werpens  und  ein  entscheidender  Sieg  über  das  belgisch-englische  Heer  zur  Folge  hat,  daß  große  deutsche  Truppenmassen
  frei  werden,  was  für  die  Verbündeten  verhängnisvoll  werden  könnte.

Amtlich  wird  über  die  Niederlagen  der  Serben  und  Montenegriner  geschrieben:  Die  Säuberungsarbeit
  in  Bosnien  schreitet  fort.  Zu  den  bereits  gemeldeten  gegen  die  montenegrinischen  Truppen  erzielten
Erfolgen  gesellt  sich  nun  ein  entscheidender  Schlag  gegen  die  über  Visegrad  kampflos  eingedrungenen  Kräfte.
Ihre  nördliche  Kolonne  von  Strebenica  gegen  Bajna  Basta  wurde  bereits  über  die  Drina  zurückgeworfen,
wobei  ihr  Train  und  die  Munitionskolonne  abgenommen  wurden.  Die  auf  Romania  Pianina  vorgegangene
Hauptkraft  unter  dem  Kommando  des  Exkriegsministers  Generals  Mylos  Bojanovic  ist  von  unseren  Kräften
in  zweitägigem  Kampfe  vollständig  geschlagen  worden  und  entging  nur  durch  eilige  Flucht  der  von  uns  geplanten
  Gefangennahme.  Ein  Bataillon  des  11.  Reglments  zweiten  Aufgebots  wurde  gefangen  genommen,
mehrere  Schnellfeuergeschütze  wurden  erobert.  Potiorek,  Feldzeugmeister.

Aus  Amsterham  wird  über  die  militärischen  Vorgänge  vor  Antwerpen  berichtet:  Die  schweren  englischen
  Geschütze  haben  das  Feuer  der  Angreifer  fortgesetzt  erwidert.  Die  englischen  Kanoniere  blieben  wle
festgenagelt  auf  ihrem  Posten.  Die  deutschen  Truppen  setzten  anscheinend  alles  ein,  um  binnen  kürzester  Zeit
Antwerpen  zu  Fall  zu  bringen.  Die  Forts  sind  durch  die  Engländer  besetzt.  Die  Oberleitung  der  Verteidigung
ist  mit  Zustimmung  des  Königs  den  Verbündeten  anvertraut  worden.  Die  deutschen  Truppen  haben  bei  Boom
den  Übergang  über  die  Rethe  erzwungen.  Drei  Forts  wurden  unschädlich  gemacht.  Das  Unternehmen  geschab
mit  großem  Nachdruck.  Bei  Rupelmonde  boten  Belgier  und  Engländer  hefigen  Widerstand.  Die  Verluste
  sind  beiderseite  sehr  groß.  Die  Engländer  hatten  ihre  Schiffsgeschütze  und  zahlreiche  französische  Schnellfeuergeschütze
  und  einige  auf  Kraftwagen  gefahrene  Creusotbatterien  aufgefahren.  Wie  verlautet,  hatten  die
Deutschen  vor  Antwerpen  ca.  300000    Mann  und  80000    Mann  Marine  stehen.  Die  Berichte  von  den  zahlreichen
  Flüchtlingen  über  den  Zustand  Antwerpens  sind  haarsträubend.  Die  ganze  Stadt  ist  in  Rauchwolken
eingehüllt,  zahlreiche  Brände  wüten  an  allen  Ecken  und  Winkeln.  Wer  von  den  Flüchtlingen  nicht  über  genügende
  Barmittel  verfügte,  wurde  von  den  englischen  Dampfern  nicht  aufgenommen.  Die  Garnison  von
Antwerpen  sei  von  12000    Engländern  unterstützt  worden.  Holland  hat  zwischen  Hull  und  der  Schelde  starke
Truppenposten  zusammengezogen,  um  die  Garmison  von  Antwerpen  bei  einem  Übertritt  auf  holländisches  Gebiet
zu  entwaffnen.

Die  Flüchtlinge  schimpfen  auf  Engländer  und  Franzosen,  die  sie  verkauft  und  verraten  hätten.

Belgische  Truppen  verteidigen  den  südlichen  Teil  und  englische  den  Osten  von  Antwerpen,  um  die  weite
Linie  der  durch  Erdwälle  umringten  Forts  zu  halten.  An  der  Schelde  brennen  die  Petroleumtanks.  Tote  und
Verwundete  liegen  auf  der  Straße.  Polizei  sucht  die  Häuser  ab  nach  lebenden  Menschen  und  treibt  sie  zur
Flucht  an.

Wenn  man  bedenkt,  daß  die  Belgier  noch  in  letzter  Stunde  von  Delcassé  Depeschen  erhalten  hatten,  daß
Antwerpen  von  den  vorgedrungenen  Engländern  und  Franzosen  Hilfe  zum  Entsatz  erhalten  werden,  dann
kann  man  das  zähe  Aushalten  und  das  blödsinnige  Preisgeben  der  Stadt  verstehen.

Die  Deutschen  haben  aber  bereits  Achel  an  der  holländischen  Grenze  besetzt  und  dadurch  die  Nordwestecke
  Belgiens  vollständig  gesäubert.

Wieder  ist  ein  englischer  Fischdampfer  auf  Minen  gestoßen  und  gesunken.

Väterchen  Zar  ist  im  russischen  Hauptquartier  in  Brest-Litowsk  eingetroffen.

Die  Stadt  Longwy  muß  eine  Million  Kriegskontribution  bezahlen.

Nach  einem  römischen  Telegramm  verlautet,  daß  die  Kriegserklärung  Portugals  an  Deutschland
unmittelbar  bevorstehe.  Wieder  eine  Mache  Englands.  Feinde  ringsum!  Doch  wir  fürchten  auch  diese  nlcht.
Gott  mit  uns,  wer  mag  wider  uns  sein  und  Gott  wird  unserer  gerechten  Sache  den  Sieg  verleihen  und  wird
unsere  Feinde  demünigen.

Die  Hamburgische  Arbeitslosenzählung  beträgt  28710    Arbeitslose,  worunter  25434    mänmliche  und
3278  weibliche.

Amtlich  meldet  das  große  Hauptquartier:  9.  Oktober  abends.  Heute  vormittag  sind  mehrere  Forts  der