sind  sie  aber  so  gut  wie  wir  und  mancher  steht  unter  ihnen  und  weint  aus  Mitgefühl  und  Schmerz,  ja  er  ist  nicht
einmal  im  Stande  ein  Wort  hervorzubringen.  Und  wenn  es  gilt,  wohl  zu  tun,  so  bleibt  er  nicht  zurück.  Bekannt
  ist  ja  und  ich  habe  es  vor  einigen  Tagen  sogar  in  der  Kirche  herab  von  der  Kanzel  gehört,  wie  der  Herr
Pastor  sagte,  es  berühre  einen  hie  und  da  sehr  schmerzlich,  wenn  man  sehen  müsse,  wie  so  mancher  Verwundete
durch  unsere  Straßen  humple  und  die  Leute  kalt  und  bewegungslos  an  ihm  vorbeigingen,  ohne  Gruß,  und
ohne  ein  freundliches  Wort.  Da  wäre  es  in  Süddeutschland  ganz  anders,  da  grüße  jedes  Kind  und  jeder  Erwachsene
  unsere  verwundeten  Soldaten,  man  spreche  da  mit  ihnen,  man  gehe  ein  Stück  weit  mit  ihnen  und  wenn
es  nötig  wäre,  dann  führe  man  sie  und  auch  mit  dem  Geben  sei  es  da  anders,  als  bei  uns  im  Norden.  Der  Herr
Pastor  sagte:  Ja,  mancher  hat  eine  Tasche  voll  Zigarren,  aber  nicht,  daß  er  daran  denken  würde,  daß  er  einem
an  ihm  vorbeihumpelnden  Soldoten  eine  davon  abgeben  würde.  Ja,  der  Herr  Pastor  hat  recht,  der  Mann  macht
keine  salbungsvollen  Worte,  der  redet  wie  ihm  das  Herz  spricht,  aber,  daß  er  uns  Schwaben  das  gute  Zeugnis
ausgestellt  hatte,  das  hat  mich  donnterschlächtig    gefreut  und  deshalb  werde  ich  jetzt  auch  wieder  öfters  zu  ihm
in  die  Kirche  gehen.  Seither  hatte  ich  leider  zu  wenig  Zeit.  Aber,  wie  sagte  er?  Jetzt,  zur  Kriegszeit  finden
auch  Leute,  die  ihr  Leben  lang  an  der  Kirchtüre  vorbeigegangen  seien,  mit  einem  Male  wieder  den  Weg  zur  Kirche.
Auch  er  meinte:  Der  Krieg  erzieht  manchen  Menschen  wieder  zu  einem  Christen  und  darum,  darin  geht  er  auch
mit  mir  konform,  ist  der  Krieg  in  diesem  Sinne  eine  Wohltat.

Das  nahe  Weihnachtefest  erinnert  uns  wiederum  der  vielen  im  Felde  stehenden  und  auf  dem  Wasser  liegenden
  Kämpfer  für  das  Vaterland.  Wohl  eines  manchen  sehnlichster  Wunsch  wird  sein,  ach  daß  ich  zu  Hause
mit  meinen  Lieben  das  Weihnachtsfest,  das  Fest  des  Friedens  feiern  dürfte  und  mit  ihnen  singen  könnte:  Ehre
sei  Gott  in  der  Höhe  und  Friede  auf  Erden  den  Menschen.

Und  denjenigen,  welche  ihr  teueres  Leben  fürs  Vaterland  geopfert  haben,  wollen  wir  im  Stillen  einen
einfachen  Lorbeerkranz  auf  das  Grab  legen  und  ihnen  aufrichtigen  Dank  sagen  für  das  große  Opfer,  das  sie
gebracht  haben.  Ihrer  Hinterlassenen  wollen  wir  gedenken  und  ein  Scherflein  für  sie  in  die  Sammelbüchse
der  Kriegshilfe  werfen,  je  nach  unserem  Vermögen.

Von  diesem  Büchlein  gehen  Dutzende  hinaus  in  die  Lager  unserer  braven  Soldaten  und  wenn  es  ihnen
Zeit  und  Umstände  erlauben,  dann  werden  sie  es  mit  Freuden  lesen  und  sich  über  die  darin  verzeichneten  Erfolge
  freuen  und  auch  von  uns  unseren  herzlichen  Glückwunsch  entgegennehmen,  indem  wir  rufen:

Ein  recht  fröhliches  Weihnachten  unseren  braven  teueren  Truppen!