der  deutschen  Artillerie  und  den  englischen  Schiffen  an  der  belgischen  Küste.  Die  Lage  der  Deutschen  ist  sehr
günstig,  da  die  Dünen  großen  natürlichen  Schutz  gewähren.  Die  englischen  Schiffe  beobachten  die  englische  Küste
sehr  scharf,  um  bei  Bewegungen  der  Deutschen  sofort  ein  lebhaftes  Feuer  zu  eröffnen.  Die  englische  Flotte  bestebt
  aus  10—12  Schiffen,  in  der  Hauptsache  Kreuzern  und  Torpedobooten.  Die  deutschen  Linien  haben  einen
starken  Druck  durch  die  Angriffe  der  Verbündeten  ausgehalten.  Der  Strand  von  Ostende  und  seiner  Umgebung
  ist  von  deutschen  Truppen  besetzt.

Wie  die  verschiedenen  holländischen  Blätter  melden,  dringen  die  Deutschen  auf  der  ganzen  Linie  Ostende
bis  nach  Arras  stetig  vor.  Die  Engländer  und  Franzosen  scheinen  schon  sichtlich  zu  erlahmen.  Es  fehlt  ihnen
an  Nachersatz.

Das  Feuer  der  englischen  und  französischen  Schiffsgeschütze  reicht  nicht  bis  an  bie  deutsche  Front  heran.
Auch  wird  es  von  den  schweren  deutschen  Batterien  in  Schach  gehalten.

Über  österreichische  Erfolge  wird  amtlich  bekanntgegeben:  Die  Säuberungsarbeit  im  bosnischen  Gebiet
macht  erfreuliche  Fortschritte.  Der  bei  Veliko-Brod  angetroffene  Gegner  wurde  in  Visegrad  angegriffen
und  zurückgeworfen.  Dabei  wurden  zwei  Geschütze  und  Artillerie-und  Infanterie-Munition  erbeutet.

Die  montenegrinischen  Abteilungen  ziehen  sich  westlich  zurück.

Ferner  wurden  bei  Ravnja  und  Ardenkovic  vier  Maschinengewehre  und  600  Gewehre  erbeutet,  zahlreiche
  Gefangene  gemacht.

Nach  dem  Kriegsbericht  des  englischen  Generalstabes  betragen  die  Verluste  bis  zum  8.  Oktober  1914
561  Offiziere  und  12980    Mann.

Die  Nordd.  Zeitung  veröffentlicht  folgende  amtliche  Bekanntmachung:

In  Abänderung  des  Schlußsatzes  meiner  Order  vom  30.  Mai  1913  bestimme  ich,  daß  sämtliche  vor  dem
Feinde  erworbene  Orden  und  Ehrenzeichen  den  Hinterbliebenen  ohne  besonderrn  Antrag  als  Andenken
belassen  werden  sollen.

Großes  Hauptquartier,  10.  Oktober  1914.  Wilhelm.

An  das  Kriegsministerium  und  die  General-Ordenskommission
von  Falkenhayn.

Die  Stockholmer  Zeitungen  schreiben:  Man  erwartet  mit  ungeheurer  Spannung  die  Entscheidung  des
Riesenkampfes  in  Flandern.  Der  Ausfall  dieser  Schlacht  wird  als  entscheidend  für  den  weiteren  Verlauf  der  Operationen
  angesehen.  Die  Belgier  und  Franzosen  haben  enorme  Verluste.  Die  Deutschen  verzeichnen  täglich
kleine  Fortschritte,  die  in  blutigem  Ringen  erkämpft  werden  müssen.  Das  belgische  Königspaar  hält  sich  beständig
  an  der  Front  auf.  Es  begibt  sich  von  Laufgraben  zu  Laufgraben,  feuert  die  Solbaten  an  und  tröstet
die  Verwundeten.  Die  Deutschen  verfügen  über  weittragende  Artillerie,  die  das  Feuer  der  Schiffe  auf  das
kräftigste  erwidern.  Es  scheine,  daß  die  Artillerie  öfters  das  Ziel  erreiche,  denn  man  hätte  aus  den  Kriegsschiffen
Flammen  auflodern  sehen.  Die  deutsche  Marine-Artillerie  sei  in  den  Dünen  vorzüglich  aufgestellt  und  können
die  englischen  Kanonen  sie  nicht  erreichen.

Aus  dem  Großen  Hauptquartier  meldet  die  Oberste  Heeresleitung  amtlich:  Die  Kämpfe  am  Abschnitt
des  Yser-Ypres-Kanal  bei  Ypres  und  südwestlich  Lille  werden  mit  gleicher  Hartnäckigkeit  fortgesetzt.
Die  deutschen  Truppen  haben  auch  gestern  Fortschritte  gemacht.

Auf  dem  übrigen  Teile  der  Kampffront  im  Westen  haben  sich  wesentliche  Ereignisse  nicht  zugetragen.

Westlich  Augustow  ist  der  Angriff  der  Deutschen  im  langsamen  Fortschreiten.

Südwestlich  Warschau  sind  alle  Angriffe  starker  rufsischer  Kräfte  von  unseren  Truppen  zurückgeworfen
worden.

Nördlich  Iwangorod  haben  neue  russische  Armeekorps  die  Weichsel  überschritten.

In  den  heutigen  Berichten  aus  Rotterdam  (Fremdenbl.)  vom  Kriegsschauplatz  aus  Westflandern  werden
die  Kämpfe  als  nach  wie  vor  sehr  blutig  geschildert,  doch  hatten  die  Verbündeten  weit  größere  Verluste,  als

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