Der  Dampfer  Maartensdyk,  der  der  Holland-Amerika-Linie  gehört  und  sich  auf  dem  Wege  nach  Rotterdam
  befand,  wurde  am  Montag  nach  Queenstown  gebracht.  Diese  Wegnahme  wirkt  hier  nach  der  von  der
englischen  Regierung  abgegebenen  Versicherung,  Lebensmittel,  wie  Kakao,  Kaffee  und  Früchte  passieren  zu  lassen,
wenn  eine  bestimmte  angegebene  Person  in  einem  neutralen  Lande  der  Empfänger  ist,  sehr  verstimmend.

Wie  uns  mitgeteilt  wird,  ist  am  1.  de.  Mts.  nachmittage  das  Torpedoboot  S.  116  während  des  Vorpostendienstes
  in  der  Nordsee  durch  den  Schuß  eines  englischen  Unterseebootes  verloren  gegangen.  Die  Besatzung
wurde  größtenteils  gerettet.

Die  in  der  Jenaer  Kaserne  untergebrachten  französischen  Verwundeten  haben  den  ärztlichen  Leitern
des  Lazarette  ein  Dankschreiben  übersandt,  das  ich  gerne  den  Lesern  dieser  Zeilen  mitteilen  möchte.  Es  lautet:
Sehr  geehrte  Herren!  Im  Namen  aller  Franzosen,  die  gegenwärtig  in  der  Kaserne  von  Jena  sind,  nehmen
wir  uns  die  Freiheit,  zuerst  Ihnen,  dann  den  Schwestern  und  dem  ganzen  Sanitätspersonal  unsern  allerherzlichsten
  Dank  auszudrücken  für  alle  Sorgfalt,  mit  der  in  größter  Bereitwilligkeit  und  absoluter  Uneigennützigkeit
  wir  behandelt  werden.  Wir  wünschen  von  ganzem  Herzen  und  sind  übrigens  sichtlich  davon  überzeugt,
daß  die  deutschen  Solhaten,  die  im  Dienste  ihres  Vaterlandes  verwundet  und  sich  gegenwärtig  in  Behandlung
  des  franzbösischen  Roten  Kreuzes  befinden,  dieselbe  großmütige  Aufnahme  finden  werden,  wie  sie  und
in  Deutschland  geworden  ist.  (Folgen  93  Unterschriften.)

Die  in  Hamburg  und  Umgebung  lebenden  Schweden  erlassen  einen  öffentlichen  Aufruf  in  hiesigen  Zeitungen,
  betitelt  mit  der  Uberschrift:  Schwedische  Männer  und  Frauen  in  der  Heimat  und  im  Auslande,
in  welchem  sie  zum  Ausdruck  bringen,  daß  Deutschland  niemals  ein  Verlangen  nach  dem  Kriege  gezeigt  habe,
und  daß  weder  das  deutsche  Volk,  noch  sein  Kaiser,  seine  Fürsten  oder  seine  Regierung  die  Schuld  an  dem  Ausbruch
  diesen  Krieges  tragen,  das  kann  jeder  denkende  Mensch,  der  in  Ruhe  dem  Gang  der  Ereignisse  gefolgt
ist,  beurteilen  und  bezeugen  und  wir  Hamburger  Schweden  tun  das  aus  vollster  Übergeugung.  Daß  die  Deutschen
  oder  ihre  Heere  absichtlich  Grausammkeiten  begehen  sollten,  oder  aus  Zerstörungslüsten  und  Vandalismus
das  Eigentum  friedlich  auftretender  Gegner  oder  heilige  Merkmale  verheeren  und  niederbrennen  sollten,  das
kann  nur  Verleumdung  sein.  Wir  alle  Schweden  freuen  uns  darüber,  daß  unser  Vaterland,  das  teuerste  was
wir  haben,  noch  die  unschätzbaren  Gaben  der  Neutralitäkt  und  der  Unabhängigkeit  besitzt.  Wenn  wir  aber  von
unverschuldetem  Überfall  heimgesucht  werden,  dann  mögen  auch  wir,  alle  Schweden  wie  ein  Mann  aufstehen
umnoch  einmal  unsere  Freiheit  und  unser  Recht  zu  wahren,  in  der  Weise  und  mit  der  gleichen  Kraft,  wie  unsere
Stammverwandten,  die  Deutschen  es  jetzt  tun,  und,  mit  ebenso  schuldfreiem  Gewissen,  wie  diese  es  nach
unserer  Ansicht  besitzen.  gez.  Axel  Janssen.

Der  Aufruf  wird  durch  Druck  vervielfältigt  und  in  100000    Exemplaren  nach  Schweden  versandt.

Die  Nationalstiftung  für  die  Hinterbliebenen  der  im  Kriege  Gefallenen,  die  unter  dem  Ehrenpräsidium
des  Reichskanzlers  von  Bethmann-Hollweg  und  des  Staatssekretärs  des  Innern,  Dr.  Delbrück,  sieht  und  deren
Geschäftsstelle  Berlin  N.  W.  40,  Alsenstraße  11,  ist,  bittet  erneut  um  Zusendung  von  Gaben.

Das  Gesamtresultat  von  der  Hamburgischen  Kriegshllfe  beträgt  bis  heute  nun  2470119,25      Mark.

9.  Oltober.

Die  Kölner  Zeitung  schreibt:  Die  Beschießung  der  Stadt  Antwerpen    dauerte  die  ganze  Nacht  auf  Donnerstag,
  den  8.  August.  Das  Feuer  war  so  stark,  daß  in  Roosendaal  (Holland)  die  Häuser  zitterten.  Die  Petroleumsbehälter
  im  Hafen  stehen  im  Brand.  Der  Südbahnhof  brennt  ebenfalls  und  der  Hauptbahnhof  ist  gleichfalls
  ernstlich  gefährdet.  Während  der  ganzen  Nacht  konnte  man  in  Roosendaal  die  Feuersglut  wahrnehmen.
Vormittags  um  6½,  Uhr  wurde  ein  furchtbarer  Knall  vernommen.  Wahrscheinlich  ist  ein  Munitionslager
aufgeflogen.

Die  Regierung  hat  befohlen,  alle  Eisenbahnzüge  zur  Beförderung  von  Verwundeten  und  Flüchtlingen
bereit  zu  halten.

Das  Amsterdamer  Handelsblatt  meldet:  Mitten  im  Gedränge  sei  das  Königsauto  mit  dem  König  und
der  Königin  erschienen.  Das  Königspaar  fuhr  über  die  militärische  Schiffsbrücke  auf  die  andere  Seite  der

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