die  Deutschen,  weil  sie  sowohl  auf  ihre  Artillerie  als  auch  inbezug  auf  die  Treffsicherheit  ihrer  Infanterie  den
Deutschen  unterlegen  seien.  Das  stete  Vorrücken  der  Deutschen  auf  der  ganzen  Linie  von  der  Küste  bis  Arras
wird  auch  in  den  vorliegenden  Telegrammen  aus  Genf  und  Lausanne  nicht  geleugnet.  Aus  Dünkirchen
wird  berichtet,  daß  dort  massenhaft  verwundete  Franzosen  und  Belgier  von  der  Front  eintreffen.

Rotterdamer  Blätter  erklären,  daß  die  Deutschen  auf  ihrem  Vorstoß  über  Arras  hinaus  Montreuil
erreichen  werden,  um  dann  die  aus  Westflandern  zurückgeworfene  Armee  der  Verbündeten  ins  Meer  zu  drücken.

Wie  aus  London  gemeldet  wird,  wurden  gestern  in  den  Hafen  von  Harwich  vier  englische  Kriegeschiffe
kleineren  Typs,  offenbar  leichte  Kreuzer,  eingeschleppt,  die  sämtlich  mehr  oder  minder  schwer  havariert  waren.
Es  kann  sich  doch  nur  um  Kriegsschiffe  handeln,  die  beim  Kampf  in  Westflandern  von  den  deutschen  Geschützen
schwer  getroffen  wurden.  Dies  wird  auch  von  den  holländischen  Berichterstattern  bestätigt.  Die  schweren
Batterien,  die  die  Deutschen  zwischen  Ostende  und  Westende  gegen  die  feindliche  Flotte  ins  Feuer  brachten,
sind  so  geschickt  aufgestellt  worden,  und  tragen  so  weit,  daß  ein  weiteres  Eingreifen  feindlicher  Kriegsschiffe
in  die  Kämpfe  in  Wesiflandern  ausgeschlossen  erscheint,  es  sei  denn,  daß  die  Engländer  Dreadnoughts  heranziehen,
  um  deren  großkalibrigen  Geschütze  zu  gebrauchen,  was  sie  aber  angesichts  ihrer  Furcht  vor  den  deutschen
Unterseebooten  und  der  verhältnismäßig  geringen  Schußzahl,  die  ihre  großkalibrigen  Kanonen  abgeben  können,
kaum  tun  werden.

Amtlich  verlautbart,  daß  wir  in  den  Kämpfen  vor  Iwangorod  bisber  8000  Russen  zu  Gefangenen
gemacht  und  19  Maschinengewehre  erbeutet  haben.

Nächst  Jaroslau  mußten  sich  ein  russischer  Oberst  und  200  Mann  ergeben.

Bei  Zalucze,  südwestlich  Sunatyns,  und  bei  Pasienticza,  südlich  Nadwornas,  wurde  der  Feind  zurückgeworfen.
  von  Höfer.

Die  Schanghaier  Versicherungsagentur  gibt  bekannt,  daß  der  große  japanische  Dampfer  Kamasata
Maru,  der  von  Kobe  nach  Singapore  unterwegs  war,  vom  Kreuzer  Emden  versenkt  worden  ist.  Die  Gesellschaft
  erklärt,  für  Fahrten  über  Singapore  keine  Versicherungen  mehr  anzunehmen.

Der  Dampfer  Admiral  Gantaume,  der  von  Calais  nach  London  mit  2530  Flüchtlingen  unterwegs
war,  ist  infolge  einer  Explosion  gesunken.  30  Flüchtlinge  sind  ertrunken.

König  Albert  von  Belgien  scheint  über  seine  unglückliche  Lage  nicht  genau  orientiert  zu  sein,  denn  in  der
letzten  Nummer  des  amtlichen  Blattes  le  courier  de  l'armee,  das  in  Calais  gedruckt  wurde,  sagt  er  unter  anderem,
daß,  obgleich  Belgien  augenblicklich  vom  Feinde  besetzt  ist,  das  Land  überall  in  der  Welt  sich  Achtung  erzwungen habe und daß dadurch seine Unabhängigkeit besser als je gesichert sei.!?!?

Hans  plaudert:

Kommt  da  unlängst  mal  wieder  ein  Verwundetentransport  auf  dem  Hannöverschen  Bahnhof  in  Hamburg
  an  und  stehen  die  Leute  wieder  zu  vielen  Hunderten  Spalier  und  humpeln  unsere  lieben  verwundeten  Vaterlandsverteidiger,
  der  Titel  ist  nun  zum  Ehrentitel  geworden,  an  den  gaffenden  und  glotzenden  Leuten  vorüber.
Wenn  auch  ein  einziger  Mensch  denselben  einen  guten  Abend  zugerufen  hätte!  Nein,  auch  nicht  einer.  Als
sie  an  mir  vorüberkamen,  da  sagte  ich  zu  meiner  trauten  Ehehälfte  und  meinen  beiden  Lausmädels  (letztere
sind 5  und  7  Jahre  alt):  Nun  laß  uns  aber  mal  kräftig  „Grüß  Euch  Gott  und  Willkommen  im  Heimatslande“
rufen  und  das  geschah  und  wie  freuten  sich  die  ermüdeten  und  doch  munteren  Soldaten  an  diesem  deutschen
Gruße.  Wir  liefen  ein  kleines  Stück  Weges  neben  denselben  her,  ich  verteilte  auch  meine  noch  in  meinem  Besitze
befindlichen  6  Zigarren.  Da  fragte  mich  ein  Sachse:  Hören  Sie  mei  kutestes  Herrche,  Sie  sind  gewiß  ein  Süddeutscher,
  das  merk  ich  Sie  nemlich  gleich  an,  weil  Sie  von  all  den  Zuschauern  allein  Grüß  Gott  gesagt  haben.
Die  anderen  vielen  Hunderte,  die  da  geguckt  und  gegafft  haben,  das  sind  wohl  alles  Taubstummkranke?!
Mein  lieber  Kamerad!  sage  ich  da,  ich  bin  ein  guter  Schwabe  und  schäme  mich  dessen  so  wenig,  wie  Sie  sich
Ihrer  sächsischen  Heimat  schämen  würden.  Aber,  die  da  stehen  und  gucken,  das  sind  keine  Taubstummen,  das
sind  Hamburger  und  kalt,  wie  eine  .  na,  ich  hätte  mich  beinahe  verschnappt,  aber  im  Großen  Ganzen  dürfen
wir  denen  das  Nichtgrüßen  nicht  übel  nehmen,  denn  die  kennen  es  eben  nicht  anders,  im  Grunde  genommen

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