inneren  Befestigungslinie  von  Antwerpen  gefallen.  Die  Stadt  befindet  sich  seit  heute  nachmittag  in  unserem
Besitz.  Kommandant  und  Besatzung  haben  das  Festungsbereich  verlassen.  Nur  einzelne  Forts  sind  noch
vom  Feinde  besetzt.  Daburch  aber  ist  der  Besitz  von  Antwerpen  nicht  beeinträchtigt.

Aus  Wien  wird  amtlich  gemeldet:  Unser  Vorrücken  zwang  die  Russen,  in  ihren  vergeblichen  Anstrengungen
gegen  Przemysl,  die  in  der  Nacht  auf  den  8.  Oktober  ihren  Höhepunkt  erreichten  und  den  Stürmenden  ungeheure
  Opfer  kosteten,  nachzulassen.  Gestern  vormittag  wurde  das  Artillerlefeuer  gegen  die  Festung  schwächer.
Der  Angreifer  begann  Teile  seiner  Kräfte  zurückzunehmen.

Bei  Lancout  stellte  sich  unseren  vordringenden  Kolonnen  ein  starker  Feind  zum  Kampf,  der  noch  andauert.
Aus  Roszwadow  sind  die  Russen  bereits  vertrieben.  Auch  in  den  Karpathen  steht  es  gut.  Der  Rückzug  der
Russen  aus  bem  Marmaroser  Komitat  artet  in  Flucht  aus.

Aus  Roosendaal  meldet  der  Telegraph:  Am  Freitag  hat  der  Abzug  der  belgischen  Armee  aus  Antwerpen
begonnen,  so  daß  Antwerpen  allein  von  den  Engländern  mit  Hilfe  der  Artillerie  der  Forts  von  Antwerpen
verteidigt  wird.

König  Albert,  der  gestern  in  Selzaete  angekommen,  befindet  sich  jetzt  im  Lande  Waes  bei  dem  Feldheer.
Er  macht  einen  sehr  niedergeschlagenen  Eindruck.  Bis  zum  letzten  Augenblick  hatte  er  gehofft,  die  deutsche
Armee  würde  mit  Hilfe  der  Engländer  zurückgeschlagen  werden.  Das  Fort  St.  Anne  wurde  von  der  englischen
Besatzung,  als  sie  das  Nutzlose  einer  weiteren  Verteidigung  einsah,  in  die  Luft  gesprengt.

Die  belgische  Besatzung  Antwerpens  soll  in  der  Richtung  nach  Ostende  abgezogen  sein.  In  der  Stadt
kommandierte  ein  englischer  General.  Die  englische  Linie  läuft  von  Lierre  bis  Dendermonde.  Die  Nationalbank
  ist  durch  ein  Geschoß  beschädigt  worden.  Der  Südbahnhof  ist  gänzlich  vernichtet.  Wie  aus  Selzaete  gemeldet
  wird,  haben  die  Deutschen  bei  Dendermonde  eine  Notbrücke  über  die  Schelde  geschlagen  und  marschieren
auf  die  Richtung  St.  Nikolaus.  Hierdurch  soll  der  Besatzung  von  Antwerpen  der  Weg  nach  Ostende  abgeschnitten
werden.  Dann  haben  die  Belgier  die  Brücken  bei  Laeken  und  Ham  gesprengt,  um  den  deutschen  Aufmarsch
nach  St.  Nicolas  zu  verhindern.

Auch  die  Zeppeline  haben  an  der  Eroberung  Antwerpens  mitgearbeitet.  6  Zeppeline  haben  mitgearbeitet.


Ein  ganzes  belgisches  Botaillon  kam  bei  Putten  über  die  holländische  Grenze  und  wurde  entwaffnet
und  interniert.  Den  Einwohnern  von  Antwerpen  wurde  erst  in  letzter  Stunde,  als  die  Stadt  schon  beschossen
wurde,  die  Wahrheit  über  ihren  Zustand  mitgeteilt.

10.  Oktober.

Von  den  von  den  Engländern  in  Antwerpen  zerstörten  deutschen  Dampfern  gehören  14  Bremer  Reedereien,
nämlich  7  der  Dampfschiffsgesellschaft  Neptun,  2  der  Roland-Linie,  einer  dem  Lloyd,  4  der  Hansa-Linie,
12  gehören  nach  Hamburg.  Davon  1  der  Hamburg-Amerika-Linie,  2  der  Rickmers-Linie,  3  der  Levante-Linie,
  4  der  Deutschen  Austral-Linie,  1  der  Bugsier-Gesellschaft,  1  der  Hamburg-Süd-Amerika-Linie,
  zwel  weitere  Dampfer  gehörten  der  Oldenburgisch-Portugiesischen  Dampsschifffahrtsgesellschaft,
  3 Dampfer  Stettiner  Reedereien  und  zwei  nach  Flensburg.

Antwerpen  soll  unter  dem  Bombardement  schrecklich  gelitten  haben.  Die  Vorstadt  Berghem  steht  ganz
in  Brand.  Der  südliche  Teil  ist  ein  Flammenmeer.  Die  Schiffsbrücke  über  die  Schelde  wurde  durch  die  Beschießung
  vernichtet.  Die  Belgier  haben  gestern  die  zwei  Brücken  bei  Temische  und  bei  Wetteren  in  die  Luft
gesprengt.  Es  scheint,  daß  die  belgischen  Truppen  westwärte  über  die  Schelbe  gezogen  sind  und  daß  den  englischen
  Truppen  vornehmlich  die  Verteidigung  der  Ostseite  aufgetragen  wurde.

Auf  belgischer  Seite,  bei  Oudenarde,  nordöstlich  von  Lille,  wird  zwischen  deutschen  und  belgischen  Truppen
gekämpft.  Die  Belgier  versuchten  sich  mit  den  Alliierten  zu  vereinigen.

Bei  Bocske  wurde  eine  starke  Kosakenabteilung  zersprengt.  In  diesem  Kampfe  zeichnete  sich  auch  das
ukrainische  Freiwilligenkorps  aus.  Die  eigene  Vorrückung  über  den  Beckid  und  über  den  Vereckepaß  ist
im  Fortschreiten  gegen  Slawsko  und  Tucholdka.  Der  vom  Uzsocker  Paß  geworfene  Feind  wird  über  Turka

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