Das  Weimarische  Staatsministerium  ordnete  mit  Rücksicht  auf  die  Steigerung  der  Lebensbedürfnisse
an,  daß  in  großem  Maßstabe  die  forstfiskalischen  Kahlschläge  auf  ein  bis  drei  Jahre  der  Arbeiterbevölkerung
gegen  eine  billige  Pacht  zum  Kartoffel-  und  Gemüsebau  überlassen  werden.

Das  deutsche  Unterseeboot,  das  in  Norwegen  den  englischen  Dampfer  Glitre  versenkt  hat,  war  U.  17.

Nach  einer  aufgefangenen  drahtlosen  Depesche  aus  Windhuk  sind  5  englische  Offiziere  und  58  Soldaten
gefangen  genommen  worden.

Die  Japaner  haben  außer  den  Marschallinseln  auch  die  Marianen=  und  Carolineninseln  besetzt.

Der  Großberzog  von  Baden  ist  heute  bei  den  Truppen,  die  in  der  Feuerlinie  stehen,  eingetroffen,  nachdem
er  vorher  die  Lazarette  besucht  hatte.

Aus  Kopenhagen  wird  gemeldet:  Gestern  nachmittag  feuerte  in  den  internationalen  Gewässern  zwischen
Nakkehoved  und  Kullen-Leuchtfeuer  ein  vorher  nicht  bemerktes  Unterseeboot  zwei  Torpedoschüsse  gegen
das  dänische  Unterseeboot  Havmanden  ab,  das  mit  5  Knoten  Geschwindigkeit  über  dem  Wasser  fuhr.  Kein
Schuß  traf.  Das  Unterseeboot  führte  die  Nationalflagge.  Das  Unterseeboot  unbekannter  Nationalität  wurde
vom  Leuchtfeuer  aus  beobachtet.  Heute  früh  trieb  am  Vorstrande  von  Nakkehoved  Leuchtfeuer  ein  Torpedo
an,  der  dort  eylodierte.  Den  in  Frage  kommenden  kriegführenden  Mächten  wurde  der  Vorfall  zur  Kenntnis
gebracht,  mit  dem  Ersuchen,  künftighin  größere  Achtsamkeit  zu  üben.  Wie  von  amtlicher  Seite  erfahren  wird,
sind  beide  Schüsse  nicht  von  einem  deutschen  Fahrzeug  abgefeuert.

Der  durch  einen  Schuß  am  Oberschenkel  verwundete  Prinz  Maximilian  von  Hessen  ist  im  Trapistenkloster
  untergebracht  worden  und  den  Engländern  als  Gefangener  in  die  Hände  gefallen.

Amtlich  wird  verlautbart:  In  den  schweren  und  hartnäckigen  Angriffen  auf  die  eroberten  Stellungen  des
Feindes  von  Felsztyn  bis  an  die  Chaussee  östlich  von  Medyka  gewannen  wir  an  mehreren  Stellen  Terrain,
während  die  russischen    Gegenangriffe  nirgends  durchzudringen  vermochten.  Vergangene  Nacht  eroberten
unsere  Truppen  die  Kapellenhöhe  nördlich  Myzinies.  Südlich  Magierra  gelang  es  ihnen  schon  gestern
sich  von  den  eroberten  Ortschaften  gegen  die  Höhen  vorzuarbeiten.  Am  Südflügel  wird  der  Kampf  heute
mittag  von  der  Artillerie  geführt.  Durch  weitgehende  Anwendung  der  modernen  Feldbefestigung  nimmt  die
Schlacht  größtenteils  den  Charakter  eines  Festungskrieges  an.

In  den  Karpathen  wurde  gestern  der  Jablonicapaß,  der  letzte  noch  von  einer  russischen  Abteilung
besetzt  gehaltene  Übergang,  von  uns  genommen.  Auf  ungarischem  Boden  ist  kein  Feind  mehr.  Unser  Vorrücken
  in  der  Bukowina  erreichte  den  Kreis  Scret.  Über  die  letzten  Kämpfe  in  Galizien  wird  berichtet.
Dimitria  war  der  Mittelpunkt  einer  furchtbaren  Niederlage  des  Feindes.  Die  unseren  nahmen  im  Sturm  die
meisten  befestigten  Höhen  im  Zentrum  der  feindlichen  Stellungen.  Myzinies  wurde  durch  Bajonettangriff
genommen.  Die  Verteidigung  der  feindlichen  Feldbefestigungen  bricht  an  immer  mehr  Stellungen  zusammen.
Aus  den  bisherigen  Einzelgefechten  hat  sich  eine  allmähliche    Hauptschlacht
auf  einer  über  150  Kilometer  breiten  Front  entwickelt,  die  alle  russischen  Kräfte  in  Galizien    festhält.

Auch  der  König  von  Sachsen  befindet  sich  im  Großen  Hauptquartier  und  frühstückte  mit  dem  Kaiser,
nachdem  er  ein  zerschossenes  Fort  besichtigt  und  die  Lazarette  besuchte,  in  denen  viel  Sachsen  liegen.

Die  Technische  Hochschule  in  Hannover  ernannte  General  von  Beseler  zum  Dr.  ing.  ehrenhalber.

Die  Ukrainer  haben  folgenden  Aufruf  an  die  Ottomanische  Nation  gerichtet:

Rußland,  das  von  jeher  den  Traum  nährt,  Konstantinopel  zu  erobern,  ist  der  ewige  Feind  der  Türkei.
Unter  dem  Vorwande,  die  Interessen  der  Slawen  zu  wahren,  kämpft  Rußland  für  seine  besonderen  Interessen
und  hat  sich  immer  dem  Fortschritt  und  der  Erneuerung  der  Türkei  entgegengestellt.  Die  Geschichte  der  Ereignisse
  auf  dem  Balkan  hat  bewiesen,  wie  falsch  die  angeblich  panslawistischen  Wünsche  und  Gefühle  Rußlands
  sind,  wie  sehr  sie  aber  die  Slawen  beeinflußt  haben,  das  weiß  man,  wenn  man  die  innere  Politk  Rußlands
  sieht,  das  einen  großen  Teil  seiner  Bevölkerung  masakrieren  läßt,  die  Polen  unterdrückt  und  Grausamkeiten
  verübt  auf  Grund  nationaler  und  religiöser  Forderungen,  das  bildet  einen  Hauptgrundsatz  der  Politik
Rußlands.

Pflicht  der  heutigen  Zivilisation  ist  es,  ein  Reich  zu  vernichten,  das  so  viel  Tyrannei  verbreitet  und  seine

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