Der  Berliner  Bürgermeister,  Dr.  Reicke,  hat  dem  Wiener  Bürgermeister  Weißkirchner  mitgeteilt,  daß  der
Berliner  Magistrat  zur  Unterstützung  der  in  Berlin  wohnenden  österreichisch-ungarischen  Wehrpflichtigen  40000  
Mark  dem  Hilfsverein  in  Berlin  überwiesen  habe.  Nachdem  Bürgermeister  Weißkirchner  unter  lebhaftem  Beifall
  im  Stadtrate  hiervon  Mitteilung  gemacht  hatte,  beschloß  dieser,  in  gleicher  Treue  der  hier  weilenden  Reichsdeutschen
  zu  gedenken  und  dem  deutschen  Hilfsverein  in  Wien  zur  Umterstützung  der  in  Not  geratenen  reichsdeutschen
  Staatsbürger  40000  Kronen  zu  überweisen.

Die  ganze  Besatzung  des  deutschen  Untersebootes  U.  26,  das  die  Pallada  zum  Sinken  brachte,  hat  das
Eiserne  Kreug  erhalten.

Die  bulgarische  Regierung  hat  ihre  Gesandten  in  Risch  und  Athen  neuerdings  beauftragt,  gegen
die  Gewalttärigkeiten,  die  sich  die  serbischen  und  griechischen  Behörden  in  Neuserbien  zuschulden  kommen
lassen,  entschieden  zu  protestieren.  Die  bulgarische  Regierung  hat  betonen  lassen,  daß  dieser  Schritt  der
letzte  sei,  den  sie  in  dieser  Angelegenheit  unternehme.

Der  Exkönig  Manuel  von  Portugal  stattete  Edward  Grey  einen  Besuch  ab.  Von  großem  Interesse
  dürfte  sein,  daß  der  frühere  portugiesische  Gesandte  Marquis  Sowerel  beim  König  in  Sandringham  weilt.

Die  Neue  Züricher  Zeitung  schreibt  und  bespricht  nach  dem  Temps  die  Landung  der    indischen  Truppen  in
Marseille  folgendermaßen:  Die  Inder  sind  mit  Stolz  gegen  die  Deutschen  geführt  worden  und  haben  erklärt,
  sie  wollen  lieber  sterben,  als  unterliegen,  weil  jene,  so  erzählt  der  Berichterstatter  der  Temps,  bei  ihrer
Ankunft  die  in  den  Zeitungen  veröffentlichten  Briefe  englischer  Offiziere  lasen,  daß  die  deutschen  Soldaten
den  Frauen  die  Brüste  abschnitten.

Dazu  bemerkt  die  Neue  Züricher  Zeitung:  Mit  welchen  Mitteln  werden  all  die  tapferen  Inder  gegen  ein
europäisches  Kulturvolk  aufgestachelt!?!

Chinas  Einspruch  gegen  das  japanische  Vorgehen.

Der  Protest,  den  der  chinesische  Gesandte  dem  Minister  des  Äußern  über  den  japanischen  Neutralitätsbruch
  zur  Kenntnis  gebracht  hat,  lautete:

Angesichts  der  Feindseligkeiten,  die  sich  auf  dem  Territorium  von  Schantung  zwischen  Großbritannien,
  Japan  und  Deutschland  abspielen,  und  in  Anbetracht  der  feindlichen  Beziehungen  dieser  Mächte
zu  China  hat  die  chinesische  Regierung  nach  dem  Beispiele  des  Vorganges  im  russisch-japanischen  Kriege
allen  Mächten  mitgeteilt,  daß  sie  eine  militärische  Zone  von  bestimmter  Ausdehnung  bezog,  die  als  unerläßlich
  für  diese  Feindseligkeiten  erachtet  wird.  Sofort  nach  der  Landung  japanischer  Truppen  in
Lumkow  hat  die  chinesische  Regierung  erklärt,  daß  die  japanischen  Truppen  nicht  in  Weihsien  werden
eindringen  dürfen  und  daß  die  Eisenbahn  von  Tsienansu  nach  Weihsien,  wie  immer  von  den  chinesischen
  Truppen  beschützt  werde.  Die  japanische  Regierung  hat  diese  Erklärung  angenommen.  Vor
einigen  Tagen  hat  jedoch  die  Ortsbehörde  von  Schantung  zu  wiederholten  Malen  telegraphisch  berichtet,
daß  mehr  als  1000  japanische  Soldaten  plötzlich  in  Weihsien  eingetroffen  sind  und  die  Eisenbahnstation
besetzt  haben.  Der  Vertreter  Japans  in  Peking  hat  hierauf  persönlich  folgende  Erklärung  abgegeben:
In  Anbetracht  des  Umstandes,  daß  die  Eisenbahn  von  Kiautschau  nach  Tsienansu  Eigentum  der  Deutschen
  ist,  aber  von  den  japanischen  Truppen  besetzt  und  verwaltet  werden  muß,  beabsichtigt  die  japanische
  Regierung  unverzüglich  Truppen  zur  Besetzung  aller  Eisenbahnstationen  bis  Tsienansu  zu  entsenden.
  Es  folgt  dann  die  Feststellung,  daß  die  Schantungbahn  nicht  deutsches,  sondern  deutschchinessisches
  Eigentum  sei  und  daß  die  Besetzung  durch  japanische  Truppen  einen  Neutralitätsbruch
  darstelle.

Nach  englischem  Muster  sind  die  Russen  und  Japaner  bemüht,  den  telegraphischen  Verkehr  Chinas  mit
dem  Auslande  zu  unterbinden.

Zum  Untergang  des  Kreuzers  Pallada  wird  aus  Petersburg  berichtet,  baß  insgesamt  565  Mann  ertrunken
sind.  Nur  sieben  Matrosen  und  ein  Mechaniker  blieben  am  Leben.  Die  deutschen  Unterseeboote  hätten  heldenmütig
  eine  ganze  russische  Kreuzerdivision  angegriffen.

Amtlich  wird  verlautbart:  Sowohl  die  in  der  Linie  Stary-Sambor-Medyka  und  am  San  entbrannte

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