Die  Eisernen  Kreuze  für  Kommandant  und  Mannschaft  von  U.  26  wurden  gestern  mittag  von  der
Kronprinzessin  auf  der  kaiserlichen  Werft  in  Danzig  verteilt.  Kommandant  des  U.  26,  der  die  Pallada
zum  Sinken  gebracht,  ist  Kapitänleutnant  Freiherr  von  Berckheim,  der  Sohn  des  badischen  Gesandten  in
Berlin.

Der  König  von  Sachsen  ließ  dem  General  der  Infanterie,  von  Beseler,  folgendes  Telegramm  zugeben:
  Euerer  Exzellenz  drücke  ich  zu  den  großen  Erfolgen  meine  herzlichsten  Glückwünsche  aus.  Ich  gedenke
noch  mit  Freude  der  Zeit,  in  der  Sie  als  Generalinspekteur  des  Ingenieur=  und  Pionierkorps  in  Beziehungen
zu  meiner  Armee  standen.  Friedrich  Angust.

Der  König  tritt  die  Reise  nach  dem  westlichen  Kriegsschauplatze  an.  Prinz  Johann  Georg  ist  zum  Stellvertreter
  für  die  Regierungsgeschäfte  bestellt.

Amtlich.  Am  17.  Oktober  nachmittags  gerieten  unsere  Torpedoboote  S.  115  ,  S.  117,  S.  118,  S.  119
unweit  der  holländischen  Küste  in  Kampf  mit  dem  englischen  Kreuzer  Undaunted  und  vier  englischen  Zerstörern.
  Nach  englischen  amtlichen  Nachrichten  wurden  die  deutschen  Torpedoboote  zum  Sinken  gebracht  und
von  ihren  Besatzungen  31  Mann  in  England  gelandet.  Der  stellvertretende  Chef  des  Admiralstabes:  gez.  von
Behncke.

3000  deutsche  Soldaten  besetzten  Blankenberghe  und  quartierten  sich  in  den  großen  Gasthöfen  des
bekannten  Seebades  ein.

Amtlich  verlautbart:  Unser  Angriff  in  der  Schlacht  beiderseits  des  Strwiatzflusses  wurde  gestern
fortgesetzt  und  gelangte  stellenweise  bereits  nahe  an  die  feindlichen  Linien  heran.  An  einzelnen  Punkten  arbeiteten
  sich  unsere  Truppcn,  wie  im  Festungskriege  mit  Laufgräben  vorwärts.  In  der  vergangenen  Nacht
wurden  mehrere  Angriffsversuche  der  Russen  blutig  abgewiesen.  Auch  heute  ist  die  Schlacht  auf  der  ganzen
Linie  im  Gange.  Unsere  schwere  Artillerie  hat  eingegriffen.  Die  Verfolgung  des  nördlich  Wyszkows  geworfenen
  Feindes  wird  fortgesetzt.  Andere  Teile  unserer  über  die  Karpathen  vorgerückten  Kräfte  sind  bis  Lubiences
  auf  die  Höhen  nördlich  Orows  und  in  dem  Raume  von  Uroz  vorgedrungen.  Die  Verluste  der  Russen
bei  ihrem  Angriff  auf  Przemysl  werden  auf  70000    Tote  und  Verwuntete  geschätzt.  von  Höfer.

Der  Corriere  della  Sera  schildert  einen  verhängnisvollen  Irrtum  der  als  freiwillige  Hilfstruppe  nach
Frankreich  gegangenen  Garribaldianer.  Bei  Craonne  näherten  sich  einem  Garrabaldi-Bataillon  im  Dunkeln
  Gestalten  in  Mänteln,  die  beschossen  wurden.  Es  entspann  sich  ein  wütender  Kampf,  in  dem  800  Mann
des  Bataillons  von  vermeintlichen  Preußen  (es  waren  jedoch  Turkos),  mit  einem  Bajonettangriff  bis  auf
200  Mann  aufgerieben  wurden.  Das  klingt  sehr  sonderbar.  —

Aus  London  wird  gemeldet:  Seit  Donnerstag  steht  ein  verzweifelter  Kampf  in  der  Umgegend  von  Ypern
und  Courtrai,  wo  die  deutschen  Abteilungen  von  Antwerpen  mit  größter  Heftigkeit  auf  den  äußersten  linken
Flügel  drücken,  um  eine  Verbindung  zwischen  dem  deutschen  westlichen  Flügel  in  Belgien  und  dem  deutschen
rechten  Flügel  in  Frankreich  herzustellen.  Die  Anstrengungen  waren  bisher  erfolglos;  sie  werden  mit  verzweifelter
  Gewalt  fortgesetzt.  Gleichzeitig  griff  ein  starkes,  gemischtes  deutsches  Korps  die  englische  und  französische
  Besatzung  von  Ostende  und  die  französischen  Marinesoldaten  an,  die  den  Rückzug  der  Belgier  nach
Dünkirchen  deckten,  und  in  verschanzten  Stellungen  zwischen  Dirmuiden  und  Roulers  vorbereiteten.
Der  Ausgang  des  Kampfee  ist  nicht  bekannt,  doch  wird  nicht  geglaubt,  daß  die  Verbündeten  ihre  Stellungen
halten  werden.  Die  Bewegung  des  Heeres  ist  sehr  durch  die  flüchtende  belgische  Bevölkerung  gehemmt.  —
Der  nächste  große  Kampf  wird  bei  Dünkirchen  erwartet,  wo  die  Franzgosen  und  Engländer  starke  Befesigungen
  um  die  Stadt  angelegt  und  große  Überschwemmungen  vorgenommen  haben.  Das  Vorrücken  der
Deutschen  zu  verhindern,  ist  von  allergrößter  Bedeutung,  da  es  dem  linken  Flügel  der  Verbündeten  gilt.

Über  Agram  wird  vom  südlichen  Kriegsschauplatz  gemeldet,  daß  die  Serben  einen  verzweifelten  Angriff
auf  den  Czerny-Vrh  unternahmen,  den  sie  mit  dem  Verlust  von  zwei  Infanterie-Regimentern,  zwei  Batterien
  und  mehreren  Maschinengewehren  bezahlten.

Die  Zahl  der  in  Österreich-Ungarn  zurzeit  untergebrachten  russischen,  serbischen  und  montenegrinischen
Kriegsgefangenen  hat  bereits  48000    überschritten.  Unter  ihnen  befinden  sich  etwa  3500  Offiziere.

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