beginnen  wollen,  so  wollen  Sie  unserem  entsprechend  bevollmächtigten  Delegierten,  Oberstleutnant
Wandam  Ihre  Bedingungen  gütigst  mitteilen.  Ich  benutze  diesen  Anlaß,  um  Euerer  Exzellenz  meine
Hochachtung  auszusprechen.

Der  Kommandierende  der  Przemyel  blockierenden  Armee.
General  Radtko  Dimitriew.

Die  sogleich  auf  dieses  Schreiben  erfolgte  Antwort  lautet:

Herr  Kommandant!
Ich  finde  es  unter  meiner  Würde,  auf  Ihr  schimpfliches  Ansinnen  eine  meritorische  Antwort  zu
erteilen.
Der  Kommandant  der  Festung  Przemysl.

Bekanntlich  ist  die  Festung  inzwischen  entsetzt  worden.

Über  Greueltaten  der  Serben  in  Mazedonien  schreiben  verschiedene    Blätter,  so  berichtet  die  halbamtliche
Narobuy  parva,  nahmen  die  Greuel  in  den  Ortschaften  Cewgili,  Istip,  Doiran,  Radowischte  und  Maleschewo
ungeheuere  Ausdehnung  an.  In  dem  Dorfe  Udowo  wurde  kürzlich  ein  Türke,  in  Bedschesch  Tschausch  zwei  Bulgaren
  und  in  dem  Dorfe  Sermentin  eine  Bulgarin  gekreuzigt.

Der  Kriegsberichterstatter  des  Rieuwen  Rotterdamschen  Courant  drahtet  aus  Sas  van  Gent:  Die  Verbündeten
  ziehen  sich  aus  ganz  Belgien  zurück.  Die  Deutschen  rücken  unter  der  Losung:  Wir  werden  sie  totmarschieren
  in  Eilmärschen  vor.  Bei  Ypern  scheint  heftig  gekämpft  worden  zu  sein,  aber  die  Deutschen  verfügten
  über  starke  Truppen,  die  alles  vor  sich  hertrieben.  —  In  Lille  war  in  den  Straßen  gekämpft  worden
und  dann  wurde  die  Stadt  bombardiert.  Von  einer  Taube  waren  Bomben  geworfen  worden.  In  der  Stadt
brach  Feuer  aus  und  die  Bürger  flohen,  bekleidet  mit  dem  allernötigsten  nach  allen  Richtungen.  Die  Einnahme
der  Stadt  erfolgte  am  Dienstag  abend,  es  wurde  aber  immer  noch  geschossen  und  erst  um  Mitternacht  wurde
die  weiße  Fahne  auf  dem  Rathause  gehißt.  Mittwoch  früh  zogen  die  Deutschen  mit  klingendem  Spiele  in  die
brennende  Stadt  hinein.  Der  Stadtteil  zwischen  dem  Bahnhof  und  der  Kirche  St.  Maurice  ist  gänzlich  zerstört.
Auf  der  Fahrt  von  Ostende  nach  Sluys  begegnete  man  hunderten  von  Automobilen  mit  belgischen  Offizieren,
von  denen  die  meisten  in  die  Hände  der  Deutschen  fielen.  Sogar  bei  Dünkirchen  wurde  schon  gekämpft.  Stadtteile
  sind  durch  veranstaltete  Überschwemmungen  geschützt.

Belgien  ist  nun  vollkommen  in  der  Macht  der  deutschen  Truppen.  Die  Deutschen  stellen  überall
den  Straßenbahnverkehr  wieder  her.  In  Maaseyck  wurden  sämtliche  Bewohner  aufgefordert,  Fahrräder
und  Motorfahrräder  einzuliefern.

Amtlich  meldet  das  Große  Hauptquartier:  Die  Russen  versuchten  am  14.  Oktober,  sich  wieder  in  den  Besitz
von  Lyck  zu  setzen.  Sie  wurden  zurückgewiesen.  800  Gefangene,  ein  Geschütz  und  drei  Maschinengewehre
fielen  dabei  in  unsere  Hände.

Brügge  wurde  am  14.  Oktober  und  Ostende  am  15.  Oktober  von  unseren  Truppen  besetzt.

Heftige  Angriffe  der  Franzosen  in  der  Gegend  nordwestlich  Reims  wurden  abgewiesen.

Fünf  Tage  nach  der  Besetzung  Antwerpens,  so  schreibt  der  Rotterdamsche  Courant,  befindet  sich  ganz
Belgien  in  der  Hand  der  Deutschen.  Da  das  Gros  des  Heeres  der  Verbündeten  nach  Süden  abgezogen  ist,
blieb  in  Brügge  fast  keine  Besatzung.  Ostende  ist  bereits  in  deutschem  Besitz.  Die  Truppen  der  Verbündeten
waren  abgezogen  und  ließen  die  Stadt  ohne  Verteidigung.  Es  wird  jetzt  bei  Dünkirchen  gefochten.  —  Die
Deutschen  sind  auch  in  Brügge  ohne  Kampf  eingezogen.  Desgleichen  sind  die  westlichen  Küstenorte  Knocke
und  Heyst  von  deutschen  Truppen  besetzt  worden.

Der  Bürgermeister  der  seit  zehn  Wochen  von  den  Deutschen  besetzten  Stadt  Wemmel  richtete  an  den
Generalgouverneur  von  der  Goltz  ein  Schreiben,  in  dem  er  die  Haltung  der  deutschen  Truppen  als  durchaus
tadellos  bezeichnete,  und  in  den  wärmsten  Worten  die  Gerechtigkeitsliebe  und  die  entgegenkommende  menschenfreundliche
  Haltung  des  Platzkommandanten,  Oberstleutnants  v.  B.  hervorhob.  Die  Bevölkerung  Wemmels,