Amtlich  meldet  der  Generalstabschefvertreter  von  Höfer:

Gestern  versuchte  der  Feind  noch  einen  Sturm  auf  die  Südfront  von  Przemysl,  den  die  Besatzung  wieder
unter  schweren  Verlusten  des  Angreifers  zurückwies.  Dann  wurden  die  rückgängigen  Bewegungen  der  Russen
vor  der  Festung  allgemein.  Die  Westfront  mußten  sie  vollständig  räumen.  Unsere  Kavallerie  ist  dort  bereits
eingeritten.

Durch  die  Schnelligkeit  der  Operationen  in  Russisch-Polen  und  Galizien  verwirrte  sich  der  Gegner.  Er
versuchte  zwar  seinen  Angriff  auf  die  Festung  durch  Hinausschieben  von  Heeresteilen  gegen  den  Westen  zu  decken,
vermochte  aber  unseren  herbeieilenden  Armeen  nirgend  standzuhalten.  Die  fünf  bis  sechs  russischen  Infanterie=Divisionen,
  die  sich  bei  Lancout  aufstellten,  sind  auf  fluchtartigem  Rückzuge  auf  den  San.  Ebenso  wurde  eine
Kosaken-Division  und  eine  Infanteriebrigabe,  die  östlich  Dymow  eine  verstärkte  Stellung  inne  hatte,
nach  kurzem  Widerstande  zurückgeworfen.  Unsere  Truppen  sind  dem  Gegner  überall  auf  den  Fersen.

Auch  Ungarn  dürfte  von  den  noch  in  den  Komitaten  Maramaros  und  Bestercze-Naszog  umherirrenden
feindlichen  Abteilungen  bald  gesäubert  sein.

Der  jetzige  König  von  Rumänien,  Prinz  Ferdinand  von  Hohenzollern,  wurde  1869  zum  rumänischen
Thronfolger  bestimmt.  Auch  er  hat  die  Grundlagen  seiner  militärischen  Kenntnisse  in  der  preußischen  Armee
erworben,  der  er  von  1883  bis  1889  aktiv  angehörte.  Von  frühester  Jugend  an  zeigte  er  große  Neigung  zum
Soldatenberuf  und  gilt  als  fähiger  und  tatkräftiger  General.  Er  war  bisher  Generalinspekteur  der  rumänischen
Armee.  König  Ferdinand  ist  geboren  am  24.  August  1865;  und  mit  der  Prinzessin  Maria  von  Sachsen-Koburg-Gotha,
  einer  Tochter  des  Herzoge  von  Edinburg,  vermählt.  Er  wird  die  Politik  König  Karols  fortsetzen.

Die  in  Lothringen  herausgegebenen  Zeitungen  dürfen  künftighin  nur  noch  in  deutscher  Sprache
erscheinen.

Der  Kaiser-Wilhelm-Kanal  ist  aus  prinzipiellen  Gründen  für  Schiffe  aller  neutralen  Staaten
während  der  Dauer  des  Krieges  gesperrt  worden.

Das  Ergebnis  der  Sammlung  für  das  Rote  Kreuz  beträgt  Mark    1755527,56.  

Das  der  Hamburgischen  Kriegshilfe  beträgt  Mark  2470119,25.      

Hans  plaudert:

Was  seit  Kriegsausbruch  auf  dem  Gebiete  der  Wohltätigkeit  gearbeitet  worden  ist,  dafür  geben  folgende
Aufstellungen  beredtes  Jeugnis  und  zeigen,  daß  die  zu  Hause  Gebliebenen  auch  tapfer  am  großen  Kriegswerk
arbeiten.  Gleichzeitig  mit  der  Hamburgischen  Kriegshilfe  wurde  das  Rote  Kreug  in  Hamburg  organisiert.
Etwa  am  6.  August  wurde  für  die  Zurückgebliebenen  der  Binnenschiffer  gesammelt.  Nachdem  erschienen
verschiedentliche  Aufrufe  und  verschiedene  Vereine  sammelten  unter  sich  für  die  Hinausgezogenen  und  deren
Angehörige.

Interessant  sind  nachstebende  Aufrufe:

Aufruf  für  Arbeitsnachweis  Gewerbetreibende  und  Kleinkaufleute.

Aufruf  des  Roten  Kreuzes  für  Gewinnung  von  Kriegspflegern.

Aufruf  für  die  Bewohner  der  Feste  Lötzen.

Aufruf  für  Ostpreußenhilfe  für  die  Bewohner.

Aufruf  für  Liebesgaben  für  Schleswigs  Regimenter.

Aufruf  für  Holst.  Feld-Artillerie  Regiment  24  zu  Güstrow.

Aufruf  für  Arbeitslosenhilfe.  Brockenhaus.

Aufruf  für  Liebesgaben  für  unsere  Flotte.

Aufruf  für  Liebesgaben  für  dan  Lauenburgische  Jágerbataillon,  Nr.  9  und  14.

Aufruf  für  unser  Regiment  Hamburg.  Roten  Kreuz.

Aufruf  für  Wollsachen  nach  dem  Kriegsschauplatz,  einen  Chauffeur  und  ein  Auto.

Das  ist  nur  eine  Zusammenstellung  bis  zum  10.  Oktober  1914,  es  werden  im  Laufe  der  Zeit  jedenfalls
noch  mehrere  kommen.  Mögen  sie  alle  willige  und  gutsituierte  Geber  finden.

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