marktes  sofort  zurückgezogen  wurden,  noch  mehr  zu  beschränken.
Um  eine  sofortige  Verringerung  des  Depositenbestandes  herbeizuführen,
  entledigte  sich  die  Bank  eines  Teiles  der  Gelder  durch
Kündigung.  Ferner  wurde  nach  sorgfältiger  Beratung  mit  dem
Zentralausschusse  beschlossen,  für  das  einzelne  Konto  fortan  nicht
mehr  als  5000  Thlr.  anzunehmen,  um  einer  weiteren  Vermehrung
der  Depositengelder  vorzubeugen.  Vielen  Deponenten  kam  es  aber
weniger  auf  eine  Verzinsung  als  auf  eine  sichere  Aufbewahrung
ihrer  Kapitalien  an.  Diese  äusserten  den  Wunsch,  ihre  Gelder
auch  weiterhin  unter  Verzichtleistung  auf  Zinsvergütung  der
Bank  überweisen  zu  dürfen,  welchem  Verlangen  stattgegeben
wurde.  Auf  diese  Weise  bemühte  sich  die  Bank,  sıch  eines  Teiles
der  Depositengelder,  die  ıhr  in  dieser  Periode  wirtschaftlichen
Niederganges  nicht  einmal  die  Zinsen  einbrachten,  zu  entäussern.

Wenn  auch  der  Handel  teilweis  etwas  reger  war,  so  hatte
doch  die  Bank,  abgesehen  von  der  Zeit  der  Wollmärkte,  weni«
Nutzen  von  ihm.  Der  lebhaftere  Getreidehandel,  der  sich  ınfolge
der  Missernte  ın  Süddeutschland  einstellte,  wickelte  sich  mit  Hilfe
der  verbesserten  Transportverhältnisse  rasch  ab.  In  der  Hauptsache
  wurden  jedoch,  und  das  war  für  die  Bank  von  Wichtigkeit,
die  hierbei  umgesetzten  Kapitalien  verhältnismässig  schnell  wieder
  flüssig,  so  dass  der  stärkere  geschäftliche  Verkehr  der  Bank
nur  geringen  Gewinn  brachte.  Wie  in  den  Vorjahren,  so  wurden
auch  jetzt  noch  die  Kapıtalien  von  den  Besitzern  zurückgehalten.
An  grössere  Unternehmungen  wagte  sıch  niemand  heran.  Da  infolge
  der  noch  immer  herrschenden  Teuerung  der  Nahrungsmittel
der  Verbrauch  anderer  Waren  möglichst  eingeschränkt  wurde,
hatte  auch  die  Industrie  keine  volle  Beschäftigung,  worunter
Baumwollen-,  Wollen-  und  Seidenmanufaktur  umsomehr  litten,
als  sıch  deren  Hoffnung  auf  das  Ausfuhrgeschäft,  das  im  Vorjahre
  nicht  ungünstig  verlaufen  war,  nıcht  erfüllte.

Das  Misstrauen,  das  die  Geschäftswelt  noch  ımmer  den  politischen
  Verhältnissen  Europas  gegenüber  hegte,  wuchs  derart,  dass
in  wenigen  Jahren  grosse  Summen  —  geschätzt  wurden  3—4  Mill.
Dollars  —  ın  amerikanıschen  Werten  angelegt  wurden,  also  ıns
Ausland  gingen.  Diese  Kapiıtalsanlagen  ım  Auslande  hatten  für
die  Bank  sehr  lebhafte  Umsätze  ım  Wechselhandel  zur  Folge.
Die  Anlage  in  den  Wechseln  auf  das  Ausland  stieg  infolgedessen
ın  den  Jahren  1850—52  von  3,0  auf  3,9  und  schliesslich  auf
6,7  Mill.  Thlr.

Trotz  der  ın  wirtschaftlicher  Beziehung  ungünstigen  Lage
des  Landes  und  trotz  des  Mangels  an  nutzbringenden  Geschäften
für  dıe  Bank  stieg  die  Dividende,  die  an  die  Bankanteilseigner
verteilt  wurde,  fortgesetzt  und  betrug  ın  den  Jahren  1849—1851
4°  /,,  4°  /),  und  5’/,  %.  Aus  der  höheren  Dividende  des  Jahres
[851  darf  aber  nicht  geschlossen  werden,  dass  die  Bank  in  diesem
Jahre  bessere  Geschäfte  geinacht  bat  als  ın  den  Vorjahre;  ım