Für  den  Liebesdienst,  den  die  Japaner  den  Engländern  erwiesen  haben,  indem  sie  den  Deutschen
den  Krieg  erklärt  hatten,  verlangten  die  Japaner  von  England  nur  120  Millionen  Yen  zur  Durchführung
der  Aktion  gegen  Kiautschau,  von  Rußland  Verlängerung  des  Pachtvertrages  für  Kwantung  auf  99  Jahre
und  von  Frankreich  Umwandlung  der  6  %  Anleihe  in  4  %.  

Totenkopf-Pioniere.  Für  die  außerordentlichen  Leistungen  der  2.  Kompagnie  des  I.  Lothringischen
Pionier-Bataillons  Nr.  16.  (Garnison  Metz),  wobei  sie  beinahe  ganz  aufgerieben  wurden,  verlieh  der  Kaiser
auf  besondere  Empfehlung  des  Kronprinzen  der  Kompagnie  als  besonderes  Abzeichen  für  die  Mütze  einen
Totenkopf,  ähnlich  wie  das  2.  Leibhusarenregiment  Königin  Viktoria  von  Preußen  No.  2,  dessen  Chef  die  Herzogin
  von  Braunschweig  ist.

König  August  von  Sachsen  erließ  folgenden  Armeebefehl:  In  dem  Augenblick,  wo  ich  auf  dem  westlichen
  Kriegsschauplatz  eintrete,  drängt  es  mich,  allen  Truppen  meiner  Armee,  die  in  den  letzten  Monaten  an
den  mit  Gotteshilfe  so  erfolgreichen  Kämpfen  der  Deutschen  Armee  ruhmreichen  Anteil  genommen  haben,
meine  vollste  Anerkennung  und  meinen  wärmsten  Dank  auszusprechen.  Nichtachtend  der  schweren  Verluste
erwarben  sie  getreu  der  Überlieferungen  unserer  Vorfahren  zumteil  in  denselben  Gegenden  wie  1870/71  neue
unverwelkliche  Lorbeeren.  Die  veränderte  Kampfweise,  verbunden  mit  den  großen  Verbesserungen  der  Waffen,
brachte  die  Truppen  aller  Waffen,  besonders  die  Infanterie,  vor  ganz  neue  Lagen.  Aber  dessenungeachtet  erfüllten
  sie  alle  in  festem  Vertrauen  auf  den  Schutz  Gottes,  des  allmächtigen  Lenkers  aller  menschlichen  Geschicke
  und  auf  unsere  gerechte  Sache  in  freudiger  Begeisterung  ihre  Pflicht  voll  und  ganz.  Das  Jahr  1914
wird  für  alle  Zeiten  ein  helleuchtendes  Blatt  in  der  Geschichte  meiner  Armee  bleiben.  Der  liebe  Gott  wird  uns
auch  weiterhin  schützen  und  uns  helfen,  unsere  schwere  Aufgabe  zu  vollenden.  Friedrich  August.

Das  deutsche  Lazarettschiff  Ophelia  wurde,  als  es  nach  dem  Untergang  der  vier  Torpedoboote  ausgeschickt
war,  Schiffbrüchige  zu  suchen,  von  dem  englischen  Kreuzer  Darmouth  an  der  Ausführung  seines  Auftrages
gehindert,  mit  Beschlag  belegt  und  in  einen  englischen  Hafen  gebracht.

In  Christiania  wurde  heute  an  der  Börse  bekannt  gemacht,  daß  der  dänische  Dampfer  Rolf  mit
20000    Tonnen  Korn  in  der  Nordsee  von  einem  englischen  Kreuzer  gestoppt  und  nach  einem  schottischen  Hafen
eingebracht  worden  sei.  Rolf  befand  sich  auf  der  Reise  von  Neuyork  nach  Christiania.

23.  Oktober.

Amtlich  wird  verlautbart:  In  der  Schlacht  beiderseits  des  Strwiazflusses  gelang  es  uns,  nun  auch  im
Raume  südlich  dieses  Flusses  den  Angriff  vorwärtes  zu  tragen.  Auf  der  beherrschenden  trigonometrischen  Höhe
668  südöstlich  Strivy-Sambor  wurden  zwei  hintereinanderliegende  Verteidigungsstellen  des  Feindes  genommen.
  Nordwestlich  des  genannten  Ortes  gelangte  unsere  Gefechtslinie  näher  an  die  Chaussee  nach  Starasol
  heran.  Nach  den  bisherigen  Meldungen  wurden  in  den  letzten  Kämpfen  3400  Russen,  darunter  25  Offiziere,
  gefangen  genommen,  15  Maschinengewehre  erbeutet.  In  Czernowiz  sind  unsere  Truppen  eingerückt.
v.  Höfer.

Aus  Rotterdam  meldet  der  Rotterdamsche  Nieuwe  Courant,  daß  die  Engländer  deutsche  Funkentelegramme
auffingen,  aus  denen  hervorgeht,  daß  die  Deutschen  bis  heute  täglich  durchschnittlich  einen  französischen
  Flieger  heruntergeschossen  haben.

Zwei  Zeppeline  flogen  heute  in  der  Richtung  Lüttich-Antwerpen.

Aus  dem  Haag  wird  gemeldet,  daß  an  der  belgischen  Seeküste  fortwährend  gefochten  werde.  Viele  Dörfer
an  der  Küste  seien  vernichtet.  Nieuport  wird  von  den  Deutschen  beschossen.  —  Bei  Middelkerke  warfen
die  Deutschen  starke  Verschanzungen  auf.  11  englische  Kriegeschiffe  beschießen  seit  72  Stunden  die  belgische
Küste.  Fortgesetzt  kommen  englische,  belgische  und  französische  Gefangene,  aber  auch  viele  verwundete  Deutschen
  in  Brüssel  an.

Das  Kampfterrain  beim  Yserkanal  ist  sehr  schwierig.  Unzählige  kleine  Kanäle  durchschneiden  das  durch
Regen  sumpfig  gewordene  Gelände.  Diesem  schließen  sich  hohe  breite  Dünen  an.  Nieuport  ist  sehr  schwer
zugänglich,  wegen  der  vielen  Kanäle,  die  durch  sechs  Schleusen  mit  dem  Hafen  verbunden  sind.  Auch  Belgier

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