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sein.  Schliesslich  sollten  die  Darlehenskassen  auch  den  kleineren
Geschäftsleuten  helfen.  Sie  gaben  schon  Lombarddarlehen  zu
100  Thlrn.,  während  die  Preussische  Bank  solche  nicht  unter
500  Thlrn.  gewährte.  Letztere  war  also  gesetzlich  gehindert,  die
Geschäfte  der  Darlehenskassen  zu  übernehmen,  weshalb  der  Staat
deren  Errichtung  in  die  Wege  geleitet  hatte.  Trotzdem  sich
Staat  und  Bank  bemühten,  Handel  und  Verkehr  neu  zu  beleben,
  gelang  es  ihnen  nicht,  da  sich  das  öffentliche  Vertrauen  zur
nunmehrigen  Beständigkeit  der  politischen  Zustände  nicht  einstellen
  wollte.  Die  Anlage  der  Bank  ging  im  zweiten  Quartal  des
Jahres  1848  wieder  zurück,  so  dass  schon  im  Monat  Juni  der  zur
Benutzung  überlassene  Betrag  von  2  Mill.  Thlrn.  und  weitere
3  Monate  später  das  Darlehen  von  3  Mill.  Thlrn.  zurückgezahlt
werden  konnte.

Im  Vergleich  mit  dem  Vorjahre  waren  im  zweiten  Geschäftsjahre
  der  Bank  die  Umsätze  in  fast  allen  Geschäftszweigen  zurückgeblieben,
  was  am  stärksten  bei  dem  Lombard-  und  Wechselgeschäft
  hervortrat.  Die  Gesamtsumme  der  diskontierten  Wechsel
blieb  hinter  der  des  Vorjahres  um  22,2  Mill.  Thlr.  zurück,  die  der
gewährten  Darlehen  um  15,6  Mill.  Thlr.  Der  Rückgang  betrug
im  ersten  Falle  etwa  20  %  und  im  zweiten  etwa  380  %.  Trotzdem
  beide  Geschäftszweige  diesen  Rückgang  in  ihren  Umsätzen
aufwiesen,  erzielten  sie  dennoch  zusammengenommen  nicht  etwa
einen  Verlust,  sondern  einen  Überschuss  dem  Vorjahre  gegenüber.
Zum  Teil  lag  das  an  den  höheren  Zinssätzen,  wenngleich  nicht
unberücksichtigt  bleiben  darf,  dass  schon  in  der  zweiten  Hälfte
des  Jahres,  am  5.  Juli,  eine  Herabsetzung  des  Diskontsatzes  auf
4%  und  des  Zinsfusses  für  Lombarddarlehen  auf  5  %  eingetreten
  war.  Zum  Teil  lag  es  aber  auch  daran,  dass  die  durchschnittliche
  Anlage  ım  Lombardverkehr  um  annähernd  3  Mill.
Thlr.,  das  sind  über  25  %,  gewachsen  war.  Es  stand  infolgedessen
  eineın  Mindergewinn  im  Wechselgeschäfte  von  8673  Thlrn.
ein  Mehrgewinn  von  226  889  Thlrn.  im  Lombardgeschäfte  gegenüber,
  so  dass  beide  Geschäfte  zusammengenommen  einen  Überschuss
  erzielten.

Trotz  des  durch  die  hohe  Lombardanlage  erzielten  Gewıinnes
trug  doch  gerade  dieser  Geschäftszweig  dazu  bei,  den  Reingewinn
der  Bank  herabzuziehen.  Die  Mehrzahl  der  Darlehen  war  nämlich
auf  Staats-,  Kommunal-  und  landwirtschaftliche  sowie  Eisenbahnpapiere
  gegeben  worden,  die  wie  alle  anderen  Effekten  im  Laufe
des  Jahres  einen  starken  Kursverlust  erlitten  hatten,  so  dass  am
Schlusse  des  Geschäftsjahres  die  erteilten  Darlehen  nicht  mehr
mit  der  vorgeschriebenen  Sicherheit  gedeckt  waren.  Obgleich  die
Bank  versuchte,  diesem  Mangel  durch  Abschlagszahlungen  sowie
Verstärkung  der  Unterpfänder  abzuhelfen,  blieb  doch  eine  Summe
von  274000  Thlrn.,  mit  der  die  genannten  Effekten  zu  hoch  beliehen
  waren.  Ein  Vergleich  der  Reingewinne  der  beiden  letzten

Adolf  Witt,  9