heiten  heftig  beschoß,  rückten  sie  unterwegs  ein.  Das  Leuchtfeuer  an  der  Spitze  von  Ostro  wurde  von  dem
französischen  Kreuzer  ebenfalls  beschossen,  jedoch  nur  an  der  Galerie  beschädigt.  Das  weiter  seewärts  beobachtete
  französische  Gros  verließ  nach  Sichtung  der  Unterseeboote  schleunigst  unsere  Gewässer.  Die  eigenen
Torpedoboote  unternahmen  in  den  frühen  Morgenstunden  des  13.  Oktober  einen  Raid  auf  den  Hafen  von  Antivari
  unk  zerstärten  aus  nächster  Nähe  einige  Magazine  und  beladene  Waggone  durch  Geschützfeuer.  von  Höfer.

Aus  Sluis  wird  gemeldet:  In  verschichenen  Orten  des  südwestlichen  Seelands  wird  starker  Kanonendonner
  gehört.  Es  wurde  behauptet,  daß  er  von  englischen  Schiffen  käme,  die  Ostende  beschossen.  In  Brügge
herrsche  vollständige  Ruhe.  Die  Deutschen  erhielten  bedeutende  Verstärkungen.

Das  Reutersche  Bureau  (Vorsicht!)  meldet  aus  Lissabon,  daß  nach  dem  Blatte  Paiz  die  Kammern  am
Mittwoch  zusammentreten  und  werde  eine  Kabinettskrisis  erwartet.  Freire  Andrade  werde  sodann  ein  Kabinett
bilden,  in  dem  alle  politischen  Parteien  vertreten  seien.

Heldentod  eines  Hamburger  Fliegers.  Der  Flugzeugführer,  Unteroffizeer  Finger  ous  Hamburg
wurde  auf  dem  Rückwege  nach  dem  Erkundigungsflug  von  mehreren  feindlichen  Fliegern  verfolgt  und  heftig
beschossen.  Finger  erhielt  einen  Schuß  in  den  Dickdarm  und  einen  in  den  rechten  Unterarm,  so  daß  er  nur  mit
der  linken  Hand  steuern  konnte.  Trotz  der  tötlichen  Verletzung  hielt  Finger  die  Steuerung  des  Flugzeuges  aufrecht
und  ging  in  langem  Gleitfluge  nieder.  Leider  konnte  ihn  die  Kunst  der  Ärzte  nicht  mehr  retten.  Am  Nachmittag
des  10.  Oktober  um  5  Uhr  überreichte  ihm  sein  Kommandeur  das  Eiserne  Kreuz.  Eine  Stunde  später  ereilte
ben  wackeren  Flieger  der  Tod.

Nach  holländischen  Meldungen    haben  die  Deutschen  den  Vorstoß  der  Verbündeten  bei  Arras  und  Roye
erfolgreich  abgewiesen;  desgleichen  schreiten  die  Deutschen  bei  Dirmuiden  trotz  der  Mitwirkung  der  britischen
Schiffsgeschütze,  die  von  der  Seeseite  her  eingreifen,  unaufhaltsam  vor.

Der  Corriere  della  Sera  gibt  aus  Mailand  folgende  Mitteilung  des  Journals  de  Rouen  wieder.  Die  Deutschen
  fanden  zwischen  Rouen  und  Arras  eine  kolossale  Schanze,  nämlich  den  Grand  Canal  du  Nord,  dessen
Bau  noch  nicht  beendet  ist.  Der  Kanal  erstreckt  sich  95  Kilometer  weit.  Die  Deutschen  gestalten  den  noch
trockenen  tiefen  Graben  in  eine  befestigte  Front  um  und  werden  viele  Truppen  dort  sicher  unterbringen  können.

Aus  Marseille  wird  gemeldet,  daß  dort  gestern  18  englische  Dampfer  mit  frischen  indischen  Truppen  gelandet
  seien.  Man  schätzt  die  Zahl  auf  30000  Mann.  Ferner  wird  aus  London  gemeldet,  daß  1000  Streckenarbeiter
  mobilisiert  und  nach  Frankreich  gesandt  werden,  um  die  zerstörten  Eisenbahnen  wieder  herzustellen.

Der  Reichskanzler  und  die  Arbeitslosenfürsorge.

Auf  eine  Eingabe  der  Vorsitzenden  der  Gesellschaft  für  soziale  Reform,  Staatsminister  Berlepsch  und
Professor  Franke,  die  sich  mit  der  Frage  der  Arbeitslosenfürsorge  befaßt,  erging  folgende  Antwort  des  Reichskanzlers.


Euer  Exzellenz  geneigtes  Schreiben  vom  21.  September,  das  Sie  gemeinschaftlich  mit  Herrn  Professor
Francke  an  mich  gerichtet  haben,  gelangte  in  meine  Hände.  Ich  bin  ebenso,  wie  Sie  davon  durchdrungen,  daß
alles  geschehen  muß,  um  diejenigen  unserer  Volksgenossen,  die  der  Krieg  erwerbslos  gemacht  hat,  vor  Not
zu  schützen.  In  erster  Linie  werden,  wie  Sie  treffend  hervorheben,  die  Gemeinden  dafür  zu  sorgen  haben,  daß
die  Unterstützung  in  ausreichendem  Maße  und  unter  Formen  gewährt  wird,  die  dem  Umstande  Rechnung  tragen,
daß  er  sich  hierbei  nicht  um  Armenunterstützung  in  landläufigem  Sinne  handelt.  Dabei  rechne  ich  darauf,
daß  die  Bundesstaaten  bestrebt  sein  werden,  den  Gemeinden,  soweit  die  Geldbeschaffung  Schwierigkeiten  macht,
mit  ihrem  Kredit  beizuspringen,  zumal  sich  meines  Erachtens  nach  das  Reich  nach  beendetem  Kriege  der  Prüfung
nicht  wird  entziehen  können,  inwieweit  es  sich  seinerseits  an  der  Unterstützung  beitragsschwacher  Gemeinden
beteiligen  muß.  Euer  Exzellenz  ergebener  von  Bethmann-Hollweg.

Amtlich  meldet  das  Große  Hauptquartier:  Am  Yserkanal  stehen  unsere  Truppen  noch  im  heftigen  Kampfe.
Der  Feind  unterstützte  seine  Artillerie  vom  Meer  nordwestlich  Nieuport  aus.  Ein  englisches  Torpedoboot
  wurde  dabei  von  unserer  Artillerie  kampfunfähig  gemacht.

Die  Kämpfe  westlich  Lille  dauern  an.  Unsere  Truppen  gingen  auch  dort  zur  Offensive  über  und  warfen
den  Feind  an  mehreren  Stellen  zurück.  Es  wurden  etwa  2000  Engländer  zu  Gefangenen  gemacht  und  mehrere
Maschinengewehre  erbeutet.