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Die  regere  Geschäftstätigkeit  des  Jahres  1853  war  sowohl
eine  Folge  der  Regelung  der  Zollvereinsverhältnisse  als  auch  des
Abschlusses  des  Handels-  und  Zollvertrages  mit  Österreich  am
19.  Februar  1853.  Der  Handel  entfaltete  sich  wieder  freier,  und
die  Unternehmungslust  stieg.  Es  machte  sich  das  sofort  in  den
Depositenbeständen  der  Bank  bemerkbar,  in  denen  sich  die
2  %igen  Depositen,  für  die  sich  nun  wieder  bessere  Anlagen  fanden.
  verminderten.  Einen  besonderen  Aufschwung  nahm  der
Bergwerks-  und  Hüttenbetrieb,  was  eine  Vermehrung  der  Zahl
der  Fabriken  zur  weiteren  Verarbeitung  der  geförderten  Produkte
zur  Folge  hatte.  Aber  auch  die  Wollen-  und  Seidenindustrie  hob
sich  wieder.  Wenn  auch  in  Preussen  und  den  anderen  Zollvereinsstaaten
  die  Nachfrage  infolge  der  Teuerung  nicht  stark  war,  so
wurde  das  aufgewogen  durch  die  Ausfuhr.  Zu  Amerika  gesellte
sich  nach  Entdeckung  der  australischen  Goldfelder  (1851)  auch
noch  dieser  Erdteil  als  Einfuhrland.  Die  Reederei  fand  so  reiche
Beschäftigung,  dass  die  verfügbaren  Schiffsräume  nicht  ausreichten
  und  die  2—3fachen  Frachten  der  Vorjahre  gezahlt  wurden,
  ein  Übelstand,  der  günstig  auf  den  Schiffbau  einwirkte.

Der  allgemeine  regere  Verkehr  hatte  auch  auf  die  Geschäftstätigkeit
  der  Preussischen  Bank  einen  günstigen  Einfluss.  Fast
alle  Geschäftszweige  wiesen  eine  erhebliche  Zunahme  auf.  Es
wurden  über  die  Hälfte,  mehr  als  50  Mill.  Thlr.  Wechsel  mehr
diskontiert  als  im  Vorjahre  und,  was  hierbei  noch  wesentlicher
war,  auch  die  durchschnittliche  Gesamtanlage  in  Wechseln  stieg
um  38  %,  von  14,08  auf  19,48  Mill.  Thlr.  Ebenso  wies  die  Summe
der  erteilten  Darlehen  eine  Steigerung  um  etwa  50  %  auf.  Dieser
Geschäftszweig  liess  insofern  zu  wünschen  übrig,  als  die  durchschnittliche
  Lombardanlage  mit  dieser  Steigerung  nicht  Schritt
hielt.  Entsprechend  der  Zunahme  der  Geschäfte  schloss  das  Jahr
mit  einem  bedeutend  höheren  Gewinn  als  sämtliche  Vorjahre  ab
(Reingewinn  1852  796  401  Thlr.,  1853  1078181  Thlr.).

Leider  hielt  der  auch  für  die  Bank  so  günstige  geschäftliche
Aufschwung  in  den  nächsten  Jahren  nicht  an.  Wenn  sich  auch
die  Störungen  des  Krimkrieges  (1853—56)  in  Deutschland  nicht
sehr  bemerkbar  machten,  so  wagten  sich  doch  die  Kapitalisten
an  grössere  auf  die  Zukunft  berechnete  Unternehmungen  nicht
heran.  Nachdem  infolge  des  Krieges  die  Häfen  ım  schwarzen
und  weissen  Meere  geschlossen  wurden  und  nachdem  auf  die
schlechte  Ernte  im  Jahre  1853  eine  schr  ergiebige  Ernte  im  Jahre

1854  zefolgt  war,  entfaltete  sich  eine  grosse  Regsamkeit  in  dem
Handel  mit  Landesprodukten  wie  Getreide,  Spiritus,  Öl  usw.  Besonders
  nach  Süddeutschland  und  F  rankreich  entwickelte  sich  ein
lebhafter  Exporthandel,  der  umso  bedeutsamer  war,  als  ein  grosser
Teil  der  entstehenden  Forderungen  ın  barem  Gelde  ausgeglichen
wurde,  wodurch  dem  Tande  beträchtliche  Summen  edler  Metalle
zuflossen.  Nicht  so  günstig  gestaltete  sich  dagegen  die  Fort-