sehr  am  Platze  sein.  Neue  Besen  kehren  auch  gut.  Es  ist  gewiß  keine  leichte  Aufgabe,  gerade  auf  diesem  Gebiete
  allen  Menschen  gerecht  zu  werden  und  warum  sollten  nicht  auch  andere  Leute  mal  in  ihren  Ansichten  und
Plänen  gehört  werden  können  und  das  gebotene  Gute  praktisch  verwendet  werden.  Die  Organisatoren  solcher
Veranstaltungen  sind  nicht  unfehlbar  und  dürfte  es  sehr  zu  empfehlen  sein,  auch  mal  praktische  Leute  aus
Bürger=  usw.  Vereinen  zu  hören.

Noch  sind  nicht  in  allen  Bezirken  Haussammlungen  veranstaltet  worden.  Noch  ist  die  Idee  des  Konsuls
mit  dem  Eisernen  Ringe  (aber  nicht  für  den  goldenen  Ehering)  in  die  Tat  umgesetzt  worden.  Und  so  gibt
es  noch  viele  Mittel,  den  Ertrag  der  Sammlungen  hier  und  im  ganzen  deutschen  und  österreichisch-ungarischen
Reiche  zu  erhöhen  für  unfere  draußen  stehenden,  kämpfenden  und  blutenden  Heere  und  zu  Hause  für  ihre  Angehörigen.


Noch  sind  wir  nicht  als  Sieger  aus  den  Sorgen  und  Kümmernissen  dieses  Krieges  hindurch,  noch  haben
wir  den  Friehen  nicht  im  Lande  und  wir  müssen  noch  unendlich  viele  Opfer  der  Nächstenliebe  bringen.  In  erster
Linie  müssen  wir  aber  das  Rote  Kreuz  und  die  Kriegshilfe  mit  genügenden  Mitteln  versehen,  damit  diese
nicht  gezwungen  sind,  den  Bittstellern  gegenüber  zu  versagen.  Anregungen  werden  gewiß  genügende  gegeben,
aber  ob  sie  an  zuständigen  Stellen  verstanden  und  ausgeführt  werden,  das  ist  eine  zweite  Frage.  Darum  muß
immer  wieder  neues  Leben  hier  und  dort  hineingetragen  werden.

26.  Oktober.

Die  Oberste  Heeresleitung  aus  dem  Großen  Hauptquartier  teilt  mit:  Westlich  des  Yserkanals  zwischen
Nieuvort  und  Dixmuiden,  welche  Orte  noch  vom  Feinde  gehalten  werden,  griffen  unsere  Truppen  den  sich
dort  noch  hartnäckig  wehrenden  Feind  an.  Das  am  Kampf  sich  beteiligende  englische  Geschwader  wurde  durch
schweres  Artilleriefeuer  zum  Rückzuge  gezwungen.  Drei  Schiffe  erhielten  Volltreffer.  Das  ganze  Geschwader
hielt  sich  darauf  am  25.  Oktober  nachmittags  außer  Sehweite.  Bei  Ypern  steht  der  Kampf.  Südwestlich
Ypern,  sowie  westlich  und  südlich  Lille  machten  unsere  Truppen  im  Angriffe  gute  Fortschritte.  Im  erbitterten
Häuserkampfe  erlitten  die  Engländer  große  Verluste  und  ließen  über  soo  Gefangene  in  unseren  Händen.

Nördlich  Arras  brach  ein  heftiger  französischer  Angrif  unter  unserem  Feuer  zusammen.  Der  Feind  hatte
starke  Verluste.  Auf  dem  östlichen  Kriegsschauplatze  schreitet  unsere  Offensive  gegen  Augustow  vorwärts.
Bei  Iwangorod  steht  der  Kampf  günstig.  Eine  Entscheidung  ist  noch  nicht  gefallen.

16  Belgische  Bürgermeister  wurden  als  Kriegsgefangene  wegen  passiven  Widerstandes  in  rheinischen
Festungen  eingeliefert.

Bis  jetzt  sind  52000    Antwerpener  Flüchtlinge  in  ihre  Heimat  zurückgekehrt.

Das  Hbg.  Fremdenblatt  gibt  eine  Aufstellung  von  der  Zahl  der  Kriegsgefangenen  in  Deutschland.  Bis
zum  21.  Oktober  waren  demnach  in  deutschen  Kriegsgefangenenlagern  untergebracht:

Franzosen: .....  2472  Offiziere  146897    Mann
Russen: .....  2164  〃  104524    〃
Belgier:  .......    547  〃  31378  〃
Engländer: ......  218  〃  8669 〃

Darunter  befinden  sich  sechs  französische,  18  russische    Generale,  einschließlich  zweier  Kommandierender
Generale,  und  drei  belgische  Generale.  Alles  in  allem  betrug  die  Zahl  der  Kriegsgefangenen  bis  zum  21.  Oktober
1914  296  869.

Dee  Luxemburgische  Tyd  schreibt:  Die  Deutschen  haben  ihr  Versprechen  erfüllt  und  eine  Summe  von
400000    Mark  zur  Verfügung  gestellt  ale  Entschädigung  für  den  Durchzug  der  Truppen  durch  Luxemburg.
Die  Luxemburger  sind  darüber  sehr  erfreut.

27.  Oktober.
Am  27.  Oktober  begeht  das  griechische  Königspaar  im  engeren  Familienkreise  seine  silberne  Hochzeit.
Die  Köln.  Ztg.  meldet  aus  Amsterdam  die  Beobachtung  eines  Berichterstatters  des  Kampfes  zwischen

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