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entwicklung  der  in  dem  Vorjahre  so  aufgeblühten  Wollen-  und
Seidenindustrie.  Hier  war  es  namentlich  die  in  Amerika  herrschende
  Geldkrisis,  sowie  die  Überfüllung  des  dortigen  Marktes
mit  Waren  und  Stoffen  aller  Art,  die  einen  ungünstigen  Einfluss
ausübte,  so  dass  jenes  Haupteinfuhrland  in  Fortfall  kam.  Ohne
allen  Einfluss  blieb  dıe  politische  Lage  jedoch  auf  den  Betrieb
der  Berg-  und  Hüttenwerke.  Die  Nachfrage  nach  deren  Produkten
stieg  derartig,  dass  sie  auch  zu  erhöhten  Preisen  nicht  immer  befriedigt
  werden  konnte.  Auf  dem  Wege  der  Kapitalsvereinigung
gewannen  jene  Industriezweige  einen  bisher  ungeahnten  Aufschwung,
  und  es  entstanden  namentlich  in  den  westlichen
Provinzen  neue  grossartige  Werke.

Infolge  dieser  allgemeinen  Entwicklung  machte  trotz  der
ungünstigen  politischen  Verhältnisse  auch  die  Bank  gute  Geschäfte.
  Ihre  Gesamtumsätze,  die  in  den  Jahren  1853,  1854
ständig  gewachsen  waren,  überschritten  schliesslich  im  Jahre  1855
die  erste  Milliarde.  „Eine  Verbesserung  ihrer  geschäftlichen  Lage
hatte  insofern  stattgefunden,  als  infolge  des  erhöhten  Lombardzinsfusses
  (teilweise  515  %)  eine  weitere  Abnahme  der  durchschnittlichen
  Lombardanlage  eintrat,  wogegen  dıe  Anlage  in  leicht
realisierbaren  Wechseln  stieg.

Die  Abnahme  der  Lombardanlage  bei  gleichzeitiger  Zunahme
der  Wechselanlage  kann  nur  als  günstig  bezeichnet  werden;  denn
die  Geschichte  der  Königlichen  Bank  hatte  gelehrt,  dass  in  kritischen
  Perioden  Forderungen  der  Bank  aus  gezogenen  Wechseln
zıemlich  rasch  und  fast  vollständig  eingingen,  was  bei  den  aus
den  Lombarddarlehen  stammenden  Forderungen  nicht  der  Fall
war.  Die  Königliche  Bank  hatte  es  erfahren,  dass  von  den  Lombarddarlehen
  nur  an  einigen  Stellen  lediglich  die  Zinsen  eingingen
und  für  eine  Rückzahlung  der  Darlehen  nur  geringe  Aussichten
vorhanden  waren.

Gleichzeitig  mit  der  steigenden  Durchschnittsanlage  in  Wechseln
  hätte  nun  auch  eine  Vermehrung  des  Banknotenumlaufes  vor
sich  gehen  müssen.  Dieses  konnte  aber  nicht  geschehen,  da  die
Bank  nicht  mehr  als  21  Mill.  Thlr.  Banknoten  ausgeben  durfte.
Sie  konnte  schliesslich  in  dieser  Hinsicht  den  Anforderungen  des
Verkehrs  so  wenig  genügen,  dass  sıe  häufig  ihre  Zahlungen  in
barem  Gelde  leisten  musste.  Um  die  nötigen  Mittel  zur  nachhaltigen
  Unterstützung  des  gesteigerten  Verkehrs  zu  gewinnen,
veräusserte  die  Bank  einen  Teil  ihrer  Effektenbestände,  die
namentlich  im  Jahre  1850  durch  die  Beteiligung  an  der  preussischen
  Staatsanleihe  eine  wesentliche  Vermehrung  erfahren  hatten.
Sie  begann  hiermit  im  Jahre  1852  und  verminderte  bis  zum  Jahre
1855  den  Effektenbestand  von  17,3  bis  auf  9,4  Mill.  Thlr.  Zugleich
fuhr  sie  fort,  ım  Einverständnis  mit  dem  Zentralausschuss  die
vom  Staate  am  1.  Januar  1847  übernommenen  31%,  %igen  Staatspapiere
  und  Pfandbriefe  in  4  und  415  %ige  umzuwandeln,  womit