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Die  von  der  Bank  getroffene  Massnahme  kam  daher  wohl  dem
Handelsstande,  keineswegs  aber  ihr  selbst  zugute.

Ferner  wurden  die  Bankstellen  ausserhalb  Berlins  ermächtigt,
auf  Berlin  laufende  Wechsel,  deren  Verfallzeit  nicht  kürzer  als
117,  Monat  war,  zum  Zinsfuss  von  3%  zu  kaufen.  Diese  Bestimmung
  wurde  aber  schon  nach  wenigen  Monaten,  im  November
des  Jahres  1850,  wieder  aufgehoben,  da  die  Furcht  vor  dem  Ausbruche
  eines  Krieges  nicht  weichen  wollte.  Immerhin  war  diese
Massnahme  der  Bank  für  den  Handel  nicht  ohne  Bedeutung;  denn
unter  den  für  39,9  Mill.  Thlr.  gekauften  inländischen  Wechseln
—  die  Ankäufe  ın  Remessen  auf  das  Inland,  unter  denen  die  im
Geschäftsbezirk  einer  anderen  Bankstelle  zahlbaren  Wechsel  zu
verstehen  sind,  waren  im  Jahre  1850  um  17,3  Mill.  Thlr.  gestiegen
  —  befanden  sich  für  11,8  Mill.  Thlr.  Wechsel  zum  herabgesetzten
  Zinsfusse  von  3%.  Während  der  Gesamtgewinn  aus
dem  Wechselgeschäft  gegenüber  dem  Vorjahre  eine  kleine  Steigerung
  (41  000  Thlr.)  aufwies,  blieb  das  Lombardgeschäft  hinsichtlich
  des  Gewinnes  hinter  dem  des  Vorjahres  zurück.  Zwar  war
der  Gesamtbetrag  der  erteilten  Darlehen  erheblich  höher  als  ım
Vorjahre,  die  durchschnittliche  Anlage  war  aber  geringer,  so  dass
wegen  der  zeitlich  enger  begrenzten  Dauer  der  einzelnen  Geschäfte
auch  der  erzielte  Gewinn  zurückblieb.

Eine  erfreuliche  Zunahme  zeigte  ungeachtet  des  wirtschaftlichen
  Niederganges  der  Banknotenumlauf.  Schon  ım  Jahre  1850,
ım  vierten  Geschäftsjahre  der  Bank,  belief  sich  der  Höchstbetrag
der  zirkulierenden  Noten  auf  mehr  als  20  Mill.  Thlr.,  während
der  durchschnittliche  Notenumlauf  noch  nicht  2  Mill.  Thlr.  hinter
dieser  Summe  zurückblieb.  Es  war  das  um  so  bemerkenswerter,
als  die  Bank  überhaupt  nur  21  Mill.  Thlr.  Banknoten  ausgeben
durfte.  Schon  in  diesem  Jahre  konnte  sıe  z.  Zt.  der  Wollmärkte
dem  Verlangen  nach  Noten  nicht  immer  genügen,  ein  Vorgang,
der  sich  auch  trotz  des  geringen  Geschäftsverkehrs  in  den  nächsten
Jahren  wiederholte.

Zur  Zeit  der  Wollmärkte  pflegte  die  Lombardanlage  der  Bank
eine  Zunahme  zu  erfahren.  Der  Warenlombard  war  für  die  Kaufleute
  von  grosser  Wichtigkeit  für  die  Preisbestimmung;  denn
durch  ıhn  wurde  der  wirtschaftlich  schwächer  Gestellte  vor  Ausbeutung
  geschützt,  da  er  im  Notfalle  nicht  um  jeden  Preis  zu  verkaufen
  brauchte,  sondern  auf  seine  Waren  von  der  Bank  Darlehen
erhalten  konnte.

Neben  der  Banknotenemission  zeigte  auch  namentlich  der
Depositen-  und  Giroverkehr  eine  Zunahme.  Bei  letzterem  wuchsen
in  der  Hauptsache  die  zirkulierenden  akzeptierten  Giroanweisungen,
  was  dem  Mangel  an  geeigneten  grösseren  Zirkulationsmitteln
  zuzuschreiben  war.  Da  sich  die  Banknotenemission
mehr  und  mehr  dem  höchst  zulässigen  Betrage  näherte,  konnte
die  Bank  dem  Verlangen  nach  grösseren  papierenen  Umlaufs-3*

