Die  Fliegerleutnants  Wimmer  und  Schneider  von  der  Straßburger  Flugzeugabteilung  warfen  in
Nancy  von  ihrer  kleinen  Taube  einen  Brief  herunter  mit  folgenden  Worten:  Wir  sagen  den  Einwohnern  von
Nancy,  die  bald  deutsch  werden,  Guten  Tag  und  bitten  um  Entschuldigung,  daß  wir  diesen  exzentrischen  Weg
uns  bei  ihnen  durch  Pulver  einzuführen,  genommen  haben,  aber  wir  werden  bald  bessere  Bekanntschaft  machen.

24.  Oktober.

Unsere  deutsche  Kaiserin  ist  gestern  nachmittag  2,45  Uhr  mit  ihrer  Umgebung  in  Breslau  eingetroffen
und  besuchte  nach  der  Begrüßung  der  zum  Empfang  auf  dem  Bahnhof  Erschienenen  einige  Krankenanstalten.
Sie  wurde  von  der  zu  Tausenden  am  Bahnhof  angesammelten  Bevölkerung  mit  jubelnden  Hochrufen  begrüßt.

Von  der  westlichen  Küste  und  dem  übrigen  Kriegsschauplatze  liegt  nichts  wesentliches  vor.

In  Bulgarien  gärt  es.  Die  Bulgaren  möchten  sich  am  Kriege  gegen  Serbien  und  Montenegro
aktiv  beteiligen.  Die  Siegeszuversicht  der  Zentralmächte  erregte  großes  Aufsehen.  Es  finden  im  Ministerium
bereits  wichtige  Verbandlungen  statt.

Der  Messagero  meldet  aus  Valona:  Das  unsägliche  Elend  der  vor  der  Stadt  lagernden  und  vor  allem
entblößten  Flüchtlinge  aus  Epirus,  die  von  der  Stadtbevölkerung  unbarmherzig  verjagt  wurden,  veranlaßte
den  italienischen  Konsul,  einzuschreiten.  Er  begab  sich  mit  dem  Befehlshaber  des  Kreuzers  Agordat  zum
Gouverneur  und  erlangte  von  ihm  die  Zusicherung  der  Einstellung  von  Gewalttaten  gegen  die  Flüchtlinge,  die
unter  italienischen  Schutz  gestellt  worden  sind.

Der  Reichsanzeiger  veröffentlicht  die  Pour  le  merite-Verleihungen  an  den  Generalobersten  von  Beneckendorff-Hindenburg,
  Oberbefehlehaber  der  7.  Armee,  den  General  der  Infanteric  z.  D.  von  Zwehl,  Kommandierenden
  General  des  7.  Reservekorps,  Generalmajor  Ludendorff,  Chef  des  Generalstabes  der  8.  Armee.

Über  die  Londoner  und  Antwerpener  Zeitungshetzereien  geben  die  in  unsere  Hände  gelangten  Pamphlete
  genügend  Zeugnis.  Alles  was  man  an  Lug  und  Trug  über  Deutschland,  sein  Heer,  seinen  Kaiser  und  seine
Führer  erdenken  kann,  ist  da  niedergedruckt.  Ich  gebe  den  Inhalt  nicht  wieder,  denn  es  ist  schade  für  Zeit  und
Papier,  die  man  dafür  aufbringen  müßte.

Auch  drüben  in  Amerika  wird  mit  allen  Miteln  gehetzt  und  natürlich  von  englischer  Seite  gegen  Deutschland.


Aus  dem  Großen  Hauptquartier  wird  amtlich  gemeldet:  Die  Kämpfe  am  Yser=  und  Ypern-Kanal
sind  außerordentlich  hartnäckig.  Im  Norden  gelang  es  mit  erheblichen  Kräften,  den  Kanal  zu  überschreiten.
Östlich  Ypern  und  südwestlich  von  Lille  drangen  unsere  Truppen  nach  heftigen  Kämpfen  langsam  weiter
vor.  Ostende  wurde  gestern  in  völlig  zweckloser  Weise  von  den  Engländern  beschlossen.

Im  Argonner  Wald  kamen  unsere  Truppen  ebenfalls  vorwärts.  Es  wurden  mehrere  Maschinengewehre
erbeutet  und  eine  Anzahl  Gefangener  gemacht.  Zwei  französische  Flugzeuge  wurden  hier  heruntergeschossen.
Nördlich  Toul  und  Flirey  lehnten  die  Franzosen  eine  von  und  zur  Bestattung  ihrer  großen  Anzahl  vor
ber  Front  liegenden  Toten  und  zur  Bergung  ihrer  Verwundeten  angebotene  Waffenruhe  ab.

Westlich  Augustow  erneuerten  die  Russen  ihre  Angriffe,  die  sämtlich  abgeschlagen  wurden.

Der  Bund  aus  Bern  schreibt  über  die  Kriegslage  in  Nordfrankreich:  Auf  der  ganzen  Linie  von  Nieuport
bis  La  Basscee  ging  die  deutsche  Armee  zur  Offensive  über.  Der  Aufmarsch  ist  vollendet  und  die  deutsche  Armee
ist  stark  genug  für  den  Kampf  in  der  Offensive.  Die  Entscheidungen  reifen  jetzt  schneller.

Der  Daily  Telegraf  meldet  aus  Sluis,  daß  der  Kampf  an  der  nordwestlichen  Ecke  Belgiens  auf  der  ganzen
Linie  steht,  und  die  Aktion  der  englischen  Kriegsflotte  gegen  die  deutschen  Küstenbatterien  unvermindert  hartnäckig
  bleibt.  Die  Gefechte  sollen  für  beide  Parteien  äußerst  verlustreich  sein.  Der  militärische  Mitarbeiter
des  Handelsblad  meint,  daß  die  Deutschen  schon  voraussichtlich  Dünkirchen  genommen  hätten,  wenn  nicht
unvermutet  große  englische  Verstärkungen  eingetroffen  wären.  Die  Nachricht  von  der  Ausschiffung  von
100000    Engländern  bei  Dünkirchen,  Boulogne  und  Calais  scheine  der  Wirklichkeit  ziemlich  nahe  zu  kommen.

Aus  London  wird  gemeldet,  daß  der  Staatssekretär  für  Indien  mitgeteilt  habe,  daß  30000    Inder  in  die
französisch-englische  Front  eingereiht  seien.