nehmen  teil  an  diesen  Kämpfen.  —  Das  Erscheinen  der  deutschen  Unterseeboote  an  der  belgischen  Küste  ist  sehr
bedeutungsvoll.  Deren  Anwesenheit  ist  jedenfalls  für  die  englischen  Kriegs=  und  Handelsschiffe  eine
sehr  große  Gefahr.

Der  englische  Dampfer  Courrourant  ist  in  der  Nordsee  auf  eine  Mine  gelaufen  und  gesunken.  Besatzung
  wurde  gerettet.

Amtlich  wird  aus  dem  Großen  Hauptquartier  gemeldet:  Am  Yser-Kanal  wurden  gestern  Erfolge  errungen.
Südlich  Dirmuiden  sind  unsere  Truppen  vorgedrungen.

Westlich  Lille  waren  unsere  Angriffe  erfolgreich.  Wir  setzten  uns  in  den  Besitz  mehrerer  Ortschaften.

Auf  der  übrigen  Front  des  Westheeres  herrschte  im  wesentlichen  Ruhe.

Im  Osten  wurden  russische  Angriffe  in  der  Gegend  westlich  Augustow  zurückgeschlagen,  dabei  mehrere
Maschinengewehre  erbeutet.

Von  dem  südöstlichen  Kriegsschauplatz  liegen  noch  keine  abschließenden  Meldungen  vor.

Aus  Amsterdam  wird  gemeldet:  Zwischen  Ostende  und  Nieuport  findet  heftiges  Geschützgefecht  statt.
Die  Deutschen  feuern  aus  Middelkerke,  die  Franzosen  aus  Nieuport,  die  Engländer  von  der  See  herüber,  und
von  den  Dünen.  Der  Kanonendonner  schweigt  keinen  Augenblick.  Die  ganzen  umliegenden  Ortschaften
leiden  fürchterlich.  Viele  Orte  stehen  in  Flammen.  Auch  Roussellaires  steht  in  Brand.

Über  Bordeaux  wird  französischerseits  gemeldet,  daß  der  Festungskommandant  in  Calais  die  polizeiliche
  und  militärische  Absperrung  Calais  angeordnet  habe.  Der  Zivilbevölkerung  wurde  eine  Frist  von
sechs  Tagen  zum  Verlassen  des  Festungsgebietes  gestellt.

Wie  die  Londoner  Morning  Post  meldet,  ist  der  in  England  eingetroffene  kanadische  Truppentransport
80000    Mann  stark.  Die  Hilfstruppen  werden  dem  genannten  Blatt  zufolge  nicht  nach  Frankreich  geben,
sondern  zur  Versiärkung  der  innerenglischen  Landarmee  dienen.?!

Sicherem  Vernehmen  nach  ist  der  japanische  Kreuzer  Takatschiho  vor  Tsingtau  nicht  auf  eine  Mine  gelaufen,
  sondern  durch  einen  Angrif  des  Torpedobootes  S.  90  vernichtet  worden.  Das  Torpedoboot  wurde
nach  dem  Angriff  60  Seemellen  südlich  von  Tsingtau  auf  Strand  gesetzt  und  gesprengt.  Die  Mannschaft
wurde  gerettet.  Jedenfalls  ist  die  Besatzung  nach  dem  Angriff  von  übermächtigen  Streitkräften  verfolgt  worden
und  hat,  um  nicht  in  feindliche  Hande  zu  fallen,  zu  obigem  Mittel  gegriffen.  Das  Boot  selbst  ist  veraltet  und
ist,  da  kein  Menschenleben  zu  beklagen  ist,  der  Verlust  sehr  gering.

Wie  verschiedene  Briefe  aus  Japan  an  deutsche  Geschäftshäuser  und  an  Private  besagen,  ist  das  Befinden
der  Deutschen  über  alles  tadellos  gut.  Behördlicherseits  wurde  angeordnet,  daß  den  in  Japan  lebenden  Deutschen
in  keinerlei  Weise  Gehässigkeiten  oder  Feindseligkeiten  entgegengebracht  werden  dürften.  Man  soll  nie  vergessen,
daß  die  Deutschen  die  Lehrer  der  Japaner  als  kultiviertes  Volk  wären  und  es  erfordere  die  Dankbarkeit  eines
gebildeten  Volkes,  daß  man  den  Deutschen  in  jeder  Weise  anständig  entgegenkomme  und  Leben  und  Gut  der
in  Japan  lebenden  Deutschen  gesichert  bleiben  müsse.  Allen  Respekt  vor  den  schlitzäugigen  Katzen,  demnach
sind  sie  doch  nicht  so  ganz  verrottet,  wie  ihre  englischen  Freunde.

Der  neue  Papst  richtete  in  lateinischer  Sprache  (kath.  Kirchensprache)  an  den  Erzbischof  einen  Brief,  in
dem  es  heißt:  Ich  erhielt  Deine  mir  angenehme  Mitteilung,  daß  der  Deutsche  Kaiser  auf  Deine  Bitte  beschloß,
  daß  alle  Diener  Gottes,  die  sich  unter  den  gefangenen  französischen  Soldaten  in  Deutschland  befinden,
  wie  Offiziere  zu  behandeln  seien.  Deine  Mitteilung  brachte  mir  in  dieser  schweren  Zeit  mehr  als  einen
gewöhnlichen  Trost.  Wir  sind  überzeugt,  daß  Deine  edelmütige  Tat  nicht  nur  die  gefangenen  Priester,  sondern
womöglich  alle,  die  in  Euerem  Lande  gefangen  sind,  ohne  Unterschied  der  Religion  und  der  Rasse  umfassen
  wird.  Der  Papst  hofft,  daß  dies  nicht  nur  in  Deutschland,  sondern  auch  in  den  anderen  Ländern,  wo  die
Kriegsfackel  lodere,  selbstverständlich auch den deutschen Gefangenen und Verwundeten  gegenüber  beobachtet  werde.

König  Albert  hat    in  den  lehten  Wochen  den  Wehrpflichtigen  einiger  jüngeren  Jahrgänge  Einberufungsbefehle
  zugehen  lassen.  Diesem  gegenüber  hat  das  deutsche  Gouvernement  und  der  ihm  untergebene  Behörden,
  soweit  sie  in  deutschem  Besitz  sind,  ein  Verbot  für  die  Wehrpflichtigen  mit  den  strengsten  Maßnahmen
herausgegeben,  nach  dem  die  Wehrpflichtigen  ruhig  zu  Hause  ihrer  Beschäftigung  nachgehen  sollen.

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