Ein  amtlicher  französischer  Schlachtenbericht  meldet:  Im  Ganzen  wurden  bei  den  heftigen  Angriffen  die
Lagen  der  Verbündeten  gehalten,  wenn  wir  auch  an  einigen  Stellen  weichen  mußten.  Der  Feind  zeigte  ebenfalls
  im  Gebiete  von  Arras  und  der  Somme  sehr  bedeutende  Tätigkeit.

Im  Gebiete  von  Verdun  und  Pont-à-Mousson  hatten  wir  einige  Teilerfolge.  Der  Feind  scheint  eine  neue
Kraftanstrengung  zu  unternehmen.

Aus  Genf  wird  gemeldet:  Der  Kriegsbericht  der  letzten  Tage  rief  in  Paris  großen  Schrecken  hervor.  Er
gesteht  das  Zurückweichen  der  französischen  Truppen  zwischen  dem  Meer,  dem  Kanal  und  La  Bassée  zu.  Er
spricht  ferner  von  Niederlagen  der  Franzosen  am  Nordflügel.  Er  besagt,  die  Schlachtfront  sei  um  200  Kilometer
  nördlich  verschoben  worden.  Man  müsse  weiter  Geduld  haben.

In  Paris  arbeitet  man  jetzt  mit  verdoppelter  Kraft  an  den  Befestigungswerken.  Alle  Verwundeten  wurden
aus  den  Hospitälern  an  andere  Orte  gebracht.

Trotz  vieler  Ansprachen  und  Aufrufe  vom  belgischen  Deputierten  Louis  Frank  und  dem  Kardinal  Mercier
an  die  geflohenen  Antwerpener  zur  Rückkehr,  scheuen  sich  noch  sehr  viele,  Folge  zu  leisten.  Der  eingeimpfte
Haß  und  Schrecken  gegen  die  Deutschen  sitzt  noch  zu  fest.  Auch  der  Staatsadvokat  Le  Clerc  richtete  nichts  aus.

Der  Merziger  Landrat  Haniel  wurde  zum  Zivilgouverneur  der  industriereichen  belgischen  Provinz,
Hennegau  ernannt.

Nach  dem  Berner  Bund  sind  21  französische  Generale  bie  jetzt  gefallen.  Auch  die  Engländer  sollen  mehrere
Generale  verloren  haben.

Amtlich  wird  verlautbart:  Die  starken  serbischen  und  montenegrinischen  Kräfte,  die  seinerzeit  über  die
von  den  Truppen  entblößten  südöstlichen  Grenzteile  des  östlichen  Bosnien  eingedrungen  sind,  und  die  einheimische
  moslimitische  Bevölkerung  auch  mit  einer  zügellosen  Horde  plündernder  Freischaren  heimgesucht  haben,
sind  am  22.  Oktober  nach  dreitägigen  erbitterten  Kämpfen  im  Raume  beiderseits  der  Straße  Mokro  Regatica
geschlagen  und  zu  eiligem  Rückzuge  gezwungen  worden.  Details  des  Treffens,  in  welchem  unsere  Truppen
unvergleichlich  bravourös  gekämpft  hatten  und  den  Gegner  aus  mehreren  hintereinander  gelegenen  befestigten
Stellungen  mit  dem  Bajonett  wiederholt  warfen,  werden  wegen  der  im  Zuge  befindlichen  weiteren  Aktionen
der  nächsten  Berichterstattung  vorbehalten.

Der  italienische  Dampfer  Enrico  Millo  aus  Genua  wurde  auf  der  Höhe  von  Palascia  burch  einen
französischen  Kreuzer  beschlagnahmt  und  nach  Viserta  gebracht.

Amtlich  wurde  die  durch  ein  Unterseeboot  stattgehabte  Vernichtung  des  englischen  Dampfers  Hayke
bestätigt.  Das  Unterseeboot  ist  wohlbehalten  zurückgekehrt.  Auch  der  englische  Dampfer  Glitra  ist  von
einem  Unterseeboot  durch  Öffnen  der  Ventile  versenkt  worden,  nachdem  die  Besatzung  auf  vorherige  Aufforderung
  das  Schiff  in  Booten  verlassen  hatte.  Admiralstabschef  von  Behncke.

Das  britische  Torpeboboot  Druaden  ist  an  der  Nordküste  Schottlands  aufgelaufen.  Die  Besatzung
wurde  gerettet.

Der  schwedische  Dampfer  Alice,  von  London-Gotenburg  unterwegé,  ist  außerhalb  Lowestoft  auf  eine
Mine  gestoßen.  Es  werden  9  Mann  vermißt.

Der  Deutsche  Kaiser  hat  der  Kaiserin,  ihrem  Wunsche  entsprechend,  einen  großen  Geldbetrag  für  Kriegswohlfahrtezwecke
  zur  Verfügung  gestellt.

Hans  schimpft:

Wie  brutal  und  unwürdig  die  Deutschen  in  den  Konzentrationslagern  in  England  behandelt  werden,  bringen
immer  mehr  Tatsachen  zu  Tage  und  sind  uns  verschiedentlich  bestätigt  wrden.  Verschiedene  deutsche  Zeitungen
haben  größere  ausführliche  Berichte  hierüber  gebracht.  Es  dürfte  jetzt  endlich  Zeit  sein,  daß  wir  wenigstens
den  in  Deutschland  ungehindert  einbergehenden  Engländern,  Franzosen  und  Russen  ihre  Freiheit  etwas
mehr  einschränken,  als  es  bis  jetzt  der  Fall  ist.

In  London  veröffentlicht  die  Admiralität  eine  Erklärung  über  die  von  den  deutschen  Kreuzern  versenkten
Schiffe,  in  der  es  heißt:  Man  glaubt,  daß  acht  oder  neun  deutsche  Kreuzer  sich  im  Atlantischen,  Stillen  und
Indischen  Ozcan  befinden.  Über  70  britische,  japanische,  französische  und  russische  Kreuzer,  un-154

