Abschnitt  3.
Die  Periode  von  1847—1855.

Bei  der  Gründung  eines  neuen  Unternehmens  pflegt  stets
der  für  seine  gedeihliche  Weiterentwicklung  günstigste  Zeitpunkt
  ausgesucht  zu  werden.  Bei  der  Preussischen  Bank  war
das  nicht  der  Fall,  im  Gegenteil,  die  wirtschaftlichen  Verhältnisse
waren,  als  die  Bank  ihre  Tätigkeit  begann,  äusserst  ungünstig.
Es  ıst  das  leicht  erklärlich;  denn  die  Bank  war  zu  dem  Zwecke  ins
Leben  gerufen  worden,  die  bestehenden  Verhältnisse  zu  verbessern
und  für  die  Zukunft  ähnlichen  schwierigen  Lagen  des  Geldmarktes
nach  Möglichkeit  vorzubeugen.

Die  Geldknappheit  in  den  der  Gründung  der  Bank  vorausgehenden
  Jahren  hielt  auch  im  ersten  Geschäftsjahre  der  Bank  an.
Hierzu  kam  noch  eine  ausserordentliche  Lebensmittelteuerung,  die
auch  auf  den  Handel  in  den  anderen  Artikeln  einwirkte,  da  die
Teuerung  dazu  zwang,  die  Konsumtion  der  nicht  unumgänglich
notwendigen  Gegenstände  einzuschränken.  Es  wirkte  das  auf
den  Fabrikbetrieb  zurück,  dem  an  sich  schon  grosse  Kapitalien
durch  den  Eisenbahnbau  entzogen  waren.

Auch  an  verschiedenen  anderen  europäischen  Handelsplätzen
herrschten  Geldverlegenheiten,  die  sıch  aber  dort  in  einem  bedeutenden
  Sinken  der  Warenpreise  bemerkbar  machten.  Diese
günstige  Gelegenheit  zum  Wareneinkaufe  liessen  die  inländischen
Kaufleute  nicht  ungenutzt  vorübergehen,  wodurch  der  geschäftliche
  Verkehr  einige  Anregung  erhielt.

Die  Preussische  Bank  war  gleich  ım  ersten  Jahre  ihres  Bestehens,
  um  dem  Geldbedürfnis  möglichst  rasch  abzuhelfen,  ın  der
Kreditgewährung  lıberal  und  belieh  ausnahmsweise  Eisenbahnaktien,
  trotzdem  derartige  öffentliche  Papiere  gemäss  $  5  der
Bankordnung  ın  der  Regel  nicht  beliehen  werden  sollten.  Von
dieser  Massnahme  wıch  die  Bank  auch  ın  der  Folge  nicht  wıeder
  ab.

Eine  Vermehrung  der  Zirkulationsmittel,  die  sich  gerade  ım
Laufe  der  letzten  Jahre  als  dringend  notwendig  erwiesen  hatte,
und  zu  der  die  Bank  beitragen  sollte,  fand  durch  die  Ausgabe  der
Banknoten  statt,  die  den  Betrag  der  Zirkulationsmittel  um
15  Mill.  Thlr.  erhöhte.  Die  diesen  Betrag  überschiessende  Sumime
von  6  Mill.  Thlr.  Banknoten  kann  hierbei  nicht  mitgerechnet  werden,
  da  für  diese  gemäss  8  29  der  Bankordnung  ein  entsprechender
Beitrag  Kassenanweisungen  eingezogen  und  vernichtet  wurde.
Die  Notenausgabe  stieg  ım  ersten  Jahre  dauernd  und  erreichte
am  Schlusse  desselben  einen  Maxımalbetrag  von  17,298  Mill.