Auf  die  Huldigungsdepeschen  der  Ausgemusterten  aller  Militärbildungsanstalten  sind  vom  Kaiser  Antwortdepeschen
  eingelaufen,  in  denen  der  Kaiser  (Franz  Josef)  die  warm  empfundene  Huldigung  entgegengenommen
  und  herzlichst  für  die  bei  einem  solch  bedeutungsvollen  Anlaß  kundgetane  treue  Anhänglichkeit  dankt.
Erzherzog  Karl  Franz  Josef  sandte  den  Ausgemusterten  der  Militärakademie  in  Wien  eine  Antwortdepesche,
in  der  er  für  die  patriotische  von  echt  militärischem  Geiste  durchhauchte  Kundgebung  wärmstens  dankt.  —  Armeeoberkommandant
  Erzherzog  Friedrich  richtete  heute  an  die  ausgemusterten  Zöglinge  der  Militärakademien
und  Kadettenschulen  Begrüßungsworte,  in  denen  es  heißt,  Er  sei  überzeugt,  daß  die  jungen  Kameraden  getreu
der  altberühmten  in  den  heutigen  Tagen  mit  Heldenblut  neuerdings  besiegelten  Tradition  des  österreichischungarischen
  Offiziers  mit  dem  heiligen  Gelöbnis  ins  Feld  ziehen,  für  Kaiser,  König  und  Vaterland  zu  siegen
oder  zu  sterben.

Der  Musketier  Otto  Wilhelmy  aus  Waldböckelheim  wurde  vor  vier  Wochen  wegen  hervorragender
Tapferkeit  zum  Unteroffizier  befördert  und  erhielt  das  Eiserne  Kreuz  zweiter  Klasse.  Vor  acht  Tagen  wurde
er  zum  Leutnant  ernannt  und  mit  dem  Eisernen  Kreuz  erster  Klasse  ausgezeichnet.

Da  die  russische  Schwarze-Meerflotte  vor  dem  Hafen  von  Warna  in  der  Richtung  auf  Burgas



und  Konstantinopel  einige  Schüsse  abgegeben  hatte,  bereitet  sich  die  Türkei  auf  die  Möglichkeit  eines  Zusammenstoßes
  vor.

Den  kommandierenden  General  von  Stein  ernannte  die  philosophische  Fakultät  in  Halle  zum  Ehrendoktor.


Der  italienische  Minister  des  Äußeren,  San  Giuliano  ist  om  16.  Oktober  nachmittags  gegen  2  Uhr
30  Min.  gestorben.

In  Sevastopol  fand  ein  Admiralitätsrat  statt,  um  Maßnahmen  über  die  seit  einigen  Tagen  beginnende
Bewegung  der  russischen  Schwarzen  Meerflotte  und  die  Verstärkung  des  Schiffsbestandes  zu  treffen.

Hans  plaudert:
17.  Oktober.

Auch  der  Humor  hat  seine  zwei  Seiten,  eine  helle  und  eine  dunkle.  So  sehr  wir  uns  über  eine  gelungene
gute  Witzkarte  oder  Kriegshumorkarte  freuen,  so  sehr  verschnupft  es  uns  auch,  wenn  wir  dummes  profanes
Zeug  zu  Augen  bekommen.  Da  liegt  in  verschiedenen  gar  kein  Witz  und  Humor  mehr  und  die  Erzeuger  vieler
solcher  Schundkriegskarten  tun  gut,  mit  ihren  Namen  ruhig  im  Verborgenen  zu  bleiben.  Es  liegt  aber
an  den  Käufern,  nicht  Schund  sondern  Kunst  und  guten  Humor  und  Witz  zu  kaufen.  Die  Schundkarten
werden  dann  von  selbst  verdorren  und  vernichten.  Einer  Agitation  gegen  dieselben  bedarf  es  nicht,  am  allerwenigsten
  aber  ein  Einschreiten  verschiedener  Behörden.  Auch  die  Zeitungen  müßten  darüber,  wie  über  so  manches