpen  ist  mit  dem  Konsulatsarchiv  heute  Nacht  nach  Roofendaal
  in  Holland  abgereist  und  fährt  nach  dem  Haag  weiter.

Bei  Rispen  an  der  holländischen  Grenze  traf  ein  völlig  erschöpfter  belgischer  Pionier  ein,  der  erzählte,
er  habe  sich  verirrt  und  habe  zu  einer  Abteilung  gehört,  die  um  Antwerpen  herum  sämtliche  Kirchtürme,
die  den  Deutschen  als  Richtpunkt  dienen  können,  gesprengt  hatte.  Im  ganzen  hätten  sie  12  Türme
zerstört.

Offiziell  wird  aus  London  gemeldet:  Präsident  Poincaré  hat  an  König  Georg  ein  Telegramm  gerichtet,
  in  dem  er  mitteilt,  daß  er  sich  gestern  gefreut  habe,  Feldmarschall  French  und  die  tapferen  britischen
Truppen  in  dem  britischen  Hauptquartier  zu  begrüßen.  Er  bittet  den  König,  dem  stolzen  Heere  Englands
überbringen  zu  wollen,  daß  er  sie  beglückwünsche,  wie  Brüder  an  der  Seite  der  Franzosen  zu  kämpfen.

König  Georg  hat  mit  herzlichem  Dank  geantwortet  und  hinzugefügt,  er  habe  mit  Freuden  den  Glückwunsch
  des  Präsidenten  den  britischen  Truppen  übermittelt,  die  stolz  seien,  Seite  an  Seite  mit  den  tapferen
französischen  Heeren  zu  kämpfen.

Die  Zeitung  Utro  aus  Sofia  meldet:  Unter  der  Mannschaft  des  17.  serbischen  Regiments  kam  es  zu  einer
Meuterei.  Die  Soldaten  erschossen  den  Brigadekommandanten  Budonovice,  der  sich  gerade  bei  dem  Regiment
  aufhielt.  Auch  der  Regimentsoberst  Malevics  und  zahlreiche  Offiziere  sind  erschossen  worden.  Die
gegen  das  meuternde  Regiment  entsandten  Mannschaften  konnten  nichts  ausrichten.

Aus  Rom  wird  telegraphiert:  Das  italienische  Parlament  habe  50  Millionen  Lire  zur  Fortsetzung  der  militärischen
  Vorbereitungen  getroffen.  Die  griechische  Regierung  habe  Italien  wissen  lassen,  daß  sie  nichts
gegen  eine  italienische  Besetzung  von  Valona  einzuwenden  habe.

Die  letzten  Nachrichten  besagen,  daß  der  Widerstand  von  Antwerpen  nicht  mehr  lange  anhalten  könne.
Obwohl  die  Scheldemündung  in  Holland  liegt,  wird  doch  die  Möglichkeit  angenommen,  daß  belgische  Truppen
sich  nach  England  einschiffen  können,  um  von  dort  aus  auf  einem  anderen  Punkte  des  Kriegsschauplatzes
wieder  aufzutauchen.  Ein  solches  Vorgehen  würde  aber  mit  großen  technischen  Schwierigkeiten  verbunden  sein.

König  Albert  soll  leicht  verwundet  sein.  Die  Antwerpener  Banken  gaben  bekannt,  daß  sie  vorläufig
schließen.  Im  Zoologischen  Garten  hat  man  die  Käfige  der  wilden  Tiere  mit  Panzerplatten  versehen  und  die
Schlangen  getötet.  Die  fremden  Gesandtschaften  sowie  die  belgische  Regierung  sind  nach  Ostende  verwiesen.
worden.