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Gegenteil,  der  Reingewinn  war  kleiner  als  im  Jahre  1850.  Nur
dadurch,  dass  zu  dem  Reingewinn  noch  135  178  Thlr.  traten,  die
von  den  im  Vorjahre  für  zweifelhafte  Wechsel-  und  Lombardforderungen
  reservierten  280  861  Thlrn.  übrıg  geblieben  waren,
erhöhte  sich  die  Dividende  auf  51/,  %.  Der  grösste  Teil  des
senannten  Reingewinnes  rührte  ausserdem,  was  wohl  zu  beachten
ist,  nicht  von  den  der  Bank  eigentümlichen  und  besonders  von  ihr
zu  pflegenden  Geschäftszweigen,  dem  Wechsel-  und  Lombardgeschäft,
  her,  sondern  war  eine  Folge  ihrer  günstigen  Effektenanlage.
  Die  ım  Besitze  der  Bank  befindlichen  Effekten  brachten
in  den  Jahren  1849-51  einen  Zinsgewinn  von  402  951,  537  916
und  672891  Thlrn.  Ein  Vergleich  des  Zinsgewinnes  mit  dem
Reingewinn  der  Bank,  der  in  diesen  Jahren  555  275,  775  282  und
709  159  Tihlr.  betrug,  zeigt,  dass  letzterer  zum  grössten  Teile  von
den  Effektenzinsen  aufgebracht  worden  war.  Schon  aus  diesen
Zahlen  allein  kann  der  Schluss  gezogen  werden,  wie  gross  der
Mangel  an  wirklich  geeigneten  Geschäften  für  die  Bank  ın  jener
Zeit  gewesen  sein  muss.  Hätte  die  Bank  nicht  die  günstige
Effektenanlage  gehabt,  so  wäre  die  Dividende  erheblich  niedriger
gewesen.

Die  Stockung  der  Geschäfte  in  den  Jahren  1848—1851  wich
nach  dem  Sturze  der  französischen  Republik.  Eine  lebhaftere
Unternehmungslust  stellte  sich  aber  wegen  der  Ungewissheit  über
die  fernere  Gestaltung  des  Zollvereines  nıcht  ein.  Die  durch  die
Lebensmittelteuerung  hervorgerufene  Einschränkung  der  Konsumtion
  in  den  zum  Leben  nicht  unumgänglich  notwendigen
Artikeln  hatte  auch  auf  die  Produktion  zurückgewirkt.  Ein
regeres  geschäftliches  Treiben  machte  sıch  nur  in  den  für  den
überseeischen  Handel  arbeitenden  Industrieen  geltend.  Diese
hatten  gute  Beschäftigung;  denn  der  Entdeckung  der  kalifornischen
  Goldlager  in  Nordamerika  war  als  Wirkung  eine  starke
Nachfrage  nach  europäischen  Manufakturartikeln  gefolgt.  Der
nunmehr  steigenden  Ausfuhr  stand  eine  verminderte  Einfuhr
gegenüber,  die  durch  die  zuströmenden  edlen  Metalle  aufgewogen
wurde.  Letztere  kamen  aber  dem  geschäftlichen  Verkehr  nur  zum
geringen  Teile  zugute;  denn  entweder  wurden  sie,  um  geschäftlich
günstigere  Zeiten  abzuwarten,  für  später  aufgespart,  also  zurückgehalten.
  oder,  wie  schon  oben  ausgeführt,  in  aussereuropäischen
Unternehmungen  angelegt.

Auch  die  Geschäfte  der  Bank  hoben  sich  in  diesem  Jahre
wieder.  Die  Gesamtumsätze  stiegen  um  etwa  114  Mill.  Thlr.
Den  grössten  Anteil  hatte  an  dieser  Steigerung  das  Wechselgeschäft.
  Nicht  nur  wurden  mehr  Wechsel  diskontiert  als  im  Vorjahre
  (102,6  Mill.  Thlr.  gegen  77,9  Mill.  Thlr.),  auch  die  durchschnittliche
  Wechselanlage  stellte  sich  günstiger.  Verhältnismässig
  den  grössten  Zuwachs  (100  %)  wiesen  hierbei  wegen  der
starken  Ausfuhr  die  Wechselremessen  auf  das  Ausland  auf.