Daß  die  Stimmung  in  Paris  nach  dem  Vorgehen  in  Belgien  nicht  die  gehobenste  sein  kann,  das  können
wir  uns  wohl  vorstellen.  Dazu  kommen  die  täglichen  Beunruhigungen  durch  die  Flieger  und  daß  diese  stets
ungestraft  entkommen.  Sie  haben  ein  eigenes  Schutzaerokorps  und  dieses  haben  sie  nun  nach  Denis  verlegt.

über  die  französischen  Barbareien  im  Elsaß  schreiben  die  verschiedenen  Straßburger  Blätter:  Im  oberen
Breuschtal  haben  die  Franzosen  bei  ihrem  Vormarsch  sämtliche  Gehöfte  eingeäschert,  um  einem  neuen  deutschen
Gegenangriff  keine  Deckung  zurückzulassen.  Die  meisten  Bewohner  mußten  als  Geiseln  nach  Frankreich  gebracht
  werden.  Saales  ist,  weil  ein  deutscher  Ulan  darin  gefunden  wurde,  vollständig  niedergeschossen  worden,
die  Zuaven  haben  selbst  die  umliegenden  Felder  niedergebrannt.  Die  Orte  Saulxures,  Playne,  Diesbach  und
Coulroy  sind  aus  den  gleichen  Gründen  total  zerstört  worden,  obwohl  die  arme  Bevölkerung  das  menschenmöglichste
  getan  hatte,  um  die  franzssischen  Truppen  freundlichst  zu  bewirten.  Wenn  die  Bevölkerung  nicht
laut  genug  ihre  Hochrufe  auf  die  einziehenden  französischen  Truppen  ausbrachte,  wurden  einfach  Salven  auf
die  Häuser  abgegeben,  nachdem  man  zuvor  die  Bevölkerung  entfernt  hatte.  Auf  Schritt  und  Tritt  beweisen
zerstörte  Häuserviertel  in  den  vom  Kampf  unberührt  gebliebenen  Ortschaften  die  Kulturhandlungen  der  französischen
  Armee.  Aus  Naurup  wurden  selbst  Frauen  und  Kinder  von  den  Zuaven  unter  Kolbenschlägen  fortgetrieben
  und  erst  am  anderen  Tage  auf  Befehl  der  höheren  Offiziere  zurückgelassen.  Die  Räubereien  der
französischen  Soldateska  auf  den  einsamen  Forsthäusern  und  Lokalen  der  Vogesenhöhen  sollen  diesmal  viel
schlimmer  als  vorher  gewesen  sein.  In  den  meisten  elsassischen  Orten  hatte  der  französische  Befehlshaber  ein
allgemeines  Verbot  erlassen,  wonach  Zuaven  das  Lager  überhaupt  nicht  mehr  verlassen  durften,  weil  die  Raubund
  Mordlust  der  afrikanischen  Truppen  zu  ernsten  Vorgängen  geführt  hatte.

Der  deutsche  Gesandte  und  die  deutsche  Kolonie  in  Lissabon  bereiten  sich  zur  Übersiedlung  nach  Spanien
vor.

Nach  einer  Meldung  des  Kommandeurs  des  vierten  Armeekorps  besuchte  unser  Kaiser  am  5.  Oktober
die  neuen  Stellungen  des  Korps,  die  nach  fünftägigem  ununterbrochenen  Ringen  Mann  gegen  Mann  einem
tapferen,  vor  züglich  gebildeten  Feind  abgenommen  waren  und  sprach  den  Dank  für  die  Leistungen  aus.  Der
Erfolg  sei  den  über  alles  Lob  erhabenen  Offizieren  und  der  Hingabe  und  der  Tapferkeit  der  braven  Truppen
zu  danken.

Das  heute  abend  ausgegebene  amtliche  französische  Communiqué  hebt  hervor,  daß  die  Kampflinie  von
Ypern  bis  nach  der  Meeresküste  sich  ausdehnt.  Eine  nachts  elf  Uhr  ausgegebene  amtliche  Meldung  bespricht
die  Kämpfe  bei  Lille  sowie  nordwestlich  von  Verdun.  Die  Lage  wird  im  allgemeinen  als  unverändert  bezeichnet.


Alle  Pariser  Feuerwehrleute  sind  zur  Aufsuchung  und  Bestattung  der  Pferdeleichen  6  Kilometer  hinter
der  ersten  Schlachtlinie  aufgeboten,  weil  Frankreich  den  Ausbruch  von  Epidemien  befürchtet.

Eine  Taube  überflog  am  Mittwoch  nachmittag  Nancy  und  warf  3  Bomben  ab,  die  auf  den  Bahnhof
fielen.  Die  erste  riß  auf  einem  Nebengeleise  ein  tiefes  Loch,  die  zweite  fiel  auf  dem  Bahnstieg  vor  einem  Bahnarbeiterhäuschen
  und  durchschnitt  die  Telegraphendrähte  und  die  dritte  beschädigte  einen  Güterwagen  und  verletzte
  drei  Bahnbeamte.

Amtlich  wird  vom  16.  Oktober  mittags  verlautbart,  daß  die  Kämpfe  an  unserer  ganzen  Front  von  Stary
und  Sambor  bis  zur  Sanmündung  auch  gestern  andauerten.

In  Marmaros  nahmen  die  den  Feind  verfolgenden  eigenen  Abteilungen  ven  Raho  Besitz.  Im  Tale
der  Schwarzen  Bystrica  ziehen  sich  die  Russen  von  Truppen  bei  Rafailowa  geschlagen  gegen  Zielona
zurück.  von  Höfer...

Nieuws  van  Dag  meldet  aus  Brügge  von  gestern:  20000    Deutsche  befinden  sich  in  Maldegem,  hart
an  der  holländischen  Grenze.  Die  Engländer  ziehen  sich  dauernd  zurück.  Belgische  Soldaten  überschreiten
fortgesetzt  die  Grenze.

Eine  Züricher  Depesche  der  Köln.  Ztg.  versichert,  daß  gegen  die  von  den  Franzosen  östlich  Belfort  bis  ins
Elsaß  vorgeschobenen  Stellungen  bereits  Dienstag  schwere  deutsche  Mörser  angesetzt  wurden.  Die  Kämpfe
waren  sehr  heftig.  Die  Deutschen  gewannen  schrittweise  Boden.

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