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der  ersten  Hälfte  der  vierziger  Jahre  plötzlich  einsetzende  Besserung
  der  Verkehrsverhältnisse  durch  den  Bau  von  Eisenbahnen.
Dem  Zollverein  schlossen  sich  ım  Laufe  der  folgenden  Jahre
immer  mehr  deutsche  Staaten  an,  so  dass  sich  schliesslich  ein
grosses  Zollvereinsgebiet  bildete,  und  es  keine  Zollstrassen  mehr
für  Preussen,  Bayern,  Württemberg  usw.,  sondern  nur  noch  Zollstrassen
  für  den  ganzen  Zollverein  gab.  War  so  schon  eine
wesentliche  Erleichterung  für  den  Verkehr  zwischen  den  einzelnen
deutschen  Staaten  bewirkt,  so  trat  als  weitere  der  Bau  der  den
Verkehr  auf  eine  bis  dahın  ungeahnte  Weise  bewältigenden  Eisenbahnen
  hinzu.  Auch  die  Regierung  erkannte  die  Wichtigkeit
dieses  neuen  Verkehrsmittels;  bereits  im  Jahre  1842  wurde  der
Plan  eines  die  ganze  Monarchie  durchziehenden  Eisenbahnnetzes
aufgestellt.  Trotzdem  verzichtete  der  Staat  hauptsächlich  wegen
des  Staatsschuldengesetzes  vom  Jahre  1820  darauf,  die  Eisenbahnen
  selbst  zu  bauen.  Infolgedessen  nahm  sıch  nunmehr  das
Privatkapıtal  der  Sache  an.  Je  mehr  die  Bedeutung  des  neuen,
Handel  und  Wandel  belebenden  Verkehrsmittels  erkannt  wurde,
desto  mehr  Gründungen  von  Eisenbahngesellschaften  wurden  ins
Leben  gerufen.

Indirekt  förderte  auch  die  Königliche  Bank  und  der  Staat
die  Unternehmungslust.  Die  Bank  trug  dazu  bei,  indem  sie  mehr
als  je  den  Effektenhandel  pflegte  und  dadurch  belebend  auf  diese
Geschäfte  einwirkte.  Sıe  wurde  hierzu  gedrängt,  da  es  ihr  einerseits
  an  wırklich  kaufmännischen  Geschäften  mangelte,  und  sie
andererseits  darauf  bedacht  sein  musste,  das  noch  immer  vorhandene,
  aus  dem  Jahre  1806  stammende  Defizit  nach  Möglichkeit
zu  verringern.

Der  Staat  förderte,  wenn  auch  unbewusst,  die  Unternehmungslust
  durch  Einziehung  der  hochverzinslichen  Staatsschuldtitel
  und  Herabsetzung  des  Zinsfusses  für  die  laufenden.
Die  natürliche  Folge  war  ein  Sınken  der  Kurse  der  mit  verminderter
  Rentabilität  ausgestatteten  Werte,  welcher  Umstand  Veranlassung
  gab,  dass  deren  Inhaber  zu  ıhrer  Veräusserung
schritten  und  nunmehr  an  den  Eisenbahnunternehmungen  Beteilıgung
  suchten.  War  die  Unternehmungslust  vorher  schon  rege
gewesen,  so  trat  alsobald  ein  förmliches  Spekulationsfieber  ein.
Nicht  nur  Kaufleute  und  gewerbsmässige  Spekulanten,  sondern
auch  das  Publikum,  das  sich  gewöhnlich  von  derartigen  Geschäften
  ferngehalten  hatte,  wie  Künstler,  Gelehrte,  ja  selbst
Offiziere  in  Uniform,  strömte  nach  der  Börse,  um  in  Aktien  zu
spekulieren.  Viele,  die  früher  nie  daran  gedacht  hatten,  beteiligten
  sich  jetzt  mit  ıhren  kleinen  Ersparnissen  an  den  Spekulationsgeschäften.


Da  sich  alles  nach  den  Eisenbahnwerten  drängte,  wurde  auf
diese  Weise  das  Geld  anderen  Industrieen  entzogen,  so  dass  sich
bald  ein  Geldmangel  in  ernpfindlicher  Weise  bemerkbar  machle.