Die  Kölner  Zeitung  meldet  aus  Gent:  Die  Deutschen  haben  gestern  außer  Gent  auch  Wachtebecke  besetzt.
  Die  belgischen  Truppen  waren  von  Gent  bereits  abgezogen.  Die  aus  der  Richtung  Gent  nach  Brügge
anmarschierenden  belgischen  und  englischen  Truppen  sind  von  den  Deutschen  verfolgt  und  eingeholt  worden.
Heute  war  der  Kampf  im  vollen  Gange.

Antwerpen  im  Zentrum  ist  wenig  beschädigt.  Die  Vorstadt  Lierre  mit  ihrer  Kirche  ist  ein  Trümmerhaufen.
Unter  anderem  beschossen  die  österreichischen  Motormörser  mit  heftiger  Wirkung  Koningshoyck  und  die
Forts  Kessel,  Bröchem,  Wawre  und  St.  Catharine.  Der  Generalstabschef  Moltke  überreichte  zahlreichen
österreichischen  Offizieren  und  Unteroffizieren  das  Eiserne  Kreuz.  —  Zum  deutschen  Kommandanten  der
Festung  Antwerpen  wurde  der  Militärpolizeimeister  von  Metz,  Generalmajor  von  Bodenhausen,  ernannt.

Nach  einem  an  die  österreichischen  Diamanthändler  in  Wien  heute  eingetroffenen  Telegramm  des  Edelsteinhändlers
  van  Beeren  aus  Antwerpen  heißt  es,  daß  die  Sicherheitsfächer  in  der  Diamantenbörse  und  im
Diamantenklub  völlig  intakt  seien.  Millionenwerke  sind  unversehrt  geblieben,  so  daß  keiner  für  seinen  Besitz
zu  fürchten  braucht.

Laut  Verordnungsblatt  des  Kriegsministeriums  verlieh  der  König  von  Bayern  dem  Kapitänleutnant
Weddigen,  Kommandant  des  U.  9,  das  Ritrerkreuz  der  Militär-Max-Josef-Ordens  und  dem  Obermatrosen
  Bruno  Geist  vom  U.  9  die  goldene  Militärverdienstmedaille.

In  der  ganzen  Champagne  begann,  während  rings  um  Reims  der  Schlachtenlärm  donnerte,  die  Weinlese.


Der  Münchener  Zeitung  wird  aus  dem  Felde  mitgeteilt,  daß  der  Kaiser  kürzlich  mit  den  Generalen  von
Xylander  und  von  Nagel  zusammengetroffen  sei  und  bierbei  unter  Anerkennung  der  hervorragenden  Tapferkeit
  der  Bayern  geäußert  habe:  Ich  wünsche  nur  den  Engländern,  daß  sie  einmal  mit  den  Bayern
zusammenkommen.

Der  Krankenschwester  Elfriede  Scherhans  von  der  Berufsorganisation  der  Krankenpflegerinnen  Deutschlands,
  die  eines  unserer  Regimenter  im  Osten  seit  Beginn  des  Krieges  auf  dem  Sanitätswagen  und  auf  allen
Märschen  begleitete,  wurde  das  Eiserne  Kreuz  verliehen.  Ein  General  brachte  es  ihr  selbst.

15.  Okltober.

Amtlich  wird  verlautbart:  In  der  Linie  Stary-Sambor-Medyka  sind  befestigte  Stellungen  des  Feindes.
Unsere  Truppen  greifen  an.  Die  Kämpfe  nehmen  an  Ausdehnung  zu.  In  den  Karpathen  nahmen  wir  Toronja
  nach  viertägigen  Kämpfen  und  verfolgten  die  Russen  gegen  Wyskow.  Kleinere  erfolgreiche  Gefechte
mit  zurückgehenden  feindlichen  Abteilungen  fanden  auch  im  Visso-Tale  statt.  von  Höfer.

Die  News  van  den  Dag  meldet:  Die  gestern  in  Selzaete  eingetroffenen  Deutschen  stellten  die  von  den  Belgiern
  zerstörte  Brücke  wieder  her.  Die  Landwehrtruppen  waren  morgens  damit  beschäftigt,  westlich  Selzaete
Laufgräben  aufzuwerfen.  Die  Bahngeleise  waren  zerstärt.  Ebenso  waren  die  Telegraphen=  und  Telephonapparate
  vom  Bahnhof  weggenommen.

In  der  Richtung  auf  Sieenbrugge  ist  anscheinend  ein  Gefecht  im  Gange.  —  In  Brügge  fiel  eine  Bombe
auf  die  Kaserne.

Aus  Roosendaal  wird  gemeldet:  Der  gestrigen  Erklärung  des  Bürgermeisters  und  der  Schöffen  Antwerpens
  über  die  Rückkehr  flüchtiger  Einwohner  wurde  nachstehender  Anhang  des  deutschen  Gouverneurs  von
Antwerpen  in  deutscher  und  holländischer  Sprache  hinzugefügt:

Die  vorstehende  Erklärung  ist  mit  meinem  vollständigen  Einverständnis  erlassen.  Im  Falle,  daß
feindliche  Akte  irgendwelcher  Art  vorkommen  sollten,  kann  natürlich  keine  Garantie  dafür  übernommen
werden,  daß  alsdann  mit  den  Schuldigen  nicht  auch  die  Unschuldigen  leiden.  Der  Termin  von  fünf
Tagen  für  die  Rückkehr  gewisser  Klassen  der  Bevölkerung  wird  auf  zwölf  Tage  verlängert.

Ein  großes  englisches  Geschwader  mit  Transportfahrzeugen  ist  vor  Ostende  angekommen,  um  gegebenenfalls
  die  frühere  Antwerpener  Besatzung  einschiffen  zu  können.  Es  wird  noch  mitgeteilt,  daß  die  Verluste  der
Belgier  und  Engländer  bei  Antwerpen  erschreckend  groß  gewesen  seien.  Die  platzenden  Granaten  töteten

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